Mit dem bevorstehenden US-PCE und den Signalen aus Jackson Hole könnten die Gold-Bullen weiter an Stärke gewinnen.
Huichong.net, 24. August—— Die globalen Anleihemärkte befinden sich weiterhin in einem Zustand hoher Volatilität, Renditen verschiedener Laufzeiten nähern sich den höchsten Werten der letzten Jahre, während hohe Ölpreise und Sorgen um die Fiskalpolitik wichtige Faktoren für die Belastung der Anleihemärkte sind. Der Markt wartet auf die Veröffentlichung der US-PCE-Inflationsdaten und die Jackson Hole-Konferenz, um neue politische Signale zu erhalten. Der US-Dollar zeigt kurzfristig weiterhin eine schwache Seitwärtsbewegung, während die Richtung der US-Staatsanleihen noch unklar ist. Vor dem Hintergrund unsicherer Zinserwartungen könnten Gold-Bullen weiterhin Unterstützung finden.
Die globalen Finanzmärkte haben diese Woche im Wartemodus begonnen. Hauke Siemsen, Zinstrategist der Commerzbank, weist darauf hin, dass die anhaltend hohen Ölpreise und wachsende fiskalische Sorgen die Anleihemärkte weiterhin fragil halten und aktuell Kurvenrenditen verschiedener Laufzeiten an ihren Höchstständen testen. Obwohl der Markt am Morgen zeitweise konsolidierte, wurden die grundlegenden Faktoren, die die Renditen steigen lassen, bislang nicht gelöst, sodass die Bedingungen für eine nachhaltige Trendwende weiterhin fehlen.
Die aktuellen Belastungen für die Anleihemärkte weisen deutlich mehrere Facetten auf. Einerseits erhöhen stabile Energiepreise das Risiko einer steigenden Inflation, wobei die Sorge vor wieder anziehendem Preisdruck noch nicht komplett abgeklungen ist; andererseits stehen die Haushaltsdefizite und die Schuldenstände der wichtigen Volkswirtschaften weiterhin im Fokus, sodass Anleger bei der Allokation langfristiger Anleihen höhere Renditen verlangen. Diese beiden Faktoren sorgen dafür, dass die Laufzeitprämien von US-Staatsanleihen und Anleihen weltweit auf einem hohen Niveau bleiben.
Der Einfluss der Ölpreise auf die Finanzmärkte ist besonders beachtenswert. Steigende Energiepreise treiben nicht nur direkt die Inflationserwartungen, sondern könnten die Zentralbanken dazu zwingen, eine vorsichtige Geldpolitik beizubehalten, selbst wenn das Wirtschaftswachstum unter Druck steht. Für Anleihemärkte bedeutet dies, dass der Spielraum für Zinssenkungen eingeschränkt werden könnte; für Gold ist die Wirkung komplexer. Führt Energieinflation zu weiter steigenden Realzinsen, wäre das für Gold belastend, aber wenn der Markt die Risiken der Fiskalpolitik, die Geldwertstabilität und die Nachfrage nach sicheren Anlagen stärker gewichtet, könnte Gold neue Mittelzuflüsse erfahren.
Der US-Dollar-Markt zeigt aktuell weiterhin eine klare Tendenz zur schwachen Korrektur. Die Eingriffe der US-Fiskalpolitik in die Renditen langfristiger Staatsanleihen sowie die sinkenden Erwartungen an eine weitere Straffung der Fed-Politik haben den Zinsvorteil des US-Dollar zuletzt gemindert. Nachdem das US-Finanzministerium den Umfang langfristiger Rückkäufe von US-Staatsanleihen ausgeweitet hat, beginnt der Markt, das Zusammenspiel zwischen US-Fiskalpolitik und Anleiherenditen neu zu bewerten.
Die kurzfristige Schwäche des US-Dollars bietet Gold direkte Unterstützung. Da Gold in US-Dollar bewertet wird, sinken die Kosten für nicht US-Dollar-Investoren beim Kauf von Gold mit fallendem Dollar, was üblicherweise preisstärkend wirkt. Setzt die Dollarschwäche sich fort, dürfte die Mittelaufstockung in Gold und andere nicht US-Dollar-Anlagen zunehmen und die Bullenstimmung am Edelmetallmarkt verstärken. Allerdings ist am US-Anleihemarkt bislang keine klare Trendrichtung auszumachen. Renditen nahe den höchsten Werten der letzten Jahre machen Anleihen attraktiv, aber fiskalische Risiken und Inflationsdruck begrenzen das Potenzial für steigende Kurse langfristiger Anleihen. Der Markt braucht nun neue makroökonomische Daten und geldpolitische Signale, um die Richtung für die Renditen der nächsten Phase bestimmen zu können.
Die US-PCE-Inflationsdaten sind diese Woche daher eine wichtige Beobachtung. PCE ist einer der von der Federal Reserve bevorzugten Inflationsindikatoren. Zeigt sich dort weiter rückläufiger Preisdruck, könnte der Markt seine Erwartungen an zukünftige geldpolitische Lockerungen wieder erhöhen, woraufhin US-Dollar und US-Anleiherenditen unter Druck geraten und Gold zusätzlichen Auftrieb erhalten könnte. Im umgekehrten Fall, also falls die PCE-Daten anhaltende Inflationsstärke signalisieren, dürfte der Markt auf eine längere Phase hoher Zinsen setzen, und ein Rebound des US-Dollars und der Renditen könnte Gold kurzfristig belasten.
Auch die jährliche Jackson Hole-Konferenz dürfte diese Woche zu den Schlüsselvariablen gehören. Investoren achten nicht nur auf die Bewertung der Fed bezüglich Inflation und Wirtschaftswachstum, sondern vor allem darauf, ob die Entscheidungsträger klare Signale zum künftigen Zinskurs geben. Zeigt sich die Politik eher locker, könnten die Risikobereitschaft und die Anleihepreise steigen sowie Gold durch die dollarschwache und niedrigere Realzins-Erwartungen doppelt beflügelt werden; fällt der Ton dagegen restriktiv aus, dürfte Gold kurzfristig Gewinne abgeben.
Von der Marktlage her ist aktuell kein einseitiges Engagement zu erkennen. Sorgen am Anleihemarkt, fiskalische Risiken, Energiepreise und geldpolitische Erwartungen verlaufen verwoben, sodass die Mittel eher auf eine Bestätigung durch Schlüsselindikatoren warten. In diesem Umfeld zieht Gold seine Attraktivität nicht allein aus Zinserwartungen, sondern auch aus seiner Funktion als Absicherung gegen Fiskalrisiken und makroökonomische Unsicherheit.
Für den US-Dollar ist kurzfristig weiterhin eine schwache Seitwärtsbewegung am wahrscheinlichsten. Der Dollar-Index hat schon deutlich nachgegeben, und ohne neue starke Wirtschaftsdaten und restriktive politische Signale fehlen die Voraussetzungen für eine schnelle Trendwende. Wird der PCE-Index die Inflationssorgen wieder verstärken oder sendet die Jackson Hole-Konferenz restriktive Signale, könnte der US-Dollar dennoch eine temporäre Erholung erleben – kurzfristige Schwankungen infolge von Ereignissen dürfen daher nicht ignoriert werden.
Aus technischer Sicht bleibt Gold weiterhin im Bullenmodus, mit Preisen über wichtigen mittelfristigen gleitenden Durchschnitten und unterstützt vom Aufwärtstrend. Das Momentum ist intakt; sollte der Kurs die vorherigen Höchststände überwinden und sich nachhaltig über 4750 US-Dollar festsetzen, würde der Markt weiteres Potenzial eröffnen. Scheitert der Kurs hingegen wiederholt an entscheidenden Widerständen, ist mit vermehrten Gewinnmitnahmen sowie einem Rücklauf in den Bereich des letzten Durchbruchs bei 4400 US-Dollar zu rechnen. US-Dollar und US-Anleiherenditen werden weiterhin entscheidend dafür sein, ob Gold die Rally fortsetzen kann.
Insgesamt sorgen hohe Ölpreise, fiskalische Bedenken und die globalen Anleiherenditen auf Höchstständen dafür, dass die Märkte weiterhin auf hohe Sensibilität gepolt sind, während der schwache US-Dollar Gold einen direkteren Preisantrieb bietet. Vor den US-PCE-Inflationsdaten und der Jackson Hole-Konferenz wird erwartet, dass der Dollar schwach bleibt und US-Staatsanleihen in einer Phase der Richtungsfindung verweilen. Fällt die Inflation und signalisieren die politischen Zeichen Lockerung, könnten Gold-Bullen ihren Vorteil weiter ausbauen; kehren die Inflationssorgen zurück und treiben die Renditen an, dürfte Gold kurzfristig korrigieren. Der zentrale Mechanismus der nächsten Handelstage bleibt somit das Zusammenspiel von „Inflation—Fed-Politik—US-Anleiherenditen—Dollar—Gold“.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Wird die Blockade durchbrochen oder werden die Regeln neu gestaltet? Saudi-Arabiens Kapitalmarktaufsicht erhält eine neue Führung – Investoren hoffen auf Lockerung der Beschränkungen für ausländisches Kapital und Änderungen der IPO-Regeln
Die hochrangigen personellen Veränderungen bei der Kapitalmarktaufsichtsbehörde Saudi-Arabiens haben die Hoffnungen von Investoren und Bankern neu entfacht. Der Markt erwartet, dass Saudi-Arabien die Liberalisierung weiter vorantreibt, einschließlich der Lockerung der Beschränkungen für ausländische Beteiligungen.


Ein Finanzbericht betrifft den „KI-Glauben“, eine Rede beeinflusst die Risikobereitschaft! Nvidia und Walsh werden über das Schicksal des Rotations-Bullenmarktes entscheiden
Der Markt steht vor einer entscheidenden Woche: Nvidia wird am Mittwoch seine Quartalszahlen veröffentlichen, und Fed-Vorsitzender Kevin Walsh hält am Freitag eine Grundsatzrede. Kapital fließt weiterhin aus dem KI-Sektor ab, während Mittelzuflüsse in andere Marktbereiche weiter abnehmen. Die 40-Tage-Korrelation zwischen dem Goldman Sachs KI-Investmentportfolio und dem S&P 500-Index ohne KI ist inzwischen deutlich ins Negative gedreht.

Besenttes „Rückkauf-Karte“ funktioniert nicht mehr: Werden die beiden japanischen Langläufer-Anleiheauktionen nächste Woche erneut zuschlagen?
Der US-Finanzminister Scott Besant versucht, die Renditen durch die Ausweitung von langfristigen Staatsanleihen-Rückkäufen zu senken. Diese Bemühungen stehen nun vor einer unerwarteten Herausforderung aus Japan: In der nächsten Woche werden in Japan nacheinander Auktionen für 10-jährige und 30-jährige Staatsanleihen stattfinden.

