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Die Bullen an der Wall Street sind voller Zuversicht: Das Gewinnwachstum des S&P 500 erreicht den höchsten Stand seit 30 Jahren

Die Bullen an der Wall Street sind voller Zuversicht: Das Gewinnwachstum des S&P 500 erreicht den höchsten Stand seit 30 Jahren

华尔街见闻华尔街见闻2026/08/16 07:06
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Von:华尔街见闻

Der Gewinn des S&P 500 ist im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 31 % gestiegen – das ist laut Bloomberg Intelligence das stärkste Wachstum seit 1992 außerhalb von Rezessions-Erholungsphasen und liegt deutlich über den erwarteten 23 %. KI-getriebene Gewinnmargen sind von 14 % auf fast 16 % gestiegen und die Bewertung ist von dem 26-fachen auf unter das 22-fache gefallen, was als "Reset" gilt. Das Gewinnwachstum hat sich inzwischen auch auf Small- und Mid-Cap-Werte sowie auf die Märkte in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum ausgebreitet.

In dieser Berichtssaison übertrafen die Gewinnzahlen der US-Unternehmen die Erwartungen deutlich.

Der Gewinn des S&P 500 stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 31 %. Dies übertrifft nicht nur die zuvor prognostizierten 23 % von Wall Street erheblich, sondern ist laut Bloomberg Intelligence seit 1992 – abzüglich der Erholungsperioden nach größeren Rezessionen – auch das stärkste Wachstum. Über 90 % der Indexmitglieder haben ihre Zahlen bereits veröffentlicht und die Gewinnentwicklung im ersten Halbjahr dürfte den besten Wert seit dem ersten Halbjahr 2021 erreichen.

Die Antriebskräfte kommen von zwei Seiten: Künstliche Intelligenz (AI) erleichtert Kostenreduktion und steigert die Gewinnmargen; gleichzeitig zeigte die US-Wirtschaft unter mehreren Gegenwinden – etwa dem durch den Iran-Krieg ausgelösten Anstieg der Energiepreise – eine unerwartete Widerstandskraft.

Marta Norton, Chief Investment Strategist von Empower, sagt: „Angesichts des aktuellen makroökonomischen Umfelds ist dieses Ergebnis besonders bemerkenswert.“

AI wird vom „Kostenfaktor“ zum „Gewinnmotor“

Die Nettogewinnmarge der S&P 500-Mitglieder konnte lange nicht die 14 %-Marke überschreiten, heute nähert sie sich 16 %.

Mark Hackett, Chief Market Strategist der Nationwide Funds Group, bringt die Trendwende auf den Punkt: „In den vergangenen fünf Jahren war AI für die meisten Unternehmen ein Kostenfaktor; nur die größten Cloud-Anbieter profitierten von Kurssteigerungen. Dieses Jahr ist das Wendepunkt – AI wird zum echten Gewinnmotor.“

Laut Berechnungen von 22V Research steigerte AI die Gewinnmargen um etwa 150 Basispunkte. Der Technologiebereich hat weiterhin die höchsten Margen im S&P 500, doch immer mehr Unternehmen anderer Branchen quantifizieren die AI-Erträge nun auch eindeutig in ihren Earnings Calls.

Dieser Trend ist nicht auf die USA beschränkt. Nach Daten der Deutschen Bank stieg die Nettogewinnmarge europäischer Unternehmen im zweiten Quartal auf rekordverdächtige 12 %. Laut BI erwähnten europäische Führungskräfte AI im Schnitt mehr als vier Mal je Earnings Call – ein Allzeithoch, deutlich über dem Durchschnitt von 0,5 seit 2016. Emmanuel Cau, Stratege bei Barclays, betont: „Quantifizierbare Kostenvorteile und Effizienzgewinne sind nun Kernthema – immer mehr Führungskräfte sprechen von realisierten Erfolgen.“

Differenzierung im Tech-Sektor: Wer profitiert von AI

Diese Berichtssaison zieht eine klare Linie innerhalb des Tech-Sektors: Unternehmen, die den Cashflow-Zuwachs durch AI belegen können, werden vom Markt belohnt; anderen droht Strafe.

Marta Norton erklärt: „Cloud-Geschäft ist wohl das klarste Signal.“ Besonders nannte sie die starke Performance von Amazon und Microsoft, deren Cloud-Geschäft übertraf die Erwartungen.

Im Unterschied dazu fiel die Aktie von Facebook-Mutter Meta nach enttäuschender Umsatzprognose stark, erst zuletzt konnten die Verluste wieder wettgemacht werden.

Der Chiphersteller Nvidia hat seine Zahlen noch nicht präsentiert – darauf fokussiert sich im August die Marktentwicklung.

Bewertungen sinken, Gewinne übernehmen die Hauptarbeit

Die Gewinnsteigerung übertrifft das Indexwachstum und bewirkt damit einen entscheidenden Wandel: sinkende Bewertungen.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 fiel von etwa 26 zu Jahresbeginn unter 22. Einer der größten Sorgen der Märkte war die Überbewertung – dieses Risiko wird nun von Gewinnwachstum absorbiert.

Keith Lerner, Chief Investment Officer und Chief Market Strategist von Truist Advisory Services, sagt: „Wir haben eine gute Anpassung erlebt, die Bewertungen sind attraktiver geworden.“

Selbst im Tech-Sektor, der bereits sieben Quartale in Folge mehr als 20 Prozent Gewinnwachstum verzeichnet, sind die Bewertungs-Multiplikatoren gesunken. Lerner meint, angesichts der Fed-Politik und der Unsicherheit bei Energiepreisen sei es unwahrscheinlich, dass Tech-Bewertungen wieder bisherige Spitzenwerte erreichen.

Scott Rubner, Leiter Aktien- und Derivate-Strategie bei Citadel Securities, schreibt im Bericht: „Momentan leisten die Gewinne die Hauptarbeit, nicht die Ausweitung der Bewertungen.“

Grace Peters, Co-Head Global Investment Strategy der JPMorgan Private Bank, sagte auf Bloomberg TV: „Die Gewinnkorrekturen sind fast beispiellos – außerhalb von Erholungszeiten sieht man keine zweistelligen Anpassungen.“

Gewinndiffusion: Nicht nur eine Geschichte der Large Caps

Wall Street-Stratege zeigen sich optimistisch bezüglich der Nachhaltigkeit: Das Wachstum deckt fast alle Sektoren ab – Gesundheitswesen ist der einzige Sektor im S&P 500 mit rückläufigem Gewinn.

Laut Bespoke Investment Group übertrafen bis zum 12. August bei rund 1.500 US-Unternehmen drei Viertel sowohl den erwarteten Gewinn je Aktie als auch die Umsatzerwartungen.

Ed Clissold, Chief US Strategist von Ned Davis Research, sagt: „Die Story geht über die Mega-Caps hinaus.“ Er hebt hervor, dass die Überraschungsquote bei Small- und Mid-Caps nahe am pandemischen Hoch liegt.

Rob Haworth, Senior Investment Strategy Director bei US Bank Wealth Management, meint: „Diese Berichtssaison zeigt positive Breite – meist setzt sich die Dynamik dann fort.“

Globale Resonanz: Europa und Asien-Pazifik auf dem Vormarsch

Die Gewinnverbesserung ist keine rein amerikanische Erfolgsgeschichte.

Laut BI legten die Gewinne im MSCI Europe Index im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 18 % zu, Bestwert seit 2022. Sektoren wie Energie, Rohstoffe und Industrie trugen besonders bei und trieben den STOXX Europe 600, den deutschen DAX und den französischen CAC 40 jeweils auf neue Höchststände.

Benedicte Lowe, Aktien-Derivate-Strategin von BNP Paribas, sagte auf Bloomberg TV: „Die europäische Makro-Geschichte verbessert sich – das ist nicht zu leugnen. Die Marktpositionierung bleibt dabei niedrig bis neutral, was ein positives Bild für Aktien zeichnet.“

Eine Analyse von Barclays zeigte zudem, dass der Anteil der europäischen Unternehmen mit angehobener Gewinnprognose den höchsten Wert seit vier Jahren erreicht hat – das Management ist zuversichtlich, hohe Margen zu halten.

Auch Asien-Pazifik steht den anderen nicht nach. Seit Juni wurden die Gewinnerwartungen im MSCI Asia Pacific Index um fast 10 % nach oben korrigiert – das stärkste Plus im gleichen Zeitraum seit 2009. Asiatische Finanzwerte erzielten im Juli gemessen am MSCI Asia Pacific das beste Monatsergebnis seit 1998.

Rajeev De Mello, Global Macro Portfolio Manager bei Gama Asset Management, sagt: „AI bleibt das dominierende Thema, besonders im Halbleiterbereich. Investoren schauen aber zunehmend über die offensichtlichen Chip-Werte hinaus – AI-Nutznießer außerhalb des Chipsektors, Finanzwerte und andere von niedrigen Bewertungen betroffene Nachzügler geraten mehr ins Blickfeld.“

Ausblick: Strategen erhöhen Zielkurse

Die starke Gewinnentwicklung bewegt Wall-Street-Strategen dazu, das Jahresendziel für den S&P 500 nach oben zu korrigieren. Die durchschnittliche Prognose liegt jetzt bei 7894 Punkten – rund 1 % über dem jüngsten Rekordhoch.

Analysten haben zudem die erwartete Gewinnwachstumsrate des S&P 500 für das Gesamtjahr von 15 % Anfang 2026 auf 27 % angehoben.

Der Nvidia-Bericht wird das letzte wichtige Puzzlestück des Monats sein und könnte die Stärke dieses Gewinnzyklus weiter testen.

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