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Der „Aktienauswahl-Mythos“ an der Wall Street verblasst weiter: In den vergangenen zehn Jahren haben nur 13 % den Index übertroffen.

Der „Aktienauswahl-Mythos“ an der Wall Street verblasst weiter: In den vergangenen zehn Jahren haben nur 13 % den Index übertroffen.

华尔街见闻华尔街见闻2026/08/16 09:51
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Von:华尔街见闻

Laut den neuesten Daten von Morningstar haben in den zehn Jahren bis Ende Juni 2026 nur 13 % der aktiv verwalteten US-amerikanischen Large-Cap-Aktienfonds nach Abzug der Gebühren ihren Benchmark-Index übertroffen; selbst im vergangenen Jahr lag dieser Anteil nur bei 27 %. Gleichzeitig wird erwartet, dass die Nettozuflüsse in passive ETF in diesem Jahr erstmals die Marke von 1 Billion US-Dollar überschreiten, und das verwaltete Vermögen passiver Fonds ist inzwischen fast doppelt so groß wie das der aktiven Fonds.

Die Daten beweisen erneut, dass der Glanz der aktiven Aktienauswahl verblasst. In den vergangenen zehn Jahren haben in den USA nur etwas mehr als zehn Prozent der aktiv verwalteten Large-Cap-Aktienfonds den Index übertroffen – das ist das jüngste Ergebnis von Wall Street.

Am 15. August meldete Morningstar aktuelle Zahlen: In den vergangenen zehn Jahren bis zum 30. Juni dieses Jahres konnten nur 13% der US-amerikanischen aktiv verwalteten Large-Cap-Fonds nach Abzug der Gebühren ihren passiven Referenzfonds schlagen. Selbst im kurzfristigen Fenster des vergangenen Jahres lag der Anteil der Gewinner mit 27% unter dreißig Prozent.

Gleichzeitig wird erwartet, dass die Nettozuflüsse in kostengünstige passive ETFs in diesem Jahr erstmals die Marke von einer Billion US-Dollar überschreiten. Der Marktanteil aktiver Fonds schrumpft stetig.

Kapital fließt weiter ab, aktive Fonds geraten in „Blutungs“-Schwierigkeiten

Die Gebühren aktiver Fonds waren über Jahrzehnte die zentrale Ertragsquelle der Asset-Management-Branche. Aber seit 2015 fließt Kapital jedes Jahr netto ab.

Matthew Bartolini, Leiter SPDR Amerika Forschung von State Street Global Advisors, bringt es auf den Punkt: „Wenn man sich aktiv verwaltete Aktienfonds anschaut, sehen wir seit 2015 jedes Jahr netto Abflüsse. Das ist eine kontinuierliche Misserfolgsstory – vergleichbar höchstens mit den New York Jets (NFL-Team mit dauerhaft schwacher Leistung).“

Die Kapitalströme haben sich grundlegend gewandelt. Nach Angaben des Investment Company Institute erreichten die Gesamtvermögen indexbasierter Fonds im Jahr 2020 erstmals das Niveau der aktiven Fonds – heute beträgt ihr Volumen das doppelte dessen. Vor der Finanzkrise 2007 waren aktive Aktienfonds noch mehr als dreimal so groß wie passive Strategien.

Wall Street propagiert die „Ära der Aktienauswahl“, aber die Zahlen überzeugen nicht

Trotz des Leistungsdrucks bleibt Wall Street beim Marketing aktiv.

Mehrere Unternehmen heben in aktuellen Marktausblicken das Argument für aktives Investieren hervor: Hohe Zinssätze beenden das Zeitalter des „billigen Geldes, das alle Boote steigen lässt“, die KI-Welle wird große Gewinner und Verlierer schaffen, weshalb Aktienauswahl entscheidend wird.

T. Rowe Price erklärt: „Die Marktbedingungen haben sich zugunsten aktiver Investments gewandelt.“ Janus Henderson meint, KI bedeute, dass „aktive Aktienauswahl immer wichtiger wird“. Jefferies-CEO Rich Handler schrieb jüngst an Kunden: „Aktive Manager können endlich dabei sein und sich den passiven Gewinnern anschließen.“

Die Einschätzung ist nicht völlig unbegründet. In diesem Jahr ist die Performance-Streuung zwischen einzelnen Aktien (die sogenannte „Dispersion“) auf das höchste Niveau seit Jahrzehnten gestiegen – theoretisch ideale Voraussetzungen, damit aktives Stock-Picking die kostengünstige Indexanlage schlagen kann.

In der Realität aber dominieren einige wenige Superstar-Unternehmen weiterhin die Gesamtperformance – sowohl beim S&P 500 als auch beim Nasdaq 100, die beide nach Marktkapitalisierung gewichtet sind. Nach Daten von Dow Jones Market Data haben die zehn größten S&P 500-Unternehmen derzeit einen Anteil von über 40% an der Gesamtkapitalisierung des Index – die höchste Konzentration seit den 1960er Jahren.

Zu hohe Konzentration, aktive Fondsmanager „trauen sich nicht zu wetten“

Die stark konzentrierte Indexstruktur bringt aktive Fondsmanager in ein Dilemma.

Holly Framsted, Produktleiterin bei Capital Group, einem der weltweit größten aktiven Fondsmanager, erklärt: „Diese Konzentration wird allgemein als zu extrem für die meisten Portfolios angesehen. Man muss sich bewusst sein, dass ein Fehler in dieser Richtung ein enormes Risiko nach sich zieht.“

Sie betont außerdem, dass Investoren beim Vergleich von aktiven und passiven Investments auch Diversifizierungsgrad und Gesamtrisiko der Portfolios berücksichtigen sollten.

Mit anderen Worten: Aktive Fondsmanager wissen zwar, dass die Tech-Giganten steigen, aber sie wagen es nicht, die Wetten so konzentriert zu setzen – ein Fehlgriff wäre zu teuer.

Anleihen sind die Ausnahme

Nicht alle aktiven Strategien enttäuschen. Das Anleihe-Segment ist ein deutlicher Lichtblick.

Laut Morningstar konnten im vergangenen Jahr 66% der größten aktiv verwalteten Core-Bond-Fonds mit mittlerer Laufzeit ihren Referenzindex übertreffen – und diese Mehrheit hält sich bereits seit drei Jahren. Das Wachstum aktiver Fixed-Income-ETFs ist zudem größer als das passiver Fonds.

Bartolini von State Street empfiehlt Anlegern, die über aktives Management nachdenken, den Blick über Large Caps hinaus zu richten: „Sie können mit ETFs sehr kostengünstig und steuerlich effizient das Aktienmarkt-Beta abgreifen, und Ihr aktives Budget in Bereichen einsetzen, in denen es mehr Chancen gibt – zum Beispiel im Fixed-Income-Bereich.“

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