Nvidia plant, 3 Milliarden US-Dollar in SB Energy von Softbank zu investieren und setzt dabei auf das OpenAI-Datenzentrum-Projekt in Ohio.
Nvidia soll Berichten zufolge Gespräche führen, um bis zu 3 Milliarden US-Dollar in SB Energy, eine Tochtergesellschaft von SoftBank, zu investieren. Dies ist Teil einer unterstützenden Maßnahme für eine Kreditfazilität in Höhe von rund 100 Milliarden US-Dollar für das OpenAI-Datenzentrumprojekt in Ohio. Die Investition soll in zwei Schritten erfolgen: Bei Vertragsunterzeichnung werden 1,5 Milliarden US-Dollar investiert, weitere 1,5 Milliarden US-Dollar fließen bei dem Börsengang von SB Energy, der bereits nächsten Monat beginnen und mindestens 5 Milliarden US-Dollar einbringen soll.
Nvidia integriert seine finanziellen Ressourcen tief in die Kette des Aufbaus von KI-Infrastrukturen. Dieses Mal richtet sich das Interesse auf SB Energy, eine Tochtergesellschaft von SoftBank.
Am 15. August berichtete The Information, dass Nvidia Gespräche mit SB Energy führt und beabsichtigt, bis zu 3 Milliarden US-Dollar zu investieren. SB Energy ist eine Tochtergesellschaft der SoftBank Group und leitet die Entwicklung eines großen Datenzentrumsprojekts in Ohio für OpenAI. Weder Nvidia noch SB Energy haben hierzu Stellung genommen.
Diese Investition ist Teil größerer Verhandlungen. Informierte Personen gaben an, dass Nvidia gemeinsam mit OpenAI und SB Energy über etwa 100 Milliarden US-Dollar Kreditunterstützung für den Ohio-Datenzentrumskomplex diskutiert; die 3 Milliarden US-Dollar Eigenkapitalinvestition ist darin eingebettet.
Zweistufiger Plan: Hälfte bei Vertragsabschluss, Hälfte beim IPO
Laut The Information beabsichtigt Nvidia, bei der Unterzeichnung des Vertrags für das Ohio-Projekt 1,5 Milliarden US-Dollar zu investieren, die weiteren 1,5 Milliarden US-Dollar sollen bei einem IPO von SB Energy nachgelegt werden.
SB Energy wird voraussichtlich bereits nächsten Monat sein IPO starten, Ziel ist die Kapitalbeschaffung von mindestens 5 Milliarden US-Dollar. Sollte Nvidia dann 1,5 Milliarden US-Dollar investieren, würde das Unternehmen zu einem der größten Investoren des IPO werden.
Allerdings weisen informierte Personen darauf hin, dass die Verhandlungen noch laufen und das Investitionsvolumen verkleinert werden könnte. Der Deal steht nicht fest. SB Energy könnte den Börsengang verzögern und beim IPO eine höhere Finanzierung anstreben.
Ohio-Projekt: Volumen von 500 Milliarden US-Dollar, SB Energy führt Regie
SB Energy ist im Besitz von SoftBank und die leitende Entwicklungsfirma für das Ohio-Datenzentrumprojekt. Das Projekt im Süden des US-Bundesstaates Ohio geht von einer zusätzlichen Stromkapazität von 10 Gigawatt aus, und basierend auf aktuellen Kosten für Hardware, Arbeitskraft und Energie wird ein Gesamtkapitalbedarf von ca. 500 Milliarden US-Dollar geschätzt.
OpenAI wird das Datenzentrum nutzen und Nvidia-Chips erwerben – genau aus diesem Grund beteiligt sich Nvidia und sagt zu, rund 100 Milliarden US-Dollar Kreditunterstützung zu leisten: OpenAI soll bei der Projektfinanzierung unterstützt und gleichzeitig der Bedarf an Nvidia-Chips gesichert werden.
SB Energy wurde 2019 gegründet und ist im Bereich erneuerbare Energien verwurzelt, verfügt jedoch nur über begrenzte Erfahrung im Bau von Datenzentren. Um dies auszugleichen, hat das Unternehmen Ende 2025 Studio 151 übernommen, das sich auf Bauleitung, Engineering und Betrieb von Datenzentren spezialisiert hat.
Außerdem entwickelt SB Energy in Milam County, Texas, ein 1,2-Gigawatt-Datenzentrum für Oracle und OpenAI und treibt Solar- sowie Speicherprojekte in Texas, Kalifornien und anderen Regionen voran. Im Januar dieses Jahres hat OpenAI bereits 500 Millionen US-Dollar in das Milam County-Projekt investiert.
Nvidias "Ökosystem-Investitionslogik" und Kontroverse um zyklische Finanzierung
Nvidia investiert zunehmend in die KI-Ökologie, stets nach dem gleichen Prinzip: Investitionen in Kunden senken die Hürden für den Erwerb und Einsatz von Nvidia-Hardware und treiben somit die Nachfrage nach Chips an.
Im Laufe dieses Jahres hat Nvidia jeweils 2 Milliarden US-Dollar bei den Cloud-Service-Providern CoreWeave und Nebius investiert, 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI angelegt und zugesichert, 2 Milliarden US-Dollar in den Strominfrastrukturentwickler Lancium zu investieren (zusätzlich gibt es eine bedingte Zusage von 1 Milliarde US-Dollar).
Dieses Modell sorgt jedoch für Unsicherheiten am Markt. Berichten zufolge erklärte ein im Ohio-Geschäft involvierter Kreditleiter, dass die direkte Investition von Nvidia in Kunden oder das Versprechen, nicht verkaufte Kapazität zurückzukaufen, „nichts, was jemanden noch besonders begeistert“. Ein anderer Kreditleiter, der an KI-Infrastrukturtransaktionen von Nvidia beteiligt ist, äußerte, dass einige private Kreditinstitute bei Direktkrediten an OpenAI Vorsicht walten lassen.
Daraufhin gab Nvidia am Montag bekannt, dass man mit sechs großen Wall-Street-Instituten zusammenarbeitet, um unabhängig 500 Milliarden US-Dollar zu beschaffen, damit Kunden Nvidia-Hardware erwerben können. Im Blog betonte Nvidia, dass dieses Kapital „nicht von Nvidia stammt“ und einer unabhängigen Prüfung unterliegt, was die Bedenken hinsichtlich zyklischer Finanzierung adressieren soll.
Bemerkenswert ist zudem: Laut The Wall Street Journal hat Nvidia inzwischen den Unterstützungsplan für das Ohio-Projekt angepasst; die Anfangsgarantie soll unter 120 Milliarden US-Dollar liegen – weniger als die zuvor diskutierten 250 Milliarden US-Dollar.
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