KI-Bullenmarkt voll wiederbelebt? UBS: Frühere Korrektur war nur eine „Sommersäuberung“, und die Berichtssaison könnte die Rally fortsetzen
Nach einer vorübergehenden Korrektur wendet sich die Haltung der Wall Street gegenüber dem KI-Sektor wieder dem Optimismus zu. UBS stellte im jüngsten Strategiebericht fest, dass die zuvor pessimistische Erwartungshaltung gegenüber KI-bezogenen Assets übertrieben war. Die jüngste Anpassung spiegelt vielmehr den Geldfluss und Veränderungen der Portfolios wider, nicht eine Verschlechterung der fundamentalen Branchenbedingungen.
Mit dem Beginn der Berichtssaison in den USA erwartet UBS, dass die Unternehmensgewinne erneut die hohe Dynamik der industriellen KI-Wertschöpfungskette bestätigen und die Gewinnprognosen weiter nach oben korrigieren, was als neuer Katalysator für die Performance des Sektors dient. Abgesehen von KI hat UBS auch den Gesundheitssektor aufgrund der verbesserten Gewinnrevision und der beschleunigten Durchdringung durch KI-Anwendungen als wichtigen Schwerpunkt für Investitionen eingestuft; der Konsumsektor bleibt wegen schwächerer Gewinnentwicklung weiterhin am unteren Ende der Themenrangliste.
Unterdessen zeigen Daten von Barclays, dass die aktuellen Gewinnmitnahmen weiterhin stark auf wenige Sektoren konzentriert sind. Der Anteil der Aktien, die im vergangenen Jahr den S&P 500 übertroffen haben, liegt deutlich unter dem historischen Durchschnitt, was darauf hindeutet, dass das Kapital weiterhin auf Schwerpunkten mit Potenzial zur Gewinnrevision fokussiert ist.
UBS: KI wird erneut zum stärksten Investment-Thema
Laut einem am Mittwoch veröffentlichten Kundenbericht des Teams von UBS-Stratege Gerry Fowler zeigt der firmeneigene "Theme-o-Meter" zur Messung der Marktdynamik, dass das KI-Thema wieder an die Spitze aller Investmentthemen geklettert ist, hauptsächlich begünstigt durch die fortlaufende Verbesserung der Gewinnprognosen und das sich aufhellende makroökonomische Umfeld.
Er erklärte: "Wir erwarten, dass die Berichtssaison den Trend zu Gewinnrevisionen weiter verstärkt und den KI-Sektor weiterhin zu Überrenditen führt."
UBS ist der Ansicht, dass die jüngste Korrektur im KI-Sektor nicht mit den fundamentalen Branchendaten übereinstimmt, sondern vor allem durch sommerliche Enthebelung, Gewinnmitnahmen und Portfolio-Rebalancierung verursacht wurde und nicht durch substanzielle Veränderungen der Branchenaussichten.
Stephen Ju, Analyst für Internetforschung, ergänzte, dass die Nachfrage nach KI weiterhin die Kapazitäten der Infrastruktur übersteigt; die Investitionsausgaben der Hyperscaler könnten daher weiter steigen und so die Gewinnprognosen für die gesamte KI-Wertschöpfungskette weiter verbessern.
Gesundheitssektor wird neben KI zum wichtigen Investitionsthema
UBS hat gleichzeitig die Bewertung des Gesundheitssektors angehoben. Die Strategen gehen davon aus, dass der Zyklus der Gewinnrevisionen in diesem Sektor fast abgeschlossen ist, die fundamentalen Daten sich weiter verbessern, das regulatorische Umfeld stabilisiert und die Marktstimmung sich erholt. UBS erwartet, dass das Marktpotenzial für Abnehmmedikamente langfristig beachtlich ist, große Pharmaunternehmen eine starke Gewinnresilienz zeigen und der Biotechnologiesektor von einer Belebung der Übernahmen und Produktkatalysatoren profitieren kann.
Gleichzeitig beschleunigt KI die Anwendung in der Medikamentenentwicklung, klinischer Forschung und medizinischer Diagnostik und hilft der Branche für Life-Science-Instrumente, den Lagerzyklus zu überwinden. Der gesamte Sektor tritt damit in eine neue Phase der Gewinnverbesserung ein.
Im Vergleich dazu stuft UBS weiterhin die Bereiche Basiskonsumgüter und zyklischer Konsum als schwächste Themen aktuell ein und sieht dort weiterhin einen Mangel an nachhaltigem Gewinnrevisionstrieb. Die Daten von Barclays zeigen ebenfalls, dass in den letzten 12 Monaten nur 37% der Aktien den S&P 500 übertroffen haben – weniger als im Vorquartal (40%) und unter dem historischen Durchschnitt der letzten sieben Jahre. Die Überrenditen am Markt konzentrieren sich weiterhin auf wenige Themen mit nachhaltiger Gewinnverbesserung, die Dispersion zwischen einzelnen Titeln bleibt deutlich.
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