Renminbi: Die Ost- und Westwinde an der 6,8-Grenze
Morning FX
Obwohl ich einen Anstieg des US-Dollars erwartet hatte, hat die Stärke dieser Bewegung meine Vorstellungskraft übertroffen.
Der US-Dollar-Index ist in der vergangenen Woche um über 1 % gestiegen, wodurch sowohl USDCNY als auch USDCNH wieder die Marke von 6,8 erreicht haben. Am Mittwoch stieg das Handelsvolumen von USDCNY im Inland auf 71 Milliarden US-Dollar, was den zweithöchsten Wert in diesem Jahr markiert.Hinter dem gestiegenen Handelsvolumen treten auch zunehmend unterschiedliche Ansichten im Markt auf.
Wie beurteilt man bei Erreichen der 6,8-Marke die Wechselkursentwicklung des Renminbi zur Jahresmitte? Hinter dem Marktzerren stehen zwei Kräfte: der Ostwind und der Westwind.
Schauen wir zuerst auf den Ostwind, das stärkste Argument für die Aufwertung des Renminbi – starke Exporte.Wie entwickeln sich die hochfrequenten Exportdaten zur Jahresmitte? Sie sind weiterhin stark, sehr stark. Viele dieser Hochfrequenzdaten vermitteln uns eine Tatsache:Zweifeln Sie nicht leichtfertig an den chinesischen Exporten.
Werfen wir einen Blick auf die Daten: Dies sind die Containerumsätze in China, mit einem jährlichen Wachstum von 5 % bis 10 %:
Dies sind die Daten zu den eingelaufenen Schiffen in Indonesien, mit einem jährlichen Wachstum von über 10 %:
Und hier die Daten für eingelaufene Schiffe in Vietnam, ebenfalls mit einem jährlichen Wachstum von über 10 %:
Schaut man auf den Devisenmarkt dieses Jahres, zeigt sich der Renminbi angesichts der schwächelnden nicht-amerikanischen Währungen in einer unabhängigen Entwicklung, ja beinahe wie eine sichere Hafen-Währung. Der starke Export ist der wichtigste „Ostwind“.Andererseits scheint sich das Marktumfeld zur Jahresmitte zu verändern, der „Westwind“ zeigt sich – die Devisenumtauschrate ist gesunken.
Die Daten zeigen, dass die Export-Devisenumtauschrate im April und Mai auf 60 % gesunken ist, im Vergleich zu 68 % im ersten Quartal ein deutlicher Rückgang und auch unter dem saisonalen Durchschnitt. Aus Sicht des Marktes verfolgen Exportunternehmen vorwiegend die Strategie, bei hohen Kursen umzutauschen, sodass die Umtauschströme zeitlich und impulsartig auftreten. Nach dem Umtauschhöhepunkt im ersten Quartal ließ die Umtauscheuphorie am Markt allmählich nach.
Warum sinkt die Umtauschrate der Unternehmen trotz Aufwertungsphase? Dies hängt im Wesentlichen mit dem besonderen Marktumfeld dieses Jahres zusammen.Obwohl der Renminbi aufwertet, hat sich der Zinsunterschied zwischen USA und China weiter vergrößert – ein historisch seltenes Phänomen. Daher kalkulieren einige Unternehmenschefs, ob 4 % US-Dollar-Einlagen die Renminbi-Aufwertung abmildern können. Der stärkere US-Dollar zur Jahresmitte verstärkt zudem die abwartende Haltung.
Wie beurteilt man also den Devisenmarkt zur Jahresmitte angesichts der Koexistenz von Ostwind und Westwind?Meiner Meinung nach bestimmt im diesjährigen Umfeld der Leistungsbilanz des Renminbi die Richtung, der Kapitalbilanz das Tempo.Starke Exporte sind das Ass des Renminbi, dahinter stehen logische Argumente aus Industrie, Handel, Militär und anderen Bereichen – ohne ins Detail zu gehen. Übersee-Faktoren (einschließlich US-Dollar-Kurse, Zinssätze etc.) beeinflussen vielmehr das Tempo.
Strategisch wird der Ostwind den Westwind höchstwahrscheinlich überwältigen. Taktisch sind die Schwankungen des USDCNY zur Jahresmitte sogar eine gute Sache, da sie mehr Gelegenheiten für Umtausch bei hohen Kursen bieten. Daher nochmals diese Wunder-Grafik:
Zusammenfassung des heutigen Beitrags:
1. Diese US-Dollar-Bewegung ist äußerst kraftvoll und führt dazu, dass USDCNY und USDCNH beide die 6,8-Marke zurückerobern. Hinter dem Marktzerren stehen die Kräfte von Ostwind und Westwind;
2. Der Ostwind des Renminbi-Wechselkurses – starke Exporte. Hochfrequente Daten zeigen, dass das Exportklima zur Jahresmitte weiterhin stark ist (China, indonesische und vietnamesische Hafenumsätze etc.), was die harte Grundlage für den Renminbi-Wechselkurs bildet; Der Westwind des Renminbi-Wechselkurses – sinkende Umtauschrate. Die Umtauschströme sind zeitlich impulsartig, und der stärkere US-Dollar zur Jahresmitte verstärkt die zögerliche Haltung der Unternehmen;
3. Meiner Meinung nach bestimmt der Renminbi-Leistungsbilanz in diesem Umfeld die Richtung, die Kapitalbilanz das Tempo. Starke Exporte sind das Ass des Renminbi, Ostwind überwältigt Westwind. Die Schwankungen des USDCNY zur Jahresmitte sind sogar eine gute Sache, da sie mehr Gelegenheiten für Umtausch bei hohen Kursen bieten. Gelegenheit kommt nicht wieder.
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