Überall sind Explosionen zu hören – über Nacht hat sich der Markt verändert
Quelle: Wall Street Nachrichtenkreis
Der Markt handelt nicht mit Bomben, sondern mit der Frage, ob die Ölpreise die Inflation zurückbringen können.
Die Explosionen von Bomben im Nahen Osten wirken sich auf die Finanzmärkte aus, und das Marktbild verändert sich ebenfalls:
- Der Ölpreis stieg zeitweise um 6% und US-Rohöl erreichte zwischendurch 75 Dollar;
- Der Goldpreis fiel zwischendurch stark und näherte sich zeitweise der runden Marke von 4000 Dollar;
- Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg zeitweise auf 4,59%;
- Der US-Dollar-Index schwankte, blieb letztlich aber nahezu unverändert;
- Die US-Aktienmärkte zeigten gemischte Entwicklungen: Der Dow Jones Index fiel um 1,09%, der S&P 500 Index um 0,28%, während der Nasdaq Index um 0,20% stieg.
Erstens: Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert weiter, die USA greifen zum zweiten Mal in Folge Ziele im Iran an, und der Ölpreis steigt weiterhin kräftig an. Die Entwicklungen an den anderen Märkten entsprechen nicht dem starken Anstieg des Ölpreises, heute fokussieren sich die Händler darauf, ob US-Rohöl die Marke von 75 Dollar erreichen kann. Wird dieses Niveau überschritten, kommen weitere Belastungen auf die globalen Märkte zu.
75 Dollar ist keine einfache technische Schwelle, sondern eine Beobachtungslinie für den Wechsel des Marktpreismodells (die Grenze zwischen „Risikoprämie“ und „Energieinflation“). Entscheidend ist nicht, dass Rohöl kurzfristig die 75-Dollar-Marke erreicht, sondern ob es sich dort nachhaltig halten kann. Wenn der Anstieg nur durch geopolitische Impulse getrieben und schnell wieder auf 72 bis 74 Dollar zurückfällt, wird der Markt dies als kurzfristige Risikoprämie sehen; bleibt der Preis jedoch dauerhaft über 75 Dollar und bewegt sich in Richtung 80 Dollar, wird der Markt systematisch die Inflationserwartungen nach oben anpassen (die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September ist bereits auf 69% gestiegen).
Zweitens: Der Anstieg des Ölpreises ist wichtig, noch wichtiger ist jedoch der dadurch ausgelöste Anstieg der US-Staatsanleihenrendite – dies ist das Epizentrum der aktuellen Marktentwicklung. Für die 10-jährigen US-Staatsanleihen ist 4,68% eine magische Zahl (4,60% bis 4,70% ist der Bereich, den die Politik tolerieren kann); jedes Mal, wenn dieser Wert erreicht oder überschritten wird, findet Trump eine Möglichkeit, Zugeständnisse zu machen (oder den Markt zu retten) – nun ist dieses Niveau erneut zum Greifen nah.
Drittens: Der Nasdaq Index hat Stand gehalten, was sehr wichtig ist – nach früherer Logik hätte der gestrige Handelsverlauf eigentlich „Dow minus 1%, Nasdaq minus 2%“ sein sollen. Wenn der Index auch heute weiter steigen kann, wird der durch die Eskalation im Nahen Osten ausgelöste Schock deutlich abnehmen. Heute sollten jedoch nicht nur die Kursentwicklung des Nasdaq betrachtet werden, sondern auch drei Details: Kann der Anstieg der Halbleiter auf Software und andere Wachstumswerte übergreifen? Wird die Zahl der steigenden Aktien im S&P 500 verbessert? Können der Dow Jones und die zyklischen Sektoren den Rückgang stoppen?
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