Die Nonfarm-Daten sind „schwächer, aber genau richtig“ – sind die Zinserhöhungserwartungen der Fed übertrieben?【Cheng Tan erklärt, Folge 3】
Kernaussagen dieser Ausgabe
Im Juli 2026 wurden die aktuellen Non-Farm Payrolls veröffentlicht: Nur 57.000 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen, deutlich unter den Markterwartungen, zudem wurde der Vormonatswert um 74.000 nach unten korrigiert. Auf den ersten Blick wirken die Daten schwach, doch die Arbeitslosenquote sank auf 4,19 % und damit besser als erwartet – der Grund dafür ist allerdings nicht, dass mehr Menschen Arbeit gefunden haben, sondern dass mehr Menschen den Arbeitsmarkt verlassen haben.
Verbessert oder verschlechtert sich der Arbeitsmarkt also wirklich? Wie sind die "stabilen Signale" wie die Erholung im Industriesektor und im Zeitarbeitssegment zu bewerten? Sollte man sich über "weiche Signale" wie die stark gesunkene Beteiligungsquote und stagnierende Arbeitszeiten Sorgen machen?
Noch komplizierter wird es, weil Fed-Chairman Kevin Walsh auf dem ECB-Forum ausführlich über steigernde Produktivität durch KI und dämpfende Effekte auf die Inflation sprach – eine insgesamt eher taubenhafte Tendenz; gleichzeitig zeigt das FOMC-Diagramm vom Juni jedoch, dass die Hälfte der Mitglieder Zinserhöhungen noch in diesem Jahr unterstützt, woraufhin die Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung zwischenzeitlich auf 90 % schätzten.
Diese Signale stehen im Widerspruch zueinander – auf wen soll der Markt jetzt hören?
In dieser Ausgabe analysiert Tangtu Macro [Cheng Tan] die Non-Farm-Arbeitsmarktdaten vom Juli und erläutert die tatsächlichen Entwicklungen des Arbeitsmarkts sowie der geldpolitischen Ausrichtung der Fed für das zweite Halbjahr.
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