Die taubenhafte Haltung der Federal Reserve, sinkende Energiepreise und schwächere Konjunkturdaten führen dazu, dass Silber sich kontinuierlich erholt und sich der 60-Dollar-Marke nähert.
Silber setzte seinen Aufwärtstrend auch im asiatischen Handel am Donnerstag fort, stieg den dritten Handelstag in Folge und wurde bei
Der Kernfaktor für den Anstieg von Silber resultiert aus der marginalen Anpassung der geldpolitischen Erwartungen der Federal Reserve. Fed-Vorsitzender Kevin Walsh betonte in einer aktuellen Rede, dass die Inflation zwar weiterhin hoch sei, sich aber die Inflationserwartungen bereits abgeschwächt hätten, und gab kein Signal für eine kurzfristige weitere Zinserhöhung. Diese neutrale bis taubenhafte Haltung kühlte die Markterwartungen für kurzfristig steigende Zinsen ab, senkte die Opportunitätskosten für den Besitz renditeloser Vermögenswerte und unterstützte damit Silber.
Gleichzeitig verstärkte der deutliche Rückgang der weltweiten Energiepreise die Aufwärtsdynamik der Edelmetalle zusätzlich. Der Öl-Markt schwächte sich durch die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus und Fortschritte in den US-iranischen Verhandlungen deutlich ab. Die Sorgen über Versorgungsknappheit und erneut steigende Inflation wurden deutlich gemildert. Da die Energiepreise ein wichtiger Bestandteil der Inflationserwartungen sind, dämpft ihr Rückgang die Erwartungen an steigende Realzinsen direkt, was wiederum Edelmetallen wie Silber indirekt zugutekommt.
Aus makroökonomischer Sicht zeigen die jüngsten von den USA veröffentlichten Wirtschaftsdaten einen insgesamt abgekühlten Trend. Die ADP-Beschäftigung stieg im Juni nur um
Unter dem Einfluss mehrerer Faktoren nimmt die Risikobereitschaft des Marktes phasenweise ab; Kapital fließt von überbewerteten Risikoanlagen zurück in defensive Anlagen wie Edelmetalle. Silber, das sowohl industrielle als auch sichere Hafen-Eigenschaften besitzt, erhält in einem Umfeld sinkender Inflationserwartungen und lockererer Geldpolitik doppelte Unterstützung und zeigt sich dabei noch widerstandsfähiger als Gold.
Allerdings bleibt der Markt weiterhin äußerst vorsichtig und der Fokus liegt auf den bevorstehenden US-Beschäftigungsdaten außerhalb der Landwirtschaft. Diese Daten werden die Markterwartungen an den weiteren Zinspfad der Fed direkt beeinflussen: Sollten die Zahlen erheblich schwächer als erwartet ausfallen, könnte dies die Erwartungen einer Zinssenkung oder eines Stopps weiterer Straffungen verstärken; bei starken Daten hingegen könnte dies den Aufwärtstrend der Edelmetalle begrenzen.
Im 4-Stunden-Chart zeigt Silber eine stetige Aufwärtsstruktur, die kurzfristigen gleitenden Durchschnitte sind im Bullenmodus ausgerichtet, das Momentum schwächt sich jedoch allmählich ab. Der MACD-Indikator bleibt zwar im positiven Bereich, aber das Tempo der Balkenexpansion nimmt ab, was auf eine sanftere Erholung hindeutet. Bleibt der Kurs über 60 US-Dollar, könnte die Aufwärtsbewegung anhalten, kurzfristig ist jedoch mit erhöhter Volatilität durch die Arbeitsmarktdaten zu rechnen.
Aktuell befindet sich Silber in einem von politischen wie Inflationserwartungen getriebenen Erholungszyklus. Kurzfristig ist der Trend zwar stärker, aber es wurde noch keine klare Ausbruchstruktur gebildet. Der Kurs bewegt sich weiterhin in einer aufwärts gerichteten Seitwärtsbewegung. Der Rückgang der Energiepreise und die abgekühlten Konjunkturdaten dämpfen gemeinsam die Erwartungen an reale Zinserhöhungen und geben Silber temporären Rückhalt. Bis zur Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten wird die Volatilität aber deutlich zunehmen, und eine Fortsetzung des Trends bedarf weiterer fundamentaler Unterstützung.
Redaktionsfazit:
Insgesamt wird der jüngste Anstieg von Silber hauptsächlich durch taubenhafte Erwartungen an die Fed, schwächere US-Wirtschaftsdaten sowie fallende Energiepreise getragen, was eine klassische makroökonomische Lockerungshoffnung bedingt. Kurzfristig bleibt die Marktstimmung bullisch, aber die Nachhaltigkeit des Trends hängt weiterhin von den US-Beschäftigungsdaten ab. Vor deren Veröffentlichung dürfte Silber mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer Seitwärtsrange auf hohem Niveau bleiben. Schwache Arbeitsmarktdaten könnten weiteren Aufwärtsspielraum eröffnen, starke Daten dagegen eine temporäre Gewinnmitnahme auslösen.
Verantwortlicher Redakteur: Zhu Henan
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