Die Aktienmärkte in Japan und Südkorea eröffnen höher und schließen tiefer, Kospi-Index fällt um 2 %, Yen fällt zum ersten Mal seit vierzig Jahren unter die Marke von 162.
Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum eröffneten unter der Führung von Technologiewerten im Plus, tauchten jedoch unmittelbar ab. Der Yen fiel auf den niedrigsten Stand seit 1986, während der Markt äußerst wachsam bezüglich einer möglichen Intervention der japanischen Behörden blieb.
Am Dienstag eröffnete der japanische Nikkei-225-Index mit einem Anstieg von über 1,4 %, drehte jedoch anschließend auf ein Minus von 0,2 %. Der südkoreanische Kospi startete mit einem Plus von 1,17 %, folgte damit der Aufwärtsbewegung an der Wall Street über Nacht, erweiterte jedoch im Tagesverlauf die Verluste auf 2 %.

Der Yen fiel indes gegenüber dem US-Dollar unter die Marke von 162,00 – erstmals seit vierzig Jahren. Während dies den Exporteuren zugutekommt, verschärft es zugleich den Kostendruck bei Importen in Japan.

Der MSCI Asia Pacific Index stieg zeitweise um 0,5 %. Dieser Index hat bereits vor dem letzten Handelstag des Quartals um 20 % zugelegt und steuert auf das beste Quartalsergebnis seit 17 Jahren zu. Die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich nun auf die Wiederaufnahme der US-Iran-Gespräche am Dienstag und die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten für Juni am Donnerstag, um weitere Hinweise für den Zinskurs der Federal Reserve zu erhalten.
Technologiewerte sorgen für positive Eröffnung der Asien-Pazifik-Märkte
Die Aktienmärkte der Asien-Pazifik-Region eröffneten am Dienstag überwiegend fester und setzten damit die Aufwärtsbewegung der Wall Street vom Vortag fort. Der Nikkei 225 legte zum Handelsstart um über 1,4 % zu, der TOPIX stieg um 0,88 %; der Kospi notierte 1,17 % höher bei Handelsbeginn, während der Kosdaq für kleinere Werte um 0,88 % nachgab. Der australische S&P/ASX 200 verharrte nahezu unverändert.
Im weiteren Verlauf drehte der Nikkei 225 jedoch ins Minus und verlor 0,2 %. Der KOSPI in Seoul weitete die Tagesverluste auf 2 % aus, SK Hynix fiel um fast 3 %; Samsung Electronics gaben um 0,15 % nach, hatten zuvor aber zeitweise fast 4 % hinzugewonnen.

Zuvor hatten die US-Börsen am Montag kräftig zugelegt, insbesondere Chipaktien führten den S&P 500 mit einem Plus von 1,18 % und den Nasdaq Composite mit einem Anstieg von 2,07 % an. Der Dow Jones gewann 306,63 Punkte und schloss über 52.000 Punkten auf einem Allzeithoch, wobei Alphabet erstmals als neues Dow-Mitglied im ersten Handelstag fast 5 % zulegte.
Eine Entspannung im Verhältnis USA–Iran war ein entscheidender Auslöser für diese Erholung. Die USA und Iran einigten sich am Sonntag auf einen Stopp gegenseitiger Angriffe und die freie Passage kommerzieller Schiffe durch die Straße von Hormus. Trump gab an, dass beide Seiten am Dienstag in Doha Friedensgespräche wieder aufnehmen werden.
Yen fällt auf 40-Jahrestief, Interventionsrisiko steigt
Die anhaltende Schwäche des Yen ist derzeit einer der meistbeachteten Risikofaktoren am Markt. Das Wechselkursverhältnis Yen zu US-Dollar ist unter das Niveau von 1986 gefallen. Laut Bloomberg-Marktstratege Mark Cranfield rückt aus Sicht der Daten von 1986 der Bereich zwischen 164 und 165 als nächstes in den Fokus der Devisenhändler. Sollte der Yen schneller abwerten, erwarten die Märkte, dass japanische Behörden durch Yen-Käufe intervenieren.
Die japanische Notenbank hob am 16. Juni den Leitzins auf 1 % an – der höchste Stand seit 1995 –, doch die Marktreaktion blieb begrenzt. Der Grund: Händler gehen davon aus, dass die Federal Reserve weiterhin einen restriktiven Kurs verfolgt und der Zinsunterschied zwischen den USA und Japan bestehen bleibt.
Die Yen-Abwertung hat einen doppelten Effekt: Einerseits steigert sie die Gewinne der Exporteure und treibt den japanischen Aktienmarkt zu wiederkehrenden Rekordständen; andererseits erhöht sie die Importpreise und schmälert dadurch die reale Kaufkraft der Haushalte, was zugleich den politischen Druck auf die Regierung verstärkt.
Investoren im Fokus auf Arbeitsmarktdaten und Ölpreisentwicklung
In den USA stärkte ein Urteil des Obersten Gerichtshofs, das Fed-Gouverneurin Lisa Cook vorläufig im Amt lässt, das Vertrauen der Märkte in die Unabhängigkeit der Federal Reserve, während der US-Anleihenmarkt stabil blieb. Michael Reynolds von der Vermögensverwaltungsgesellschaft Glenmede erklärte: "Sollte die Federal Reserve als politisch beeinflusst gelten, könnte dies für US-Dollar-Anlagen dauerhaft steigende Risikoaufschläge bedeuten. Die Beseitigung dieses Tail-Risikos – auch wenn es zuvor vom Markt kaum eingepreist war – stellt ein unauffälliges, aber erhebliches positives Signal für den langfristigen Zinsausblick dar."
Was Technologiewerte betrifft, sieht Matt Maley von Miller Tabak die Erholung des Sektors als positives Signal für Bullen. Die Tech-Branche bleibt der zentrale Kurstreiber des Aktienmarkts. Maley warnt jedoch, dass der Sektor nicht permanent den Gesamtmarkt deutlich übertreffen muss, aber keine markanten Verluste erleiden darf, da Privatanleger ansonsten angesichts wachsender Blasengefahr zu Bargeld umschichten könnten.
Julian Emanuel, Senior Managing Director bei Evercore ISI, bleibt für Technologieführer optimistisch. Er erwartet nach Beginn der Berichtssaison eine Stilrotation und einen Positionsaufbau bei großen Tech-Werten. Die Bewertungen der „Magnificent Seven“ seien aktuell gedrückt, was weiteres Aufwärtspotenzial biete.
Bei Rohstoffen setzt Rohöl in den USA den Aufwärtstrend fort und handelt um 70,15 Dollar pro Barrel; Gold schwankt leicht bei etwa 4.015 Dollar je Unze; der US-Dollar gibt moderat nach, während die Anleiherenditen der USA weitgehend stabil bleiben. Das nächste zentrale Ereignis für die Märkte ist die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Juni am Donnerstag, der als wichtige Orientierung für die weitere Politik der Federal Reserve gilt.
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