Goldanalyse: Abwärtstrend dominiert den Markt – wie lassen sich die nächsten Kursziele prognostizieren?
Aktuell sieht sich das Gold mit mehreren kurzfristigen Belastungsfaktoren konfrontiert, darunter die Zinserhöhungserwartungen der Fed, die starke Dollar-Aufwertung und eine schwache Kapitalzufuhr in Anlagemärkte. Mehrere renommierte Institute, darunter die Deutsche Bank und die Bank of America Global Research, haben ihre Marktprognosen aktualisiert und gehen von einer hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass die Fed im September eine Zinserhöhung einleitet.
Die US-Notenbank hatte auf ihrer Zinssitzung in der vergangenen Woche einen weiteren geldpolitischen Straffungskurs in diesem Jahr signalisiert. Fed-Vorsitzender Kevin Walsh bekräftigte das entschlossene Ziel der Zentralbank, die Inflation auf 2% zu senken. Dies hat die Zinserwartungen am Markt deutlich verstärkt und den Dollar nachhaltig gestützt. Hinzu kommt, dass die US-PMI-Daten für Juni durchgehend erfreulich ausfielen: Der S&P Global Services PMI stieg von 50,7 im Mai auf 51,3, der Manufacturing PMI kletterte von 55,1 auf 55,7 – beide Werte lagen über den Markterwartungen und bestätigten die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft. Dies untermauert weiter die Grundlage für die geldpolitische Straffung der Fed.
Die Markterwartungen haben sich inzwischen leicht angepasst: Das Fed-Watch-Tool der CME zeigt eine 70%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im September (zuvor lag die Markterwartung bei 90%). Gleichzeitig rechnet der Markt weiterhin mit einer weiteren Zinserhöhung der Fed im nächsten Jahr. Der Fokus richtet sich nun auf die US-PCE-Inflationsdaten und die endgültigen BIP-Daten für das erste Quartal dieser Woche, die den geldpolitischen Pfad der Fed weiter leiten werden.
Im Hinblick auf den langfristigen Trend und die Unterstützung auf niedrigem Niveau gibt der neueste wöchentliche Marktbericht des World Gold Council eine klare Prognose: Sollte der Dollar-Index weiterhin stabil über der 100er-Marke bleiben, wird sich der Abwärtstrend beim Gold weiter fortsetzen und vermutlich die psychologisch wichtige 4.000-US-Dollar-Marke unterschreiten. Die nächsten entscheidenden Unterstützungen liegen im Bereich von 3.887–3.857 US-Dollar (entspricht dem 38,2%-Fibonacci-Retracement der aktuellen Aufwärtsbewegung von Gold und ist ein potenziell wichtiger Bodenbildungsbereich). Sollte der Abwärtsdruck bestehen bleiben und die Kurse weiter schwächeln, wird die nächste bedeutende Unterstützung am Oktoberhoch 2025 bei etwa 3.500 US-Dollar erwartet.
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Redakteur: Guo Jian
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