Das Inkrafttreten des US-Iran-Abkommens zusammen mit der Entwarnung bei der Inflation eröffnet ein Fenster zur Positionsanpassung!
I. Aktuelle Marktlage und zentrale Logik
Kürzlich haben die US-Aktienmärkte eine deutliche Korrektur durchlaufen. Die Arbeitsmarktdaten übertrafen die Erwartungen, die Inflationsdaten schwanken, hinzu kommt ein Anstieg der geopolitischen Risiken, wodurch sich die Überhitzung insbesondere bei Technologiewerten etwas gelöst hat. Die Marktstimmung hat sich von Überhitzung hin zu mehr Rationalität gewandelt.
Doch ein entscheidender Wendepunkt steht unmittelbar bevor.
Am Freitag dieser Woche (19. Juni) wird in der Schweiz das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran offiziell unterzeichnet, die Straße von Hormus wird wieder geöffnet. Der Kerneffekt dieses Ereignisses: Die Ölpreise werden rasch auf ein niedrigeres Niveau zurückkehren, das Risiko einer zweiten Inflationswelle – d.h. die Weitergabe steigender Energiepreise auf Löhne und den Dienstleistungssektor – sinkt deutlich.
Gleichzeitig wird der neue Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Walsh, am 16. und 17. Juni seine erste FOMC-Sitzung als Amtsträger erleben. Seit seinem Amtsantritt am 22. Mai hat Walsh öffentliche Zurückhaltung gezeigt, was seiner Grundhaltung entspricht: Er ist gegen allzu detaillierte Forward Guidance und ist der Meinung, dass die Fed dem Markt nicht wie ein „Babysitter“ vorab Hinweise auf den Takt geben sollte.
Für diese Sitzung preist der Markt mit mehr als 96% Wahrscheinlichkeit ein, dass die Zinsen unverändert bleiben – der eigentliche Fokus liegt daher nur auf einer Frage: Wird das Dot Plot-Chart abgemildert oder sogar schrittweise abgeschafft?
Der von Walsh präferierte getrimmte Mittelwert der PCE-Inflation liegt aktuell nur bei etwa 2,3%, was ihm ausreichend Spielraum für flexible Politik lässt: Nach der Entwarnung bei der Inflation gibt es weder einen Zwang zur schnellen Zinserhöhung noch zur Eile bei Zinssenkungen.
Zusammen mit dem US-Iran-Deal sind die schlimmsten makroökonomischen Unsicherheiten praktisch eingepreist. Solange Walsh bei seinem FOMC-Debüt kein aggressiv restriktives Signal setzt, könnte nach „Ende aller schlechten Nachrichten“ die Risikoaversion abnehmen und Risk-On zurückkehren.
II. Profiteure unter verschiedenen Szenarien
Wahrscheinliches Szenario: Walsh „redet wie ein Falke, handelt wie eine Taube“
Er betont entschlossen seinen Kampf gegen die Inflation, agiert selbst aber moderat; keine aggressive Bilanzreduzierung; der Fokus auf das Dot-Plot-Chart nimmt schrittweise ab.
Profiteure:
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Finanzsektor: JPM, GS, BAC
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Energieverbrauchssektor (Downstream): DAL, UAL, UPS, FDX (Luftfahrt- und Logistik-Leader, die direkt von fallenden Ölpreisen profitieren)
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Wachstumsaktien allgemein:
IWF, VUG
Unwahrscheinlicher „Schwarzer Schwan“: Dot Plot abgeschafft oder Bilanzabbau über Erwartungen hinaus
Kurzfristige Volatilität, Defensivwerte dominieren:
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Staatsanleihen
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Defensivkonsumgüter
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Versorger
Unabhängig vom Szenario ist das US-Iran-Abkommen an sich ein positiver Impuls für globale Risikoanlagen.
Rohöl-Upstream könnte unter Druck korrigieren, während Downstream und Dienstleistungen profitieren. Die übermäßige Überfüllung bei Technologiewerten nach der Korrektur nimmt ab und gibt Raum für eine Erholung.
III. Empfehlungen für die Umsetzung in der Praxis
In Zeiten abnehmender Ungewissheit flexibel bleiben und je nach Strategie agieren:
Optimistisch auf Erholung: Errichte einen Bull Call Spread – Kaufe eine Call-Option am Geld und verkaufe gleichzeitig eine Call-Option mit höherem Strike, so senkst du die Positionskosten und konzentrierst dich auf das directional Payout.
Günstiger Einstieg bei Wunschwerten: Cash-Secured Put – Verkaufe eine durch Kasse gedeckte Put-Option ca. 5-10% unter dem aktuellen Kurs des Wunschwerts mit 1-2 Monaten Laufzeit, erhalte Prämien und bereite gleichzeitig einen günstigen Einstieg vor.
Bereits hohe Bestandspositionen: Kurzlaufende Put-Option out-of-the-money als Absicherung kaufen – zum Schutz vor kurzfristigen, unvorhergesehenen Verlusten, während im ruhigen Markt nur eine kleine Prämie als Verlust anfällt.
Im Positionsmanagement gilt es, Überkonzentration zu vermeiden. Eine breit diversifizierte Allokation in Wachstums-, zyklischen und einige defensive Titel wird empfohlen. Nach dem FOMC sollten die Signale des Dot Plots und Indikatoren für Überfüllung genau beobachtet und Übertreibungen beim Einstieg vermieden werden. Das Optionsvolumen sollte in vernünftigem Rahmen bleiben, mit striktem Risikomanagement und orientiert an Einzelaktien-Trends.
Zusammenfassung
Die Kernvariablen dieses FOMC sind zwei Aspekte: Die politischen Signale des Walsh-Debüts und der dämpfende Effekt des US-Iran-Abkommens auf Inflationserwartungen. Die schlimmsten Zeiten dürften vorbei sein.
Solange keine extrem restriktiven Signale gesendet werden, öffnet sich bald das Fenster für die Risk-On-Rally. Im Fokus stehen AI-Wachstums- und zyklische Werte, flankiert von einem durchdachten Optionsmanagement zur Bewältigung der Volatilität.
Der Markt wechselt von „Policy Dependence“ zu „autonomer Preisfindung“. Investoren, die die Logik verstehen und diszipliniertes Risikomanagement betreiben, werden die ersten Profiteure dieser Erholungswelle sein.