Nicht nur CPU! Citigroup stuft AMD auf "Kaufen" hoch und ruft den offiziellen Aufstieg der GPU als zweites Wachstumspolster aus
Nach Informationen von Zhitong Finance hat AMD (AMD.US), ein Chip-Gigant, dank der starken Marktnachfrage nach CPU im laufenden Jahr eine beeindruckende Kursentwicklung vorzuweisen. Aus Sicht der Analysten von Citigroup sollten Anleger jedoch das Potenzial des Unternehmens im GPU-Bereich nicht übersehen.
In einem kürzlich veröffentlichten Bericht hat die Bank das Rating für AMD von „Neutral“ auf „Kaufen“ angehoben und das Kursziel deutlich von 460 auf 575 US-Dollar erhöht.
Seit Jahresbeginn ist der AMD-Aktienkurs bereits um mehr als das Doppelte gestiegen, was vor allem auf die steigende Nachfrage nach für Künstliche Intelligenz (AI) optimierten CPUs zurückzuführen ist. Doch Citigroup-Analyst Atif Malik ist insbesondere bezüglich der GPU-Verkäufe von AMD optimistisch gestimmt – vor allem da das Unternehmen im direkten Wettbewerb mit Branchengigant Nvidia (NVDA.US) steht.
Malik äußerte im Bericht offen, dass es derzeit Fehlurteile hinsichtlich der Bewertungslogik von AMD am Markt gebe. Die meisten Investoren sehen AMD nach wie vor als reines CPU-Unternehmen an, und der aktuelle Kurs spiegele nur rund 60% Wahrscheinlichkeit wider, dass AMD im Jahr 2028 mehr als 50 Milliarden US-Dollar GPU-Umsatz erzielt. Aus seiner Sicht unterschätzt dies die bevorstehende Welle von AMD im GPU-Markt erheblich.
Meta Milliardenschwerer Großauftrag: Individuelle Chips läuten substanzielles Volumen ein
Der wichtigste Katalysator für die starke Hochstufung durch Citigroup stammt aus dem strategischen Kooperationsvertrag zwischen AMD und dem Social-Media-Giganten Meta Platforms (META.US). Laut veröffentlichter Informationen haben beide Parteien eine mehrjährige Liefervereinbarung für Rechenleistung aus 6 Gigawatt AI-Rechenzentrum-GPUs abgeschlossen, die mit 160 Millionen Aktien-Optionsscheinen gekoppelt ist. Die Auslieferung der ersten 1 Gigawatt soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen und sich bis 2027 erstrecken.
Citigroup schätzt, dass pro ausgelieferter Gigawatt für AMD etwa 15 Milliarden US-Dollar Umsatz anfallen. Das bedeutet, dass allein der Kunde Meta in diesem Rahmen für AMD ein potenzielles Umsatzvolumen von knapp 90 Milliarden US-Dollar schaffen könnte. Malik geht davon aus, dass AMD mithilfe des gemeinsam mit Meta entwickelten angepassten MI450-Chips, der mit geringeren Gesamtbetriebskosten punktet, „den größten Anteil“ an künftigen GPU-Beschaffungen von Meta gewinnen dürfte.
„Wir gehen nun davon aus, dass AMD zu einer wirklich verlässlichen zweiten Option im GPU-Markt wird und voraussichtlich bei Meta den Großteil des Marktanteils gewinnen kann“, schreibt Malik.
Basierend auf dieser Kooperation und weiteren Markterweiterungsprognosen hat Citigroup seine Finanzprognosen für AMDs AI-Geschäft deutlich erhöht und rechnet 2027 mit 33 Milliarden US-Dollar Umsatz (137 % Wachstum im Vergleich zum Vorjahr) sowie 2028 mit 50,8 Milliarden US-Dollar (54 % Wachstum).
CPU-Flanke behält starke Schlagkraft
Beachtenswert ist, dass die Analysten nicht lediglich AMDs Fokus auf den GPU-Bereich positiv sehen – auch das CPU-Geschäft bleibt an der Wall Street sehr beliebt.
Nach der Computex in Taipeh hat Malik seine Prognose für das gesamte Potenzial des CPU-Marktes (TAM) im Jahr 2030 von 132 Milliarden auf 137 Milliarden US-Dollar erhöht. Er ist weiterhin der Überzeugung, dass AMD „als Hauptprofiteur einer Renaissance der CPU-Technologie“ hervortritt – Vorteile seien etwa die führende Performance, eine steigende Anzahl an Kernen, die x86-Befehlssatzarchitektur, eine breitere SKU-Produktlinie sowie umfassende Fähigkeiten bei Multi- und Single-Thread-Workloads.
Im Vergleich der kommenden Venice-CPUs von AMD mit den Produkten des Konkurrenten Nvidia (Vera) und Intel (Diamond Rapids) sieht Malik AMD klar im Vorteil. Er erwartet, dass die Venice-Serie etwa 8 bis 256 Kerne umfassen und „verschiedene Workloads“ unterstützen wird, dabei die Performance-Führerschaft behält und die vielfältigen Rechenanforderungen erfüllt.
Bereits einen Tag vor der Hochstufung durch Citigroup hatte die Bank of America das Kursziel für AMD von 500 auf 560 US-Dollar erhöht und die Aktie als Top-Pick im CPU-Bereich eingestuft. Analyst Vivek Arya der Bank of America hob die Prognose für den Server-CPU-TAM für 2030 signifikant von zuvor 125 Milliarden auf 170 Milliarden US-Dollar an und sieht generative AI als starken Nachfragetreiber für diesen Sektor.
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