Die erwartete Friedensvereinbarung zwischen den USA und Iran hebt die Marktstimmung, Silberpreis erholt sich leicht.
In jüngster Zeit sind die Erwartungen an eine langfristige Friedensvereinbarung zwischen den USA und dem Iran gestiegen. US-Präsident Trump äußerte in sozialen Medien, dass der Iran dringend eine Einigung anstrebe, betonte jedoch weiterhin die Option militärischer Maßnahmen. Am vergangenen Wochenende sagte Trump in einem Interview, dass bestimmte Klauseln der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran angepasst wurden, darunter die Vernichtung der iranischen Nuklearwaffenbestände und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
Gleichzeitig bleibt die Lage im Nahen Osten weiterhin angespannt. Zwischen Israel und Libanon kam es kürzlich erneut zu militärischen Auseinandersetzungen, was die internationalen Ölpreise von ihrem jüngsten Tiefpunkt nach oben trieb. Der Anstieg der Energiepreise hat erneut Bedenken hinsichtlich des globalen Inflationsdrucks ausgelöst. Investoren beginnen, den zukünftigen Kurs der wichtigsten Zentralbanken, insbesondere der Federal Reserve, neu zu bewerten.
Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass sich Silber und Ölpreise in der aktuellen Marktlage oft invers zueinander verhalten. Steigende Ölpreise bedeuten höhere Energiekosten und könnten die Inflation erneut anfachen, was die Federal Reserve zu einer längeren Beibehaltung hoher Zinsen zwingen könnte.
Im weiteren Verlauf richtet sich der Fokus der Märkte auf den am Freitag erwarteten US-Arbeitsmarktbericht für Mai. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat direkten Einfluss auf die Einschätzung der weiteren geldpolitischen Schritte der Federal Reserve. Ein deutlich über den Erwartungen liegender Beschäftigtenzuwachs könnte die Erwartung an länger hohe Zinsen festigen und somit Druck auf Silber ausüben; umgekehrt dürfte eine Verlangsamung der Beschäftigungsentwicklung die Edelmetallmärkte wieder stützen. Darüber hinaus werden auch der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der USA und die neuesten Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin das Risikoappetitverhalten und die Kapitalströme beeinflussen.
Insgesamt befindet sich Silber weiterhin in einer Phase der Konsolidierung. Die kurzfristige Marktrichtung wird vor allem durch US-Konjunkturdaten, Erwartungen an die Politik der Federal Reserve sowie Veränderungen in der Lage im Nahen Osten bestimmt werden.
Redaktionelles Fazit
Der Silbermarkt wird derzeit von drei Faktoren bestimmt: geopolitischen Erwartungen, Schwankungen bei den Energiepreisen sowie dem geldpolitischen Ausblick der Federal Reserve. Verbesserte Erwartungen an eine Friedenseinigung zwischen den USA und dem Iran haben für eine optimistischere Risikostimmung gesorgt und Silber zeitweise gestützt, doch die durch höhere Ölpreise ausgelösten Inflationssorgen bremsen die Hoffnungen auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik. Im Kern basiert die kurzfristige Aufwärtsdynamik von Silber auf der Verbesserung der Risikoaversion, während der Hauptdruck aus der Erwartung an möglicherweise länger anhaltende hohe Zinsen durch die Federal Reserve stammt. In der kommenden Woche werden die Arbeitsmarktdaten der USA, Veränderungen in den Zinserwartungen sowie der Stand der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu Schlüsselfaktoren für die weitere Kursentwicklung. Bis zur Veröffentlichung wichtiger Daten dürfte sich Silber weiter in einer Seitwärtsbewegung aufhalten.
Verantwortlicher Redakteur: Zhu Henan
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