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Fed-Vorsitzenderwechsel = starker Rückgang der US-Aktienmärkte?

Fed-Vorsitzenderwechsel = starker Rückgang der US-Aktienmärkte?

坦途宏观坦途宏观2026/05/10 06:27
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Von:坦途宏观
Mehrere Kunden haben gefragt, wie man das in den letzten Tagen stark kursierende Diagramm zum „Aktienrückgang nach dem Amtsantritt eines neuen Fed-Vorsitzenden“ einschätzen soll. Hierzu diskutieren wir das kurz.
Abbildung 1: Führungswechsel bei der US-Notenbank = starker Einbruch am US-Aktienmarkt
Fed-Vorsitzenderwechsel = starker Rückgang der US-Aktienmärkte? image 0

1. Ich weiß nicht, ob sich der hier bezeichnete maximale Drawdown der 6 Monate auf Folgendes bezieht:
A) Das niedrigste Niveau innerhalb von 6 Monaten nach Amtsantritt abzüglich des S&P 500-Punktestandes zum Zeitpunkt des Amtsantritts, oder
B) Das niedrigste Niveau der 6 Monate abzüglich des höchsten Niveaus innerhalb dieser 6 Monate.
Aber unabhängig davon sind die in dieser Grafik dargestellten Zahlen falsch.

2. Nehmen wir Powell als Beispiel. Er wurde am 5. Februar 2018 vereidigt, während der Flash-Crash Anfang 2018 bereits am 26. Januar stattfand. Nach Algorithmus A beträgt der maximale Drawdown innerhalb von 6 Monaten nach Powells Amtsantritt 2,56 %, nach Algorithmus B beträgt der maximale Drawdown 9,45 %. Beides ist deutlich niedriger als in der Grafik dargestellt.

3. Zweitens: Unabhängig davon, welche Berechnungsmethode man verwendet, gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen dem maximalen Drawdown innerhalb der ersten 6 Monate nach dem Amtsantritt eines Fed-Vorsitzenden und dem maximalen Drawdown des S&P 500 in einem beliebigen 6-Monats-Zeitraum seiner Geschichte.

4. Nach Definition A des Drawdowns:

1) Die maximalen Drawdowns für die ersten 6 Monate nach Amtsantritt der letzten 7 Vorsitzenden:
Burns (01.02.1970): 19,20%
Miller (08.03.1978): 0,00%
Volcker (06.08.1979): 4,25%
Greenspan (11.08.1987): 32,82%
Bernanke (01.02.2006): 4,58%
Yellen (03.02.2014): 0,00%
Powell (05.02.2018): 2,56%
Median: 4,25%

2) Die Verteilung des maximalen Drawdowns des S&P 500 in beliebigen 6-Monats-Zeiträumen:
10. Perzentil: 0,09%
25. Perzentil: 1,44%
75. Perzentil: 8,98%
90. Perzentil: 16,24%
Median: 4,12%

Die beiden Mediane sind nahezu identisch. Beim Test auf Gleichheit der Mittelwerte ergibt der t-Test: p=0,2870, der Wilcoxon-Test: p=0,3438, es besteht kein signifikanter Unterschied.

5. Nach Definition B des Drawdowns

1) Die maximalen Drawdowns innerhalb von 6 Monaten nach Amtsantritt der letzten 7 Vorsitzenden:
Burns (01.02.1970): 23,21%
Miller (08.03.1978): 17,12%
Volcker (06.08.1979): 13,31%
Greenspan (11.08.1987): 33,51%
Bernanke (01.02.2006): 7,70%
Yellen (03.02.2014): 12,38%
Powell (05.02.2018): 9,45%
Median: 13,31%

2) Verteilung des maximalen Drawdowns des S&P 500 in beliebigen 6-Monats-Zeiträumen in der Historie:
10. Perzentil: 7,80%
25. Perzentil: 9,97%
75. Perzentil: 17,74%
90. Perzentil: 22,12%
Median: 12,99%
Die Mediane beider Gruppen sind erneut fast identisch, und auch hier zeigen die Gleichheitstests der Mittelwerte mit p=0,5516 und p=0,8854 keinen signifikanten Unterschied.

6. Zusammengefasst: Nach historischen Mustern ist es so gut wie sicher, dass es an den US-Aktienmärkten in jedem beliebigen 6-Monats-Zeitraum zu einem signifikanten Drawdown kommt – das ist ein historischer Normalzustand, und das wird auch in den nächsten 6 Monaten nicht anders sein. Es lässt sich sogar vermuten, dass angesichts der aktuell historisch hohen Bewertungen am US-Aktienmarkt der kommende Drawdown möglicherweise sogar noch deutlicher ausfallen könnte als der historische Median.
7. Zum Beispiel liegt das KGV (CAPE, inflationsbereinigtes durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis nach Case-Shiller) des S&P 500 derzeit bei 39,58 und damit im oberen Bereich von über 95 % historisch. Rückblickend auf 100 Jahre Backtesting gilt: Wenn das CAPE auf einem Niveau zwischen dem 80. und 100. Perzentil liegt, ist die Medianrendite des S&P 500 in den folgenden 60 Monaten (annualisiert +4,32 %) deutlich niedriger, mit einem maximalen Drawdown (-19,40 %), der deutlich höher ausfällt. Die Unterschiede sind aber im kurz- bis mittelfristigen Zeitraum (3-24 Monate) nicht ausgeprägt.
Abbildung 2: CAPE
Fed-Vorsitzenderwechsel = starker Rückgang der US-Aktienmärkte? image 1




Tabelle 1: CAPE-Perzentile mit zukünftigen Renditen / maximaler Drawdown
Fed-Vorsitzenderwechsel = starker Rückgang der US-Aktienmärkte? image 2



8. Mit anderen Worten: Der Amtsantritt von Kevin Warsh – sollte er überraschend „hawkish“ agieren – könnte zwar der Auslöser für eine (deutliche) Korrektur an den US-Aktienmärkten sein, aber das heißt nicht, dass ein Führungswechsel per se irgendeine Bedeutung für Assetklassen hat. Diese Grafik – die Daten wie auch die Logik – ist KI-generierter Müll (PS: Oh, dieser Satz selbst wirkt sich anscheinend auch negativ auf KI-Bewertungen aus).

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