Ethereum-Verzögerungen vor einem möglichen neuen Zyklus
Ethereum durchläuft derzeit eine Flaute. Nach einem Einbruch von mehr als 31 % innerhalb eines Monats scheint die weltweit zweitgrößte Kryptowährung zum Stillstand verdammt zu sein. Und laut einem führenden Analysten könnte diese Pause anhalten.
Kurz zusammengefasst
- Laut Pav Hundal, Analyst bei Swyftx, sollte ETH in den kommenden Wochen stabil bleiben, da neue Impulse fehlen.
- Die massive Liquidation in Höhe von 19 Milliarden US-Dollar im Oktober hat das Vertrauen der Anleger schwer beschädigt.
- Das ETH/BTC-Verhältnis stieg über sieben Tage um 3,58 %, ein Signal, das genau beobachtet werden sollte.
Ein Ether unter Druck, aber Risiken bereits verarbeitet
Pav Hundal, leitender Analyst bei Swyftx, stellte letzten Donnerstag als Erster diese Diagnose in einer Stellungnahme gegenüber Cointelegraph. Seiner Meinung nach hat Ether den Großteil der kurzfristigen makroökonomischen und branchenspezifischen Unsicherheiten bereits eingepreist.
„Es würde mich überhaupt nicht überraschen, wenn ETH in den nächsten Wochen ziemlich ruhig bleibt“, stellt er unverblümt fest.
Die geopolitischen Spannungen rund um Iran sowie die gesetzlichen Fortschritte im Zusammenhang mit dem amerikanischen CLARITY-Gesetz spiegeln sich nun im Kurs wider. Anders gesagt: Der Markt hat diese Nachrichten bereits verarbeitet. Ohne neue Impulse ist eine deutliche Aufwärtsbewegung schwer vorstellbar.
Schwerer wiegt jedoch das Trauma, das die Liquidationswelle im Oktober hinterlassen hat. Innerhalb weniger Wochen verließen 19 Milliarden US-Dollar den Markt. Ein brutaler Schock, der das Anlegervertrauen auf ein Niveau sinken ließ, das mit der Krise von 2022 vergleichbar ist.
ETH verzeichnet heute einen Rückgang von 56,8 % verglichen mit seinem Hoch im Oktober, damals etwa 4.687 US-Dollar.
Verbraucherstimmung, das wirklich vergessene Thema
Pav Hundal weist auf einen blinden Fleck hin, der in Marktanalysen oft übersehen wird: die Verbraucherstimmung. „Für mich ist das das zentrale Thema, über das eigentlich niemand wirklich spricht“, betont er.
Zu viele Anleger fragen sich nach der nächsten Liquiditätsquelle, ohne auf den psychologischen Zustand des Retail-Marktes zu achten.
Der Crypto Fear & Greed Index bestätigt diese Unsicherheit. Am Freitag zeigte er einen Wert von 13, ein Niveau „extremer Angst“, was darauf hindeutet, dass Privatanleger sich zurückhalten.
Institutionen hingegen teilen diese Zurückhaltung nicht. BitMine Immersion Technologies, das größte Unternehmen mit ETH-Reserven, hat kürzlich weitere 45.759 ETH erworben und hält nun insgesamt 4,37 Millionen ETH, etwa 3,62 % des umlaufenden Angebots. Ein starkes Signal für strategische Akkumulation – entgegen der allgemeinen Stimmung.
Mittelfristig erwartet Hundal ein Szenario, das „selbst die erfahrensten Anleger auf die Probe stellen wird“. Er beobachtet jedoch das ETH/BTC-Verhältnis genau, das sich in sieben Tagen um 3,58 % verbessert hat: Sollte ETH beginnen, bitcoin zu übertreffen, „könnte es potenziell explosiv werden“, warnt er.
Im Hintergrund bereitet Ethereum still und leise das Glamsterdam-Update für das erste Halbjahr 2026 vor, das bedeutende Verbesserungen bei Skalierbarkeit und Nutzererlebnis verspricht – ein potenzieller Auslöser, den es mittelfristig zu beobachten gilt.
Ether spielt auf Zeit. Die technischen Grundlagen verbessern sich, Institutionen akkumulieren und unmittelbare Risiken scheinen verarbeitet zu sein. Ohne klaren Auslöser dürfte sich die Konsolidierung jedoch hinziehen. Geduld und Wachsamkeit bleiben das Gebot der Stunde.
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