Vierundeinhalb Jahre optimistischster Ausblick! Das Vertrauen deutscher Exporteure erholt sich deutlich: Die Nachfrage aus der EU ist der Schlüsselantrieb, aber schwache Exporte nach China und die anhaltenden Schatten der Automobilkrise bleiben bestehen.
Das Vertrauen deutscher Exporteure ist im August auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren gestiegen, was vor allem auf den Optimismus hinsichtlich der Geschäftsaussichten bei EU-Partnern zurückzuführen ist. Diese Daten liefern einen weiteren Beleg für die Erholung der größten Volkswirtschaft Europas.
Laut der APP von Golden Ten Data stieg das Vertrauen deutscher Exporteure im August auf den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren, hauptsächlich getrieben durch die optimistische Einschätzung der Geschäftsaussichten innerhalb der EU-Partner. Diese Daten liefern einen weiteren Beleg für die Erholung der größten Volkswirtschaft Europas.
Die neueste Umfrage des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, zeigt, dass der Exporterwartungsindex im August von -2,8 Punkten im Juli auf 9,6 Punkte stark gestiegen ist. Das ist der höchste Wert seit Februar 2022 und zugleich der größte monatliche Anstieg seit über sechs Jahren.
Ifo-Ökonom Klaus Wohlrabe erklärte: „Die Exportbranche gewinnt deutlich an Schwung. Die Exporte in die EU sind besonders stark, während die Exporte nach China weiterhin schwach bleiben.“ Laut der Umfrage sind Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, Elektrogeräten und Automobilen die Haupttreiber der verbesserten Stimmung, obwohl die Automobilbranche weiterhin mit der schwersten Krise seit Jahrzehnten konfrontiert ist.

Die am Dienstag veröffentlichten offiziellen Zahlen bestätigen ebenfalls die Erholung des Exportgeschäfts. Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass das deutsche Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal stärker ausfiel als zunächst erwartet. Die Exporte stiegen im Quartalsvergleich um 2,0 % – ein wichtiger Grund für die überraschend starke wirtschaftliche Entwicklung. Dies deutet darauf hin, dass das Land nach jahrelangem Stillstand endlich wieder Schwung gewinnt. Darüber hinaus legte der Ifo-Gesamtindex für Unternehmensprognosen im August stärker zu als von Analysten im Durchschnitt erwartet.
Nach Branchen betrachtet zeigen Hersteller von Elektrogeräten, Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Produkten besonders große Zuversicht hinsichtlich ihrer Exportaussichten, was den beschleunigten Digitalisierungsprozess und hohe Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz (AI) widerspiegelt. Auch die Exporterwartungen in der Automobilindustrie und bei Metallwarenherstellern haben sich deutlich verbessert. Im Gegensatz dazu erwarten die Papierindustrie sowie Unternehmen der Metallproduktion und -verarbeitung einen Rückgang der Exporte.

Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), erklärte, dass die Rückkehr des Vertrauens sowie der Anstieg der Aufträge nach Jahren wirtschaftlicher Schwäche für manche Branchen ermutigend seien. Der BGA erwartet derzeit, dass die deutschen Exporte im Jahr 2026 um 0,6 % gegenüber dem Vorjahr steigen werden.
Jandura betonte jedoch, dass es noch zu früh sei, einen Wendepunkt für die größte Volkswirtschaft Europas auszurufen. Es bleibe abzuwarten, ob die Verbesserungen in nachhaltiges Wachstum bei privaten Investitionen und Exportdynamik umgewandelt werden können. Er erklärte, dass einige der guten Zahlen auf Großaufträge und staatlich geförderte Investitionen zurückzuführen seien; zukunftsorientierte Bereiche wie Digitalisierung und AI bieten zusätzliche Wachstumsimpulse.
Unterdessen sind die deutschen Autoexporte nach China in den letzten Monaten deutlich zurückgegangen. VWAGY.US, BMW und MBGYY.US haben auf dem größten Automarkt der Welt schwache Ergebnisse erzielt und ihre Prognosen nach unten korrigiert. Die großen Automobilhersteller bemühen sich derzeit, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern, wobei Volkswagen besonders stark betroffen ist und aktuell mit Arbeitnehmervertretern über Themen wie Entlassungen und Werkschließungen verhandelt.
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