Goldman Sachs entschlüsselt AI-Bestände im Wert von 9,3 Billionen US-Dollar: Hedgefonds und Publikumsfonds verfolgen ähnliche Wege, aber mit unterschiedlichen Ansätzen – extreme Aufspaltung zwischen Halbleiter- und Softwareunternehmen
Laut einer Umfrage von Goldman Sachs gibt es im zweiten Quartal Unterschiede zwischen Hedgefonds und Investmentfonds beim Handel mit künstlicher Intelligenz.
Wie die APP von Smart Finance berichtet, hat der neueste Positionsanalysebericht von Goldman Sachs ein deutliches Signal der Divergenz aufgezeigt: Hedgefonds und Investmentfonds verstärken zwar beide ihre Engagements im KI-Sektor, gehen aber bei der Auswahl der Einzelaktien zunehmend in unterschiedliche Richtungen. Bis Anfang des dritten Quartals 2026 zeigt Goldman Sachs' Analyse der Positionen von 991 Hedgefonds (mit einem Gesamtaktienbestand von etwa 5,4 Billionen US-Dollar) und 504 großen aktiv verwalteten Investmentfonds (Gesamtaktienvermögen von etwa 4,6 Billionen US-Dollar), dass Hedgefonds insgesamt deutlich stärker im KI-Handel engagiert sind als Investmentfonds, jedoch im Bereich der großen Technologiewerte und Halbleiteraktien gegensätzliche Wege gehen.
Gesamtlage: Hedgefonds “All in AI”, Investmentfonds bleiben deutlich untergewichtet
Die quartalsweise veröffentlichten Berichte “Hedgefonds-Trendmonitor” und “Investmentfonds-Grundlagenbericht” von Goldman Sachs zeigen, dass bis Anfang des dritten Quartals 2026 insgesamt 991 Hedgefonds (mit einem Gesamtaktienbestand von 5,4 Billionen US-Dollar) und 504 große aktiv verwaltete Investmentfonds (mit Aktienvermögen von 4,6 Billionen US-Dollar) analysiert wurden, was einem Gesamtvolumen von etwa 9,3 Billionen US-Dollar entspricht.
Insgesamt sind Hedgefonds im KI-Handel weiterhin deutlich stärker engagiert als Investmentfonds, jedoch haben beide Institutionstypen im zweiten Quartal 2026 ihre Positionen in KI-Aktien signifikant angepasst.
Die Portfolios der Hedgefonds sind weiterhin eng mit KI-Handel verbunden. In den vergangenen Monaten korrespondierten die Renditen der Hedgefonds sehr stark mit der Performance ihrer Schwergewichte und mit den Schwankungen des KI-Handels. Investmentfonds haben zwar ihre Bestände an KI-Infrastruktur-Aktien erhöht, das Wachstum reicht jedoch nicht aus, um mit der Gewichtung des Benchmark-Index Schritt zu halten, sodass weiterhin eine deutliche Untergewichtung im KI-Segment besteht. Diese Divergenz zeigt sich besonders deutlich bei den großen Technologiewerten. Die Renditen der Hedgefonds sind in den vergangenen Monaten eng mit der Performance ihrer Schwergewichte sowie mit der Volatilität des KI-Handels verbunden.
Große Technologiewerte: die vier Giganten gehen getrennte Wege
Im zweiten Quartal kauften Hedgefonds Microsoft (MSFT.US) und Amazon (AMZN.US), während Investmentfonds ihre Positionen in diesen beiden Aktien reduzierten. Microsoft und Amazon sind die einzigen beiden KI-Technologiewerte im zweiten Quartal, bei denen Hedgefonds einen Positionsaufbau verzeichneten.
Gleichzeitig haben Hedgefonds andere große KI-Unternehmen abgebaut, darunter Alphabet (GOOGL.US), Meta Platforms (META.US), Nvidia (NVDA.US), Broadcom (AVGO.US), Lam Research (LRCX.US), Marvell Technology (MRVL.US), Cisco Systems (CSCO.US), Hewlett Packard Enterprise (HPE.US) und Applied Materials (AMAT.US).

Im zweiten Quartal haben Hedgefonds ihre Positionen bei Lam Research, Applied Materials und ASML (ASML.US) erhöht, während Investmentfonds ihr Risiko bei Intel (INTC.US) und SiTime (SITM.US) verstärkt haben.
Halbleiter und Speicher: Investmentfonds “greifen zu”, Hedgefonds “ziehen sich zurück”
Im Handel mit Halbleitern und Speicherwerten zeigen beide Institutionen ebenfalls gegensätzliche Bewegungen. Investmentfonds kauften die Aktien von AMD (AMD.US), Micron Technology (MU.US) und SanDisk (SNDK.US), während Hedgefonds diese drei Werte im gleichen Zeitraum verkauften. Diese Divergenz ist besonders bemerkenswert – AMD, Micron und SanDisk waren im zweiten Quartal besonders volatil im Zuge der KI-Hardware-Korrektur, sodass Investmentfonds in die Schwäche hinein aufstockten und Hedgefonds Gewinne mitnahmen oder ihr Risiko reduzierten.
Bemerkenswert ist der Hinweis von Goldman Sachs, dass Nvidia (NVDA.US) unter allen verfolgten KI-Aktien die stärkste Untergewichtung bei Investmentfonds aufweist – im Durchschnitt etwa 100 Basispunkte. Bei AMD beträgt die Untergewichtung etwa 60 Basispunkte.
Größter Konsens: KI-Infrastruktur als “gemeinsame Front”
Trotz erheblicher Meinungsverschiedenheiten bei Einzelaktien haben beide Institutionstypen im Bereich KI-Infrastruktur breite Übereinstimmung gefunden.
Goldman Sachs identifizierte 12 KI-Infrastruktur-Aktien, die im zweiten Quartal sowohl von Hedgefonds als auch Investmentfonds gleichzeitig aufgestockt wurden: American Electric Power Company (AEP.US), AXT (AXTI.US), Bloom Energy (BE.US), CoreWeave (CRWV.US), Flex (FLEX.US), Lion Electric (LGN.US), NiSource (NI.US), Sanmina (SANM.US), SiTime, Seagate Technology (STX.US), Talen Energy (TLN.US) und Xcel Energy (XEL.US).
Beide Gruppen kauften zudem Bloom Energy, Flex und Seagate Technology – dies sind die deutlichsten Überschneidungen im KI-Bereich. Bloom Energy und Flex bieten Strom- und Fertigungsinfrastruktur für KI-Datenzentren, Seagate Technology profitiert unmittelbar vom explodierenden Bedarf an KI-Speicherlösungen.
Auch wenn Investmentfonds das Gewicht von KI-Infrastruktur-Aktien in diesem Jahr deutlich erhöht haben, reicht die Steigerung nicht aus, um mit der Zunahme des Benchmark-Index mithalten zu können – folglich bleibt das KI-Segment insgesamt deutlich untergewichtet. Nvidia ist das prominenteste Beispiel dieser Untergewichtung.
Kapitalabzug: Welche KI-Aktien werden von beiden Gruppen gleichzeitig abgestoßen?
Die beiden Investorengruppen haben zudem eine Reihe von KI-bezogenen Aktien gemeinsam abgebaut, darunter Viavi Solutions (VIAV.US), Digital Realty Trust (DLR.US), Argan (AGX.US), MasTec (MTZ.US), Corning (GLW.US) und EQT (EQT.US). Comfort Systems USA (FIX.US) ist hingegen ein typisches Beispiel für eine Aktie, die von Investmentfonds gekauft und bei Hedgefonds reduziert wurde.
“Gemeinsame Front” außerhalb von KI: Historische Übergewichtung im Finanzsektor
Abseits der KI-Bestände zeigt Goldman Sachs ein noch historisch bedeutenderes Signal: Sowohl Hedgefonds als auch Investmentfonds sind derzeit im Finanzsektor übergewichtet – dies ist laut der Historie von Goldman Sachs erst das dritte Mal.
Im zweiten Quartal steigerten Hedgefonds ihr Nettoübergewicht im Finanzsektor um mehr als 300 Basispunkte und erreichten damit den höchsten Wert seit der Zeit vor der globalen Finanzkrise; Investmentfonds sind ebenfalls mindestens auf dem höchsten Stand seit 2012. Beide Gruppen haben gemeinsam große Finanzwerte aufgestockt, darunter: Capital One Financial (COF), Corpay (CPAY), Fiserv (FI) und Interactive Brokers Group (IBKR).
Goldman Sachs hat zudem sechs “gemeinsame Favoriten” herausgefiltert, die sowohl in den Portfolios von Hedgefonds als auch von Investmentfonds populäre Positionen sind: Boeing (BA), Capital One Financial (COF), Mastercard (MA), SpaceX (SPCX), Thermo Fisher Scientific (TMO) und Visa (V). Diese “gemeinsamen Favoriten” haben seit Jahresbeginn eine kumulierte Rendite von 29% erzielt, was den Rücklauf von 16% der gleichgewichteten S&P-500-Indizes übertrifft.
Beide Institutionen sind zudem im Gesundheitssektor stark übergewichtet; im Verbrauchersektor bestehen jedoch Unterschiede: Hedgefonds übergewichten zyklischen Konsum und untergewichten Basiskonsum, während Investmentfonds exakt entgegengesetzt positioniert sind.
Fazit
Die Positionsanalyse von Goldman Sachs zeigt eine neue Marktordnung: Im Bereich KI-Handel bewegen sich Hedgefonds und Investmentfonds in dieselbe Richtung, aber mit unterschiedlichen Fahrzeugen – Investmentfonds positionieren sich aktiv in KI-Infrastruktur, während Hedgefonds bei großen Technologiewerten und Halbleitern Gewinne mitnehmen. Die Divergenz bei KI-Hardware-Korrekturen vertieft sich, jedoch wird im Finanzsektor ein seltener Konsens erzielt.
Mit dem nahenden Nvidia-Geschäftsbericht und der Jackson Hole-Konferenz bahnt sich auf dem von 9,3 Billionen US-Dollar gesteuerten KI-Positionsmarkt die nächste Phase des Markttrends an. Die Volatilität des KI-Handels ist eng mit den Renditen der Hedgefonds verbunden, während Investmentfonds weiterhin erheblich im KI-Segment untergewichtet sind – dies bedeutet, dass die nächste Station im KI-Handel, ob weitere Aufwärtsbewegung oder tiefe Korrektur, eine beispiellose Welle von Umschichtungen der Institutionen auslösen wird.
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Hartnett von Bank of America warnt: Wenn Bessent die langfristigen Zinssätze nicht kontrollieren kann, werden ein Einbruch des US-Dollars und der Ausverkauf von Vermögenswerten folgen.
Hartnett warnt: Wenn Bessent es nicht schafft, die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen unter 5% zu senken, wird der US-Dollar stark fallen. Der Markt wird dann auf das Shorten von Risikoanlagen, das Shorten von Hebel (KI-Extremcompute, privater Kredit) und das Shorten von zyklischen Anlagen (Finanzaktien) umschwenken. Hartnett ist gegenüber Gold und weniger bekannten langlaufenden Anlagen bullish und beschreibt die aktuelle politische Wette als “Erfolg ist erwartet, Scheitern unvorstellbar” – ein Ausdruck für die Extreme der laufenden Politik.

