Die US-Börsenaufsicht SEC hat einen neuen regulatorischen Rahmen für Kryptowerte vorgeschlagen. Dieser könnte Emittenten unter bestimmten Voraussetzungen Kapitalaufnahmen von bis zu 75 Millionen US-Dollar ermöglichen, ohne ihre Angebote nach dem US-Wertpapiergesetz registrieren zu müssen.
SEC schlägt „Regulierung von Krypto-Assets“ vor
Die SEC veröffentlichte am Dienstag mit der sogenannten „Regulierung von Krypto-Assets“ einen Vorschlag für bestimmte Anlageverträge im Zusammenhang mit Kryptowerten. Der Vorstoß knüpft an eine im März veröffentlichte Auslegung der Behörde zur Anwendung der US-Wertpapiergesetze auf Krypto-Assets und damit verbundene Transaktionen an.
Nach Angaben von SEC-Chef Paul Atkins soll die Regelung mehr Klarheit für die Kryptomärkte schaffen und Krypto-Unternehmern sowie Marktteilnehmern Wege eröffnen, im Rahmen der bestehenden US-Wertpapiergesetze Kapital aufzunehmen. Zugleich arbeitet der Kongress an einem dauerhaften regulatorischen Rahmen.
Paul Atkins
Zwei Ausnahmen für Emittenten
Kern des Vorschlags sind zwei Ausnahmen von den Registrierungspflichten des Wertpapiergesetzes von 1933. Die erste würde eine einmalige Ausnahme für Angebote von bis zu 5 Millionen Dollar innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren ermöglichen.
Die zweite Ausnahme würde Emittenten Angebote von bis zu 75 Millionen Dollar innerhalb eines beliebigen Zwölfmonatszeitraums erlauben. Emittenten, die eine der beiden Ausnahmen nutzen, müssten Anlegern nach bestimmten Grundsätzen erstellte beschreibende Informationen zur Verfügung stellen. Für die größere Ausnahme wären zusätzliche Anforderungen vorgesehen, darunter die Vorlage von Jahresabschlüssen und eine fortlaufende Berichterstattung.
Schutzbereich für die Wertpapiereinstufung
Neben den Kapitalaufnahme-Ausnahmen sieht der Vorschlag einen an Bedingungen geknüpften Schutzbereich für die Einstufung eines Krypto-Assets als Anlagevertrag vor. Wenn die festgelegten Bedingungen erfüllt sind, würde ein Krypto-Asset nach dem Wertpapiergesetz und dem Wertpapierhandelsgesetz von 1934 nicht als Gegenstand eines Anlagevertrags behandelt.
Zusätzlich schlägt die SEC vor, Registrierungs- und Zulassungsanforderungen der einzelnen US-Bundesstaaten für Wertpapierangebote unter den neuen Ausnahmen sowie für bestimmte Transaktionen am Sekundärmarkt außer Kraft zu setzen.
Ziel: Mehr Klarheit für Krypto-Angebote
Nach Angaben der Behörde soll der Rahmen klarer bestimmen, wann Krypto-Assets und damit verbundene Transaktionen unter die US-Wertpapiergesetze fallen. Die SEC erwartet zudem, dass der Vorschlag die Anreize für Emittenten verringern könnte, außerhalb der USA tätig zu werden. Anleger könnten unter einem einheitlicheren regulatorischen Rahmen Zugang zu Krypto-Angeboten erhalten.
The headquarters of the U.S. Securities and Exchange Commission in Washington, D.C.
Öffentliche Stellungnahmen folgen
Der Rahmen ist zunächst ein Vorschlag. Nach seiner Veröffentlichung im US-Bundesregister will die SEC 60 Tage lang öffentliche Stellungnahmen entgegennehmen.
Erst nach diesem Verfahren entscheidet sich, in welcher Form die vorgeschlagenen Ausnahmen, Offenlegungspflichten und Bedingungen für den Schutzbereich umgesetzt werden.
Zuletzt aktualisiert am 19. August 2026




