Mit dem bevorstehenden Börsengang stockt das „Arsenal“ auf! Anthropic plant angeblich, den Kreditrahmen auf über zehn Milliarden US-Dollar zu erweitern.
Das Kreditvolumen von über 10 Milliarden US-Dollar wäre mindestens das Vierfache des Kreditrahmens, den Anthropic im vergangenen Jahr erhalten hat. Berichten zufolge wetteifern mehrere Banken um die Beteiligung an dieser Finanzierung, um sich dadurch eine Rolle als Konsortialführer beim zukünftigen Börsengang von Anthropic zu sichern. Nach dem derzeitigen Angebot von Anthropic verpflichtet sich die am stärksten engagierte Bank, rund 1,25 Milliarden US-Dollar allein zu verleihen.
Neueste Nachrichten zeigen, dass Anthropic, der Rivale von OpenAI, sein finanzielles „Munitionlager“ vor dem Börsengang aufstockt.
Bloomberg berichtete am Dienstag, dem 18. US-Ostzeit, unter Berufung auf informierte Kreise, dass Anthropic plant, eine revolvierende Kreditlinie auf über 10 Milliarden US-Dollar auszuweiten, wobei das Volumen möglicherweise höher ist als das bisherige Ziel von etwa 10 Milliarden US-Dollar. Während Anthropic sich auf den mit Spannung erwarteten IPO vorbereitet, konkurrieren mehrere Banken darum, an dieser Finanzierung teilzunehmen, um sich für künftige Rollen als Underwriter beim Börsengang zu positionieren.
Die revolvierende Kreditlinie befindet sich derzeit noch in Verhandlungen, und Anthropic könnte am Ende das Volumen bei etwa 10 Milliarden US-Dollar belassen oder sogar darunter. Nach dem derzeitigen Vorschlag von Anthropic sollten die Banken, die am aktivsten teilnehmen, jeweils etwa 1,25 Milliarden US-Dollar zusagen; Banken der zweiten Reihe etwa 1 Milliarde US-Dollar und Banken mit geringeren Engagements 750 Millionen US-Dollar oder weniger.
Für Banken gilt: Je höher das zugesagte Kreditvolumen, desto höher in der Regel die erzielten Gebühren, und im Vorfeld großer Kapitalmarkttransaktionen entspricht die Rangliste im Syndikat häufig einer aktiveren Rolle bei künftigen IPO-Geschäften.
Wenn das Volumen am Ende tatsächlich über 10 Milliarden US-Dollar hinausgeht, wäre dies mindestens das Vierfache der 2,5 Milliarden US-Dollar revolvierenden Kreditlinie mit fünfjähriger Laufzeit, die Anthropic im letzten Jahr erhalten hat. Zu den Banken, die an der letztjährigen revolvierenden Kreditlinie beteiligt waren, gehören Morgan Stanley, Barclays, Citibank, Goldman Sachs, JPMorgan, Royal Bank of Canada und Mitsubishi UFJ Financial Group. Frühere Berichte erwähnten, dass Anthropic mit drei dieser Wall Street-Institute – Morgan Stanley, Goldman Sachs und JPMorgan – bei der Vorbereitung des Börsengangs zusammenarbeitet.
Börsengang rückt näher, Banken wetteifern um das „Ticket“
Die Ausweitung der revolvierenden Kreditlinie von Anthropic dient möglicherweise nicht nur der Bereitstellung einer Reserve-Liquidität.
Bloomberg weist darauf hin, dass die Banken aktiv um die Teilnahme an der erweiterten Kreditlinie bemüht sind – ein wichtiger Grund dafür sind die steigenden Erwartungen an den IPO von Anthropic. Für Investmentbanken bedeutet eine hohe Platzierung bei der Finanzierung vor dem Börsengang eine größere Chance, in Zukunft eine bedeutende Rolle im IPO-Underwriting zu übernehmen.
Dieses Modell ist nicht exklusiv für Anthropic.
Zum Beispiel hat SpaceX im Mai dieses Jahres seine revolvierende Kreditlinie von zuvor 1,5 Milliarden US-Dollar auf 5 Milliarden US-Dollar ausgeweitet, und kurz darauf einen rekordverdächtigen Börsengang initiiert. Bloomberg berichtet, dass die Banken, die SpaceX bei der Erweiterung der Kreditlinie begleiteten, im Großen und Ganzen dieselben waren wie bei seinem späteren IPO.
Für Anthropic bedeutet die deutliche Erhöhung der revolvierenden Kreditlinie, dass dies als Teil des allmählichen Übergangs zum öffentlichen Markt angesehen werden kann – sowie als Schritt, tiefere Finanzierungsbeziehungen mit Wall Street zu etablieren.
Wichtiger ist, dass Anthropic einem enormen Kapitalbedarf im Bereich KI-Infrastruktur gegenübersteht. Die revolvierende Kreditlinie bedeutet nicht unbedingt, dass direkt das gesamte Geld aufgenommen wird, aber sie bietet dem Unternehmen einen großen Pool an verfügbaren finanziellen Mitteln, um Rechenleistung, Auf- und Ausbau von Rechenzentren sowie andere Kapitalausgaben zu decken.
Datacenter-Projekt erhält weitere 15 Milliarden US-Dollar Finanzierung, KI „verbrennt Geld“ im Zeitalter der Infrastruktur
Anthropics jüngste Finanzierungsvorhaben stehen in engem Zusammenhang mit seinem schnell wachsenden Bedarf an Rechenzentren.
Ende Juli berichtete das „Wall Street Journal“, dass ein von Morgan Stanley geführtes Bankenkonsortium in fortgeschrittenen Verhandlungen über einen Kredit in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar für den Datacenter-Entwickler Nexus Data Centers steht, mit dem im US-Bundesstaat Texas ein großer Rechenzentrumskomplex und ein Erdgaskraftwerk mit einer Leistung von 1,6 Gigawatt erbaut werden sollen.
Nach dem Bericht umfasst die Finanzierung einen Brückenkredit in Höhe von 14 Milliarden US-Dollar und eine revolvierende Kreditlinie. Anthropic wird der Hauptmieter des Projekts, während Google plant, durch die Übernahme von Leasing- und Strombezugsverpflichtungen für Anthropic eine finanzielle Garantie in Milliardenhöhe bei der Bank abzugeben, um das Kreditrisiko zu senken. Google wird außerdem voraussichtlich rund 20% der Anteile am Datacenter- und Energieprojekt erhalten.
Das bedeutet, dass Anthropic heute nicht nur Geld für die Trainingskosten der KI-Modelle beschafft, sondern zunehmend Datenzentren, Strom und Chiplieferungen direkt absichert.
Laut „Wall Street Journal“ plant Anthropic, in den kommenden Jahren mindestens 10 Gigawatt Rechenzentrumskapazität bereitzustellen und hat bereits mehr als ein Dutzend Vorverträge mit US-Entwicklern unterzeichnet. Das Texas-Projekt ist Teil seines Wandels von der reinen Nutzung von Cloud-Computing-Ressourcen hin zum direkten Hauptmieter eines Rechenzentrumsprojekts.
Diese Finanzierungsstruktur spiegelt auch einen zunehmend offensichtlichen Trend in der KI-Branche wider: Die Infrastruktur-Ausgaben von KI-Unternehmen werden zunehmend durch die Bilanzen von Technologie-Giganten, Chip-Herstellern und Wall Street finanziert.
Umsatzwachstum liefert die Grundlage für enorme Finanzierungen
Ein entscheidender Faktor dafür, dass Anthropic vor dem Börsengang so umfangreiche Finanzierung erhalten kann, bleibt weiterhin das bemerkenswerte Umsatzwachstum.
Vergangene Woche veröffentlichte Zahlen zeigen, dass der Umsatz von Anthropic im zweiten Quartal über 11,5 Milliarden US-Dollar lag – beinahe 14-facher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig wurde zu Wochenbeginn berichtet, dass das Unternehmen Investoren mitteilte, im Juli eine annualisierte Umsatzrate von über 65 Milliarden US-Dollar erreicht zu haben.
Reuters zitierte informierte Kreise, laut denen die annualisierte Umsatzrate von Anthropic bis Ende Juli über 65 Milliarden US-Dollar betrug, gegenüber 47 Milliarden US-Dollar im Mai und Anfang 2025 noch etwa 9 Milliarden US-Dollar.
Zu beachten ist, dass die 65 Milliarden US-Dollar den annualisierten Umsatz darstellen und nicht den tatsächlich in den letzten zwölf Monaten erzielten Umsatz. Diese Kennzahl wird aus dem aktuellen Verkaufstempo hochgerechnet und gibt daher besser Aufschluss über das Wachstum des Geschäfts, kann aber nicht direkt mit den gesicherten Einnahmen des kommenden Jahres gleichgesetzt werden.
Trotzdem ist das Wachstum von Anthropic beeindruckend.
Als das Unternehmen im Mai die Finanzierung von 65 Milliarden US-Dollar bekanntgab, lag die annualisierte Umsatzrate bereits bei 47 Milliarden US-Dollar und mit einer nach der Investition bewerteten Marktkapitalisierung von 96,5 Milliarden US-Dollar war Anthropic eines der wertvollsten Start-ups weltweit.
Innerhalb weniger Monate ist die annualisierte Umsatzrate von 47 auf über 65 Milliarden US-Dollar gestiegen, was Anthropic vor dem IPO eine starke Einkommenswachstumskurve beschert.
Von „hoch bewerteten KI-Unternehmen“ zur „Wall Street-Finanzierungsmaschine“
Anthropic formt eine immer vollständigere Finanzierungskette:
Eine Seite ist das rasante Wachstum von Claude, Claude Code und anderen Produkten; die andere Seite ist der stetig wachsende Bedarf an Rechenleistung, Chips und Rechenzentren. Verbunden werden diese durch Bankdarlehen, Garantien von Technologiekonzernen und IPO-Finanzierungen als Finanzinstrumente.
Die geplante Ausweitung der revolvierenden Kreditlinie auf über 10 Milliarden US-Dollar zusammen mit der Finanzierung des 15-Milliarden-Dollar-Datacenter-Projekts zeigt, dass Anthropic sich von einem auf Eigenkapitalfinanzierung angewiesenen KI-Start-up zu einem Unternehmen wandelt, das in der Lage ist, umfangreiches Fremdkapital zu mobilisieren.
Dahinter steht auch die Wiederbelebung des IPO-Marktes.
Laut Bloomberg-Daten erreichte das weltweite IPO-Finanzierungsvolumen bisher in diesem Jahr 257 Milliarden US-Dollar – ohne SPAC und andere Finanzinstrumente ist dies der höchste Jahreswert seit 2021. Die potenziellen Börsengänge großer KI-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI sind die aufmerksamkeitsstärksten Teile dieses IPO-Booms.
Für Banken ist die Konkurrenz um die Kreditlinie von Anthropic weit mehr als ein bloßes Kreditgeschäft.
Wenn Anthropic letztlich an die Börse geht, wird die Platzierung bei der Vor-IPO-Finanzierung darüber entscheiden, wer bei künftigen Kapitalmarkttransaktionen im Wert von Milliarden und mehr die besten Positionen besetzt.
Für Wall Street bedeutet der KI-Boom eine Ausweitung von „Verkauf von Chips und Bau von Datenzentren“ hin zu „Finanzierung des enormen Kapitalbedarfs von KI-Unternehmen“ – und Anthropic wird zum repräsentativsten Beispiel dieses Trends.
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