Globaler Fondsmanager-Umfrage der Bank of America: Kontrollverlust am Anleihemarkt ist jetzt das zweitgrößte Tail-Risiko, nur noch übertroffen von der KI-Blase
Die globalen Aktienbestände haben ein fast dreijähriges Hoch erreicht, während der Kassenbestand auf ein historisches Tief gesunken ist! Inmitten dieser Euphorie ertönt die Alarmglocke: Eine extreme Überfüllung hat das doppelte „Verkaufen“-Signal der Bank of America ausgelöst. Das „KI-Blasen“-Risiko und eine „außer Kontrolle geratene Anleihenmärkte“ sind zu den beiden wichtigsten Risiken aufgestiegen. Institutionen warnen: Die Feier hat ihren Höhepunkt erreicht, es ist Zeit für Anleger, einen Rückzug oder eine defensive Rotation in Erwägung zu ziehen!
Die Stimmung unter globalen Fondsmanagern erreicht den höchsten Stand der letzten Jahre, doch ein Warnsignal für unkontrollierten Anstieg der Renditen wird still und leise ausgelöst.
Die August-Umfrage von BofA Securities unter globalen Fondsmanagern zeigt, dass die Investorenstimmung zum dritten Mal seit 2022 so optimistisch ist wie selten zuvor; die Aktienallokation weltweit steigt auf das höchste Niveau seit November 2021, der Bargeldanteil sinkt auf das sechstniedrigste Level der Geschichte von 3,5%. Gleichzeitig werden die Risikosignale immer deutlicher: „Unkontrollierter Anstieg der Anleiherenditen“ wird mit 27% Anteil zum zweitgrößten Tail-Risk, gleich nach der bereits zwei Monate in Folge führenden „AI-Blase“ (32%).
Die Umfrage fand vom 7. bis 13. August statt, insgesamt nahmen 203 Fondsmanager teil, deren verwaltetes Vermögen sich auf 581 Milliarden US-Dollar summiert. Die Ergebnisse lösten bei BofA zwei konträre Indikatoren aus – die FMS Cash Rule und den Bull-Bear-Index – beide geben gleichzeitig ein „Sell“-Signal ab und unterstreichen, dass die aktuelle Positionierung nahezu einen historischen Extremwert erreicht hat. Die Strategen von BofA empfehlen, statt weiterhin aufzubauen, lieber den Rückzug zu erwägen oder innerhalb der Risikoassets umzuschichten.
Bei den politischen Erwartungen meinen 72% der Befragten, dass die Federal Reserve vor den Zwischenwahlen keine Zinserhöhung vornehmen wird. Für das Jackson Hole Jahresmeeting vom 27. bis 29. August erwarten 53% der Investoren, dass Kevin Warsh, der Vorsitzende der Fed, eine neutrale Haltung beibehält. Die hawkischen Erwartungen (31%) sind jedoch deutlich höher als die dovischen (7%). Die Unsicherheit über den Zinsverlauf bleibt ein potenzieller Störfaktor am Markt.
Überfüllungsrisiko im Zeichen extremer Optimismus
Die aktuelle Umfrage weist typische Überhitzungsmerkmale auf. Der Nettoübergewichtungsanteil globaler Aktien steigt auf 56% und wird nun den 14. Monat in Folge übergewichtet; der Bargeldanteil von 3,5% ist der niedrigste seit Februar 2026 und insgesamt der sechstniedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen 1998. Die BofA-FMS Cash Rule löst ein Verkaufssignal aus, sobald der Bargeldanteil auf 4,0% oder darunter fällt, was derzeit anhaltend greift; der Bull-Bear-Index steht bei 9,3 und liegt ebenfalls im Verkaufsbereich (ab 8,0 löst aus).

Was die Positionierungsstruktur betrifft, ist der „Long Global Semiconductors“-Trade mit 53% der Befragten amüberfülltesten, obwohl dies gegenüber dem Rekordwert vom letzten Monat (82%) deutlich gesunken ist. Zweitüberfülltester Trade ist „Short Yen“ (12%), gefolgt von „Long Magnificent 7“ (11%). Die konträren Empfehlung von BofA umfassen: Long Bonds/Short Rohstoffe, Long Verbrauchsgüter/Short Tech-Aktien, Long britische Aktien/Short US-Aktien.

Anleihemarkt-Risiko steigt – gleichwertige Kernbedrohung mit AI-Blase
Die Tail-Risk-Landschaft erfährt bemerkenswerte Verschiebungen. Die „AI-Blase“ steht mit 32% erneut an erster Stelle, doch „unkontrollierter Anstieg der Anleiherenditen“ springt von Rang drei im Vormonat auf Rang zwei (27%) und überholt die „zweite Inflationswelle“ (25%).

Gleichzeitig wächst die Sorge um die Unternehmensbilanzen. Netto 19% der Befragten halten die Bilanzen für übermäßig verschuldet – der höchste Wert seit März 2023 und weit über dem Wert des letzten Monats (7%). Auf die Frage, wie die Märkte reagieren würden, falls die Demokraten bei den Zwischenwahlen beide Kammern gewinnen, wählten 37% „Anleiherenditen steigen, Aktien fallen“, was die hohe Wachsamkeit des Marktes gegenüber fiskalischer Expansion und deren Auswirkungen auf den Anleihemarkt widerspiegelt.
AI: Die größte Bedrohung und zugleich stärkster Glaube
Die AI-Thematik zeigt sich in dieser Umfrage besonders gespalten.
Einerseits bleibt die „AI-Blase“ das größte Tail-Risk; „AI-spezifische großskalige Compute-Investitionen“ werden den zweiten Monat in Folge am häufigsten als systemisches Kreditrisiko genannt (38%) – dahinter Private Credit (23%).
Andererseits meinen 71% der Befragten, dass keine AI-großskalige Firma bis 2026 die Investitionen zurückfahren wird, ein Anstieg gegenüber dem Vormonat (61%); 58% glauben, dass AI den Arbeitsmarkt nicht vor 2028 maßgeblich beeinflussen wird; 31% glauben gar, dass AI überhaupt keine substanzielle Störung am Arbeitsmarkt verursachen wird. Diese Ambivalenz – einerseits Angst vor der Blase, andererseits keine Bereitschaft zur Reduzierung – spiegelt die extreme Überfüllung der Positionierung wider.
Makro-Erwartung: „No Recession“-Narrativ auf historischem Höchststand
Auf Makroebene bleibt die Stimmung sehr optimistisch. Rekordverdächtige 56% der Befragten erwarten, dass die Weltwirtschaft in den nächsten zwölf Monaten eine „weiche Landung“ erleben wird, nochmals gestiegen gegenüber dem Vormonat (54%) und nun zwei Monate in Folge Mainstream-Konsens. Der Anteil, der „wirtschaftlichen Boom“ (über Trendwachstum, über Trendinflation) erwartet, ist auf 43% gestiegen – der höchste Wert seit Februar 2022; im Hinblick auf Unternehmensgewinne erwarten netto 37% in den kommenden zwölf Monaten ein zweistelliges Wachstum, der höchste Wert seit August 2021.
Gleichzeitig erwarten 49% der Befragten „Stagflation“ (unter Trendwachstum, über Trendinflation), ein leichter Anstieg gegenüber letzten Monat (47%). Diese scheinbar widersprüchliche Kombination – Boom-Erwartung und Stagflationssorge – zeigt die innere Spannung aktueller Makro-Narrative. Für den Ölpreis erwarten die Befragten, dass das Brent-Preisziel bis Ende 2026 von 71 USD/Fass auf 76 USD/Fass angehoben wird.
Asset-Allokation: US-Aktien und Rohstoffe werden erhöht, Anleihen reduziert
In Sachen Allokation haben die Befragten im August ihre Positionen in Technologie, Banken und Energie erhöht, zugleich die Industriewerte und Healthcare reduziert und Short-Positionen in Verbrauchsgütern (zwingend und optional) zurückgenommen.

Bei den regionalen Aktien wurde das Nettoübergewicht US-Aktien auf 27% erhöht, der höchste Wert seit Dezember 2024; Emerging Markets sind netto zu 34% übergewichtet; britische Aktien werden netto zu 33% untergewichtet – historisch mit 1,5 Standardabweichungen auf einem niedrigen Niveau. Die Netto-Untergewichtung von Anleihen nimmt weiter auf 39% zu. Rohstoffe sind netto zu 24% übergewichtigt – 1,4 Standardabweichungen über dem langfristigen Wert. Bemerkenswert: Netto 16% der Befragten halten Gold für unterbewertet, der höchste Wert seit März 2023 und unterstreicht die Nachfrage nach sicheren Assets. Für den US-Dollar meinen netto 39%, er sei überbewertet (Steigerung gegenüber 34% im letzten Monat).
Midterm Elections: Geteiltes Parlament als Basisszenario
Das politische Risiko: 47% der Befragten erwarten als Ergebnis der Midterms eine „Democratic Kontrolle des Repräsentantenhauses, Republicans behalten den Senat“ – ein geteiltes Szenario. Die Erwartung für einen Durchmarsch der Demokraten sinkt von 27% auf 23%. Falls dies eintritt, erwarten 37% steigende Anleiherenditen, fallende Aktienkurse, nur 9% erwarten einen „Boom“ mit steigenden Kursen für beide Assetklassen – ein Beweis für die hohe Wachsamkeit gegenüber fiskalischem Expansionsdruck auf die Anleihemärkte.
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