Die USA starten ein neues Verfahren zur Erstellung von Sicherheitsvorschriften für Autotüren, das speziell auf das Tesla-Design elektrischer Türen abzielt.
Die US-amerikanische Behörde für Fahrzeugsicherheit hat offiziell das Verfahren zur Entwicklung von Bundesvorschriften für Notausgangssysteme an Autotüren eingeleitet. Dieser Schritt wird erhebliche Auswirkungen auf Automobilhersteller wie Tesla haben, die elektrische, versteckte Türgriffe verwenden.
Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) erklärte am Donnerstag, sie habe eine Petition genehmigt und wird beginnen, neue Bundesvorschriften zu erarbeiten, die verlangen, dass alle Kraftfahrzeuge mit einem „zuverlässigen und offensichtlich erkennbaren Notausgangssystem an den Türen“ ausgestattet werden.
Sobald die Vorschriften umgesetzt sind, müssen alle in den USA verkauften Neuwagen den Anforderungen entsprechen.
Diese Entscheidung steht im Zusammenhang mit einer Reihe von tödlichen Unfällen, die mit dem elektrischen Türdesign von Tesla in Verbindung gebracht werden.
Bloomberg berichtete zuvor, dass bei mindestens zwölf Unfällen insgesamt mindestens 15 Personen aufgrund einer blockierten Tesla-Tür nach einem Stromausfall bei anschließenden Bränden ums Leben kamen oder schwer verletzt wurden. Die regulatorischen Forderungen hinsichtlich der Türsicherheit nehmen seither zu.
Zum Zeitpunkt des Berichts fiel Tesla am Donnerstag während der Handelszeiten um 14,32%.

Regulatorischer Hintergrund: Elektrische Türdesigns verursachen tödliche Risiken
Tesla und einige andere Autohersteller verwenden das Design versteckter elektrischer Türgriffe, das nach einem Stromausfall zu Problemen beim Öffnen der Türen führen kann.
Bloomberg berichtete zuvor, dass in mehreren Hochgeschwindigkeits-Unfällen Überlebende nach dem Aufprall starben oder schwer verletzt wurden, weil sie die Türen nicht öffnen und entkommen konnten, während das Fahrzeug brannte.
Ende letzten Jahres hielt Teslas CEO Elon Musk weiterhin am elektrischen Türdesign fest, obwohl intern Sicherheitsbedenken geäußert wurden.
Im November dieses Jahres reichte ein Silicon-Valley-Ingenieur eine Petition bei der NHTSA ein, die die Behörde aufforderte, neue Bundes-Sicherheitsstandards einzuführen, um die Risiken zu adressieren, die von elektronischen oder „versteckten“ Türverriegelungs- und Freigabesystemen ausgehen.
Die Petition erklärte, dass solche Systeme bei Elektrofahrzeugen weit verbreitet seien und „lebensbedrohende Sicherheitslücken“ verursachen.
Regulierungsbehörde: Gesetzgebungsprozess beginnt, endgültige Vorschriften benötigen Jahre
Die NHTSA erläuterte in den Regulierungsunterlagen vom Donnerstag, dass sie die genannte Petition genehmigt und das Regelsetzungsverfahren einleiten wird. Gleichzeitig lehnte die Behörde eine unabhängige Petition ab, die eine Untersuchung von Sicherheitsmängeln forderte.
Michael Brooks, Geschäftsführer des Center for Auto Safety, erklärte, dass die Einleitung des Regelsetzungsverfahrens durch die NHTSA „von großer Bedeutung ist, da dies der notwendige erste Schritt zur Überarbeitung oder Erstellung von Bundesmotorfahrzeugsicherheitsstandards und zur Verstärkung der Vorschriften für elektrische Türen und Notausgänge ist“.
Er betonte jedoch, dass angesichts der langen Dauer des Regelsetzungsverfahrens „selbst bei reibungslosem Verlauf dürfte die endgültige Frist für die Hersteller nicht vor 2030 liegen“.
Die Behörde erklärte, dass sie je nach den im Regelsetzungsverfahren gewonnenen Erkenntnissen entscheiden wird, ob die neuen Anforderungen offiziell eingeführt werden. Die Branche protestiert häufig gegen neue Sicherheitsvorschriften aufgrund zusätzlicher Kosten, was bedeutet, dass der gesamte Prozess auf erheblichen Widerstand stoßen könnte.
Gesetzliche Ebene: Kongressabgeordnete treiben entsprechende Gesetzesentwürfe voran
Parallel zum Verfahren der Regulierungsbehörde gibt es auch Aktivitäten auf Seite des Kongresses.
Robin Kelly, demokratische Abgeordnete aus Illinois, brachte Anfang des Jahres einen Gesetzentwurf ein, der verlangt, dass Neuwagen mit manuellen Türöffnungsmechanismen ausgestattet werden und Rettungskräften eine Zugriffsmöglichkeit auf Fahrzeuge bei Stromausfall bieten.
Außerdem hat die NHTSA im September dieses Jahres aufgrund mehrerer Beschwerden über eingeschlossene Kinder bei bestimmten Tesla Model Y Fahrzeugen eine Fehleruntersuchung eingeleitet.
Diese vielfältigen regulatorischen und legislativen Maßnahmen beschleunigen die Aufnahme des Themas elektrische Türsicherheit auf die Agenda der gesamten Automobilindustrie.
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