Hinter der ruhigen Fassade der US-Aktienmärkte lauern Krisen! Geopolitische Konflikte erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen der Fed – Analysten schlagen Alarm wegen Rezessionsgefahr
Der Analyst Daniel Jones von Seeking Alpha warnt davor, dass in den USA eine Rezession bevorstehen könnte, und fordert Investoren zur Vorsicht auf.
German Finance APP hat erfahren, dass der Seeking Alpha Analyst Daniel Jones davor warnt, dass eine Rezession in den USA kurz bevorstehen könnte, und ermahnt Investoren zur Vorsicht angesichts sich verschärfender geopolitischer Konflikte und steigender Rohölpreise. Obwohl der US-Aktienmarkt insgesamt unauffällig blieb, bewertet Jones den Kursverlauf am Mittwoch als “von tiefer Bedeutung”, denn unter der ruhigen Oberfläche wachsen die wirtschaftlichen Belastungen.
Jones erklärte, dass in den letzten 30 Minuten des Handels die Schwankungen der drei großen US-Indizes minimal waren: der Dow Jones Industrial Average blieb nahezu unverändert, der S&P 500 fiel leicht um 0,1% und der Nasdaq Composite verlor 0,6%.
“Der Markt scheint angespannt zu sein, da bedeutende Unternehmensberichte bevorstehen.” erläuterte Jones. Derzeit befinde man sich in der Hochsaison der Berichtserstattung und die Ergebnisse der Unternehmen werden Investoren helfen, den Zustand der Wirtschaft besser einzuschätzen.
Er wies besonders auf den Elektrofahrzeug-Giganten Tesla (TSLA.US) hin, dessen Quartalsbericht nach Börsenschluss als wichtiger Indikator für Investoren betrachtet wird. Es ist bekannt, dass Teslas Umsatz im zweiten Quartal die Markterwartungen übertraf, doch Nettogewinn, Gewinn pro Aktie und Bruttomarge blieben hinter den Erwartungen der Wall Street zurück; zudem drehte der freie Cashflow ins Negative, was den Druck auf die Gewinne durch Investitionen in künstliche Intelligenz (AI) und Robotik widerspiegelt. Die Aktie fiel nachbörslich um mehr als 4%.
Der Analyst betonte, dass die andauernde Zuspitzung geopolitischer Konflikte ein erheblicher belastender Faktor für den Markt sei. Zuvor hatten Investoren auf eine schrittweise Entspannung des Konflikts zwischen den USA und Iran gehofft, doch die Lage verschlechterte sich weiter.
Die Houthi-Milizen haben in Teilen des Roten Meeres Raketen und Drohnen stationiert, um Schiffe anzugreifen. Gleichzeitig verstärken die USA und der Iran gegenseitig ihre Angriffe, was zu einem Anstieg des WTI-Rohölpreises um 3% an einem Tag führte.
“Egal wie Sie die Ursachen des Konflikts einschätzen, es steht außer Frage, dass dies kurzfristig eindeutig negativ für die Wirtschaft ist.”
Die geopolitischen Konflikte treiben den internationalen Ölpreis weiter nach oben, erhöhen den Inflationsdruck und verschärfen die ohnehin schwachen wirtschaftlichen Fundamentaldaten in den USA, wodurch das Dilemma der Stagflation deutlicher wird. Jones warnt: “Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed noch dieses Jahr wieder die Zinsen erhöht, steigt stetig.”
Jones sagt: “Ich glaube, dass die US-Wirtschaft schon bald in eine Rezession geraten könnte und fordere Investoren daher zur Vorsicht auf.”
US-Wirtschaft “unbeständig” – Die Stimmung zur Zinserhöhung schwebt über dem Markt
Die Daten zeigen, dass das annualisierte Wachstum des realen BIP in den USA im ersten Quartal 2026 bei 2,1% lag, nachdem es Ende 2025 noch bei 0,5% war; die Arbeitslosenquote blieb auf einem niedrigen Niveau. Auch wenn klassische makroökonomische Indikatoren eine gewisse Widerstandsfähigkeit zeigen, gibt es zwischen Unternehmen und Haushalten große Unterschiede im subjektiven Empfinden. Im ersten Quartal wuchs der persönliche Konsum – der etwa 70% der US-Wirtschaft ausmacht – um 0,5%, weniger als die 1,9% im vierten Quartal des Vorjahres; dagegen nahm die Unternehmensinvestition, begünstigt durch den AI-Boom, um 10,6% zu, weit mehr als die 2,4% im vierten Quartal.
Obwohl die Lage im Nahen Osten weiter unruhig bleibt, zeigt die Prognoseplattform Polymarket, dass Trader aktuell die Wahrscheinlichkeit einer “technischen Rezession” in den USA bis Ende 2026 nur noch auf 12% schätzen – deutlich weniger als Anfang des Jahres.

Mit der jüngsten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran steigen erneut die internationalen Ölpreise und die Sorge über wieder zunehmenden Inflationsdruck wächst – die Aussicht auf Zinserhöhungen durch die Fed schwebt leise über dem Markt.
Die Fed wird ihre nächste Sitzung zur Geldpolitik vom 28. bis 29. Juli abhalten. Im Vorfeld der Sitzung gibt es erhebliche Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf den zukünftigen Kurs der Fed. Dies liegt vor allem daran, dass der neue Vorsitzende Kevin Walsh von der traditionellen “Forward Guidance” abgerückt ist und die Unsicherheit bei der Festlegung des politischen Weges erhöht hat.
Trader schätzen aktuell die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed am 29. Juli eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte verkündet, auf etwa 30%, während die Chance für eine unveränderte Rate bei etwa 70% liegt. Diese große Divergenz der Erwartungen unmittelbar vor der Sitzung wird als neue Normalität der Fed unter Walsh betrachtet.
Der Markt für Zinsswaps hat die Erwartung vollständig eingepreist, dass die Fed im September um 25 Basispunkte erhöhen wird und rechnet bis März nächsten Jahres insgesamt mit mehr als 50 Basispunkten Anhebung – dies bedeutet, dass zwei oder mehr Zinserhöhungen erwartet werden.
Keith Lerner, Chief Investment Officer bei Truist Advisory Services, warnt, dass derzeit “die Ölpreise die Zinsen nach oben ziehen” und so die Entscheidungen der Fed erschweren. Er meint, dass eine Zinserhöhung aktuell zwar nicht sicher ist, die Risiken aber eindeutig ungünstig für den Markt sind.
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