Das diplomatische Tauwetter zwischen den USA und Iran beflügelt die Bullen – Goldpreis steigt rasant auf fast 4150! Doch die Fed könnte für Ernüchterung sorgen?
Huichong Netz 22. Juli berichtet—— Der Markt hofft darauf, dass die US-Iran-Diplomatie die Energiepreise mildert und die restriktiven Erwartungen der US-Notenbank entspannt, was dem Goldpreis eine Möglichkeit zur Erholung bietet. Der Goldpreis steigt auf ein Zweiwochenhoch. Das „gleichzeitige Verhandeln und Kämpfen“ zwischen den USA und Iran schürt die Sorgen um Energieinflation, die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank bis Jahresende liegt bei 88 % und begrenzt den Spielraum des Goldpreises nach oben. Technisch wird auf die Marke von 4.100 US-Dollar und einen Ausbruch der 200-Perioden-Linie im 4-Stunden-Chart geachtet, kurzfristig dürfte der Goldpreis im hochvolatilen, beidseitigen Schwankungsmuster verharren.
Der internationale Goldpreis setzte am Montag (22. Juli) während der asiatischen Handelszeit den kurzfristig bullischen Kurs fort und erreichte ein Zweiwochenhoch von etwa 4.141,59 US-Dollar pro Unze (UTC+8), was nahe am 200-Perioden-Durchschnitt im 4-Stunden-Kerzenchart liegt. Derzeit fällt der Preis leicht auf etwa 4.130 US-Dollar pro Unze (UTC+8) zurück. Die Marktlage ist in einem fragilen Gleichgewicht: Einerseits hoffen die Anleger, dass die US-Iran-Diplomatie die Energiepreise lindern und den restriktiven Kurs der US-Notenbank abschwächen kann, was dem Goldpreis Erholungschancen verschafft; andererseits sorgen die andauernden geopolitischen Spannungen und die weiterhin hohe Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung dafür, dass die Goldbullen Vorsicht walten lassen.
Der US-Dollar-Index pausiert nach vier Tagen in Folge mit starker Entwicklung und bietet dem Goldpreis Erholungsspielraum. Der zentrale Konflikt besteht darin, dass die Investoren die Möglichkeit abwägen, dass die US-Notenbank zur Bekämpfung der energiegetriebenen Inflation an ihrem restriktiven Kurs festhält, und dem geopolitischen Risikoprämie aufgrund der Unsicherheit der US-Iran-Lage.
Diplomatische Kontakte und militärische Angriffe laufen parallel – die Lage im Nahen Osten beeinflusst die globalen Märkte
US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich am Sonntag, dass Washington weiterhin offen für Gespräche mit Teheran sei. Dieses Signal wurde vom Markt als Zeichen einer Entspannung aufgefasst. Gleichzeitig besuchte Irans Innenminister Eskandar Momeni das Vermittlerland Pakistan und forderte Islamabad auf, weiterhin eine Vermittlerrolle einzunehmen. Der diplomatische Kanal scheint noch nicht ganz geschlossen zu sein.
Unter der Oberfläche des Friedens hat die militärische Konfrontation jedoch zugenommen. Das US-Militär bestätigte, dass am Mittwochmorgen die 11. nächtliche Angriffswelle auf iranische Ziele abgeschlossen wurde, wobei Flugzeughangars und Drohnenlager zerstört wurden. Iran verstärkte die Angriffe auf US-Assets im Golfgebiet, wobei das Zielgebiet auf Militärstützpunkte in Bahrain, Kuwait und Jordanien ausgeweitet wurde. Besonders angespannt reagierte der Energiemarkt darauf, dass iranische Truppen zwei Öltanker angriffen, die durch die Straße von Hormus fahren wollten, während die Huthi im Jemen ankündigten, Saudi-Arabien im Seeweg zu blockieren – die Konflikte breiten sich an mehreren Punkten aus.
US-Außenminister Rubio erklärte am Mittwoch, dass die USA gegenüber Konflikten im Nahen Osten offen seien und bereit seien, Iran zu kontaktieren, zu verhandeln und Differenzen zu klären, jedoch habe Teheran die Gespräche nicht ernsthaft verfolgt.
„Wenn sie es ernst meinen, meinen wir es auch ernst; wenn nicht, ergreifen wir notwendige Maßnahmen zum Schutz unserer Interessen und der unserer Verbündeten.“
Energieinflation dominiert – Erwartungen auf Zinserhöhungen der US-Notenbank steigen
Die erhöhte Durchfahrtsgefahr der Straße von Hormus, einer weltweiten Energiedrehscheibe, treibt die Rohölpreise auf den höchsten Stand seit dem 12. Juni. Die stark gestiegenen Energiekosten schüren erneut die Angst vor importierter Inflation, was die US-Notenbank dazu zwingen könnte, angesichts des wieder aufflammenden Preisdrucks an ihrer restriktiven Geldpolitik festzuhalten.
Das FedWatch-Tool der Chicago Mercantile Exchange Group (CME) zeigt, dass Händler eine mindestens einmalige weitere Zinserhöhung durch die US-Notenbank bis Jahresende mit 88 % Wahrscheinlichkeit erwarten. Diese Aussicht treibt die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich nach oben und erhöht die Haltekosten des nicht verzinsten Vermögenswertes Gold, was wiederum den Goldpreis nach oben begrenzt.
Analysten der OCBC (Oversea-Chinese Banking Corporation) betonen, dass Gold im aktuellen makroökonomischen Umfeld eher ein „beidseitig schwankendes“ Muster zeigt und jede Erholung auf hartnäckigen Widerstand trifft. Ihrer Meinung nach bedarf es für eine nachhaltige Erholung des Goldpreises drei Voraussetzungen: ein deutlicher Rückgang des Ölpreises, sinkende Realrenditen sowie eine Abschwächung der restriktiven Erwartungen bezüglich der US-Notenbank. Vorher bleibt das Aufwärtspotenzial für Gold begrenzt.
Technische Analyse: Die Schwelle von 4.100 US-Dollar als kurzfristiger Scheideweg zwischen Bullen und Bären
Aus technischer Sicht im 4-Stunden-Chart: Sollte der Goldpreis im Tagesverlauf die 38,2 % Fibonacci-Retracement-Linie des Abwärtstrends seit Mitte Juni (entspricht der Marke von 4.120 US-Dollar) wirkungsvoll überschreiten, würde sich das kurzfristig bullische Signal weiter verstärken. Die Momentum-Indikatoren zeigen aktuell gute Stärke, der 14-Tage Relative-Stärke-Index (RSI) steigt auf etwa 72 und nähert sich der überkauften Zone; der gleitende MACD bewegt sich im positiven Bereich oberhalb der Null-Linie, was auf eine nicht erschöpfte Kaufdynamik schließen lässt.
Die Bullen müssen jedoch vorsichtig bleiben, denn für eine nachhaltigere Aufwärtsstruktur ist es notwendig, dass der Goldpreis im 4-Stunden-Chart dauerhaft über der 200-Perioden-Simple Moving Average (SMA, aktuell ca. 4.138 US-Dollar) schließt.
Als nächste Aufwärtsziele gilt: Wird der Widerstand der 200-Perioden-SMA überwunden, liegt das nächste Ziel bei der 50 %-Fibonacci-Retracement-Linie (4.170 US-Dollar) und anschließend bei der 61,8 %-Retracement-Linie (4.220 US-Dollar). Auf höherer Zeitebene stellen das 78,6 %-Fibonacci-Level (4.282 US-Dollar) und der frühere Zyklushöchststand von 4.382 US-Dollar das mittelfristige Zielgebiet für die Bullen dar.
Auf der Abwärtsseite gilt: Die aktuellen Unterstützungen liegen nacheinander bei der Marke von 4.100 US-Dollar, der 38,2 %-Retracement-Linie (4.120 US-Dollar) und dem 23,6 %-Fibonacci-Level (4.059 US-Dollar). Fallen diese Unterstützungen, dürfte der Goldpreis erneut die Marke von 4.000 US-Dollar testen und sogar beschleunigt das zyklische Tief von etwa 3.943 US-Dollar ansteuern.
(Spotgold 4-Stunden-Chart, Quelle: Easy Huichong)
Redaktionsfazit
Der Goldmarkt befindet sich aktuell im doppelten Wettstreit zwischen geopolitischer Risikoprämie und restriktiven Erwartungen an die Geldpolitik. Technische Käufe bei Schwäche stützen den Goldpreis, aber das wechselhafte Verhandlungstempo zwischen USA und Iran lässt die Energiepreise schwer sinken, verstärkt die globalen Inflationssorgen und stützt die Erwartungen an anhaltend hohe Zinsen durch die US-Notenbank, was wiederum den Goldpreis unter Druck setzt. Aus technischer Sicht steht der Goldpreis zwar über entscheidender Fibonacci-Unterstützung, er muss jedoch die doppelte Herausforderung der 200-Perioden-Linie und der überkauften Zone bestehen. Kurzfristig wird die Entwicklung des Goldpreises stark von der Entwicklung im Nahen Osten und US-Inflationsdaten beeinflusst, und das Ergebnis an der Marke von 4.100 US-Dollar wird zum entscheidenden Referenzwert für die nächste Trendphase.
Ost-Zeitzone 13:57, Spotgold aktuell bei 4.128,85 US-Dollar pro Unze.
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