Die Bevölkerungsstruktur der USA erreicht einen Wendepunkt: Die Babyboomer-Generation zieht sich zurück, was zu einem Arbeitskräftemangel und Wachstumseinbußen führt.
Quelle: Globale Marktübertragung
Aufgrund struktureller Faktoren wie dem beschleunigten Ausscheiden der „Babyboomer“-Generation aus dem Arbeitsmarkt und dem stagnierenden Wachstum der jungen Bevölkerung durchläuft der US-Arbeitsmarkt derzeit eine tiefgreifende demografische Krise. Autoritative Demografen analysieren, dass die Größe der US-Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren historisch schrumpfen wird. Das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage wird die Wachstumsdynamik der US-Wirtschaft und die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer neu gestalten.
Der jüngste Analysebericht des Professors für Geschichte und Bevölkerungsforschung an der Universität Minnesota, Steven Ruggles, zeigt, dass auf Basis von Prognosedaten des United States Census Bureau und des Congressional Budget Office die Zahl der Arbeitskräfte in den USA zwischen 2030 und 2040 um 2,7 Millionen Menschen sinken wird – ein Rückgang von 1,3 %. Besonders bemerkenswert ist, dass im Zeitraum von 2020 bis 2030 der Nettozuwachs der US-Arbeitskräfte nur 9,1 Millionen beträgt, das geringste Wachstum seit den 1960er Jahren. Dies bedeutet, dass erstmals in der US-Wirtschaftsgeschichte die Zahl der aus dem Arbeitsmarkt ausscheidenden Beschäftigten die der Neueinsteiger übersteigen wird.
Demografische Daten zeigen, dass seit 2011 täglich durchschnittlich etwa 10.000 „Babyboomer“ in den USA das 65. Lebensjahr erreichen; dieser Rückgangshöhepunkt wird bis 2029 anhalten. Allein im Jahr 2025 werden rekordverdächtige 4,18 Millionen Amerikaner die 65er-Grenze überschreiten, das entspricht täglich über 11.400 Menschen. Dem großflächigen Austritt älterer Arbeitskräfte steht das schleppende Wachstum der jungen US-Bevölkerung gegenüber, wodurch die strukturelle Diskrepanz zwischen Arbeitsangebot und -nachfrage immer ernster wird.
Angesichts der Marktsorgen, dass Künstliche Intelligenz zu massiver Arbeitslosigkeit führen könnte, betont Ruggles, dass das Kernrisiko aus demografischer Sicht nicht „Jobverlust“, sondern „Mangel an Arbeitskräften“ ist. Obwohl technologische Innovationen Teile der Produktionsprozesse neu gestalten, wird der absolute Rückgang der Gesamtarbeitskraft junge Arbeitnehmer zu einer seltenen Ressource machen.
Analysen weisen darauf hin, dass diese Angebotskrise den Verteilungsmechanismus des Arbeitsmarkts umkehren könnte. Unternehmen werden gezwungen sein, Gehälter zu erhöhen und Arbeitsbedingungen zu verbessern, um den langfristigen Arbeitskräftemangel zu bewältigen, was objektiv die Verhandlungsmacht von Gewerkschaften stärkt, das Lohnwachstum bei jungen Arbeitnehmern fördert und Einkommensungleichheiten moderat verringern kann. Auf makroökonomischer Ebene stellt der anhaltende Rückgang des Arbeitskräfteangebots jedoch eine ernsthafte Herausforderung für die potenzielle Wachstumsrate und die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen der USA dar.
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