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Könnte Bitcoin ein Bodenbildungssignal zeigen? Spot-ETF beendet achtwöchige „Abfluss“-Phase: Zwei Wochen in Folge Nettomittelzufluss, aber geopolitische Risiken und regulatorische Unsicherheiten dämpfen weiterhin die Erholung

Könnte Bitcoin ein Bodenbildungssignal zeigen? Spot-ETF beendet achtwöchige „Abfluss“-Phase: Zwei Wochen in Folge Nettomittelzufluss, aber geopolitische Risiken und regulatorische Unsicherheiten dämpfen weiterhin die Erholung

智通财经智通财经2026/07/20 08:16
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Von:智通财经

Bitcoin-ETFs verzeichneten in der zweiten Woche in Folge Mittelzuflüsse und beendeten damit einen zweimonatigen Ausverkauf.

German财经APP berichtet, dass nach einer rekordverdächtigen, zweimonatigen Kapitalflucht die US-Spot-Bitcoin-ETFs endlich wieder anhaltende Mittelzuflüsse verzeichnen. In den letzten zwei Wochen verzeichneten die 13 Spot-Bitcoin-ETFs insgesamt einen Nettomittelzufluss von rund 273 Millionen US-Dollar und beendeten damit die vorangegangene achtwöchige Verlustphase von mehr als acht Milliarden US-Dollar. Diese Umkehr ereignete sich unter extremem Druck, inmitten einer erneuten Eskalation des US-Iran-Konflikts und einem Abfluss von 425 Millionen US-Dollar an nur einem Tag am Montag, was als ein mögliches Signal für die Bodenbildung im Kryptomarkt gilt.

Dennoch bleibt das Zuflussvolumen im Vergleich zu den vorherigen Abflüssen gering. Unter dem Einfluss geopolitischer Inflationsängste, wiederholt schwankender Zinserwartungen der Federal Reserve und einer festgefahrenen US-Krypto-Gesetzgebung bleibt der Bitcoin-Preis im Bereich von 60.000 bis 65.000 US-Dollar volatil.

Kapitalumkehr: von wöchentlichen Abflüssen von 1,79 Milliarden USD zu fortlaufenden Nettomittelzuflüssen

Die Stärke dieser Mittelumkehr steht in starkem Kontrast zu den vorigen Abflüssen. Während der achtwöchigen Kapitalflucht zogen Investoren insgesamt mehr als acht Milliarden US-Dollar aus Bitcoin-ETFs ab. Innerhalb der Woche bis zum 26. Juni wurden 1,79 Milliarden US-Dollar netto abgezogen – das zweithöchste Volumen in der Geschichte. Der kumulierte Gesamtnettomittelzufluss der ETFs fiel von 59,34 Milliarden auf 51,08 Milliarden US-Dollar.

Die Umkehr begann Mitte Juli. In den letzten zwei Wochen verzeichneten Bitcoin-ETFs insgesamt rund 273 Millionen US-Dollar Nettomittelzufluss. Aus Tagesperspektive gab es am Dienstag einen Zufluss von 181 Millionen US-Dollar, am Mittwoch 107,8 Millionen US-Dollar, am Donnerstag 79,15 Millionen US-Dollar und am Freitag 132,3 Millionen US-Dollar – vier Handelstage in Folge mit positiven Zuflüssen.

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Bemerkenswert ist die Breite der Kapitalverteilung. Daten von Santiment zeigen, dass die wieder steigende Nachfrage nicht auf ein einzelnes Produkt konzentriert ist, sondern sich über verschiedene Anbieter verteilt. Fidelity's FBTC trug zu Beginn des Rebounds am meisten bei und absorbierte etwa 166 Millionen US-Dollar; ARKB verzeichnete etwa 91,8 Millionen US-Dollar Nettomittelzufluss; anschließend flossen an einem Tag 138,9 Millionen US-Dollar in BlackRock's IBIT. Die gleichzeitige Verbesserung mehrerer Fonds schwächt das Argument für rein technische Zuflüsse und spiegelt die erneute Teilnahme institutioneller Anleger wider.

Gleichzeitig zeigt der Spot-Ethereum-ETF noch stärkere Leistungen. Letzte Woche verzeichnete er einen Nettomittelzufluss von 105,4 Millionen US-Dollar, nachdem er in der Vorwoche bereits 84,42 Millionen US-Dollar eingesammelt hatte. Auch Ethereum-ETFs erlebten acht Wochen kontinuierlicher Kapitalabflüsse mit einem kumulierten Verlust von über einer Milliarde US-Dollar.

Richard Galvin, Executive Chairman der Krypto-Investmentfirma DACM, erklärte: "Angesichts der Größe und Reichweite der ETFs bieten sie inzwischen einen guten Indikator für die Stimmung bei Bitcoin und im gesamten Sektor. Nach acht Wochen Rückgang, jetzt innerhalb von zwei Wochen bestätigt – das ist ein positives Signal."

Technische Erholung: Bitcoin kehrt zur 200-Wochen-Linie zurück, bleibt aber weit unter dem historischen Höchststand

Der Bitcoin-Preis liegt wieder oberhalb der 200-Wochen-Gleitlinie, die bei etwa 63.300 US-Dollar verläuft und als entscheidende Grenze zwischen langfristigem Bärenmarkt oder Bullenmarkt gilt. Aufgrund makroökonomischer Unsicherheiten schwankte der Bitcoin-Preis wochenlang im Bereich von 60.000 bis 65.000 US-Dollar.

Sogar nach einem neuen US-Luftschlag gegen Iran zeigte Bitcoin am asiatischen Markt Widerstandsfähigkeit und stieg in der Frühsitzung vom 20. Juli kurzzeitig über 65.000 US-Dollar. Am asiatischen Morgen lag der aktuelle Bitcoin-Preis bei etwa 64.725 US-Dollar.

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Im größeren zeitlichen Kontext liegt der Bitcoin-Preis jedoch immer noch etwa 50 % unter seinem Allzeithoch von 126.000 US-Dollar im Oktober 2025. Seit Jahresbeginn 2026 beträgt das Minus noch immer 26 %. Aus technischer Sicht zeigt der Vier-Stunden-Chart breite Aufwärtsbewegungen, hat aber noch keinen klaren Trend gebildet. Der Bereich um 65.600 US-Dollar stellt einen wichtigen Widerstand dar; ohne einen starken Durchbruch besteht weiterhin Rückschlagrisiko.

Doppelte Belastung: Geopolitik und Makro – der US-Iran-Konflikt befeuert Inflationsängste, schwankende Zinserwartungen

Die aktuelle Mittelumkehr ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil sie unter den widrigen Bedingungen geopolitischer und makroökonomischer Gegenwinde stattfindet. Am 7. Juli erklärte das US Central Command, dass eine neue groß angelegte Militäraktion gegen Iran abgeschlossen sei, mit Treffern auf über 80 Ziele, darunter iranische Luftabwehrsysteme, Kontrollnetzwerke und mehr als 60 kleine Schnellboote der iranischen Revolutionsgarde. Seitdem hält das US-Militär die Angriffe kontinuierlich aufrecht und hat Iran inzwischen acht Nächte in Folge attackiert. Mit der Verschärfung der Spannungen kehrte Brent-Öl auf über 90 US-Dollar pro Barrel zurück.

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Die angespannte Lage am Hormus-Straße ließ die Ölpreise steigen und schürte Inflationsängste. Historisch reagierten Investoren in solchen Situationen, indem sie ihr Risiko bei riskanten Anlagen reduzieren und stattdessen klassische „Safe Havens“ wie Öl und Gold bevorzugen. Damien Loh, Chief Investment Officer von Ericsenz Capital, meint: "Der US-Iran-Konflikt ist deshalb so bedeutsam, weil er die Zinsen nach oben treibt – und Zinsen beeinflussen sämtliche Risikoanlagen."

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Die Federal Reserve hält die Zinssätze seit Jahresbeginn 2026 im Bereich von 3,5% bis 3,75%. Auch wenn die US-CPI-Daten für Juni unter den Erwartungen lagen – die Gesamtinflation sank im Monatsvergleich um 0,4%, ein Rekordrückgang seit April 2020 – und die Zinserhöhungswahrscheinlichkeit im Juli auf nur 15,5% drückte, ließ das Risiko erneuter Inflation durch geopolitische Konflikte die Zinsprognosen wieder steigen. Laut CME FedWatch schoss die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung für Juli zeitweise auf 46,5 %; bis zum 20. Juli sank sie wieder auf etwa 14 %.

"Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen könnte das umfassende institutionelle Kapital-Return behindern", ergänzt Loh.

Regulatorische Variablen: „CLARITY-Gesetz“ blockiert im Senat, Erfolgschance nur 38 %

Ein weiterer, vom Markt erwarteter entscheidender Katalysator – das US-Krypto-Markstrukturgesetz „CLARITY Act“ – steckt immer noch im Senat fest. Das Gesetz wurde am 7. Juli 2025 mit 294 Ja- und 134 Nein-Stimmen vom Repräsentantenhaus beschlossen und am 14. Mai 2026 vom Bankenausschuss des Senats mit 15-9 Stimmen angenommen. Doch bis zur etwa am 7. August beginnenden Sommerpause des Senats sind nur noch etwa 20 Arbeitstage übrig und das Gesetz wurde noch nicht zur Abstimmung gestellt.

Laut Polymarket beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz 2026 verabschiedet wird, lediglich 38 %. Die Republikaner verfügen über 53 Sitze, mindestens zwei von ihnen wollen jedoch dagegen stimmen. Die Führung benötigt mindestens sieben Demokraten, die für das Gesetz stimmen, um die 60-Stimmen-Grenze zur Debattenbeendigung zu erreichen. Vier Streitpunkte sind noch ungeklärt: Ethikvorschriften für Krypto-Bestände von Beamten, Einwände von Behörden gegen den Schutz nicht verwahrender Entwickler im Paragraphen 604, Widerstand der Bankenbranche gegen Schwachstellen bei Stablecoin-Renditen sowie das Problem der offenen CFTC-Kommissarsposten.

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Loh betont, dass eine Verabschiedung des Gesetzes vor Beginn der Sommerpause ein Katalysator für Kursanstiege bei Bitcoin sein könnte, doch mit schwindendem Zeitfenster wird diese Hoffnung immer unrealistischer.

Bemerkenswert ist auch, dass Bitcoin von der SEC und der CFTC bereits als Rohstoff eingestuft wird und nicht auf den „CLARITY Act“ zur Regulierung angewiesen ist. Damit wird Bitcoin – innerhalb eines Marktes voller Alternativcoins wie XRP und Solana mit regulatorischer Unsicherheit – zum Haupt-Sicherheitsasset im Krypto-Bereich.

Das Paradoxon der größten Bitcoin-haltenden Firma: Strategy wirft erstmals massiv Bitcoins ab und erschüttert den Investment-Narrativ

Während die ETFs wieder Mittelzuflüsse verzeichnen, reift ein weiteres entscheidendes Risiko heran – der weltweit größte geschäftliche Bitcoin-Halter, Strategy (MSTR.US), erschüttert sein langjähriges Versprechen "niemals zu verkaufen".

Seit Strategy Anfang Juni erstmals seit 2022 eine geringe Menge Bitcoin verkaufte, fiel der Bitcoin-Preis um etwa 10 %. Am 6. Juli meldete Strategy den Verkauf von 3.588 Bitcoins im Wert von etwa 216 Millionen US-Dollar, um Dividenden für Vorzugsaktien zu zahlen und die Barreserven aufzustocken. Das ist der erste signifikante Verkaufsakt seit dem Batterieaufbau von Bitcoin ab 2020. Am 5. Juli sank die Bitcoin-Reserve des Unternehmens auf 843.775.

Diese Aktion hat mehrere weitreichende Folgen. Erstens: Bei barreichen Vorräten von etwa 2,55 Milliarden US-Dollar bevorzugte das Unternehmen den Verkauf von Bitcoins gegenüber der Emission neuer Stammaktien – eine radikale Abkehr vom bisherigen Kurs. Zweitens: Das Investment-Narrativ vom kontinuierlich steigendem „Bitcoin-pro-Aktie“-Wert ist gebrochen. Drittens: Der Markt befürchtet eine systemische Verkaufswelle, falls die Cashflows des Unternehmens versiegen – das Unternehmen steht jährlich vor 1,8 Milliarden US-Dollar an Dividenden- und Zinsverpflichtungen und das vom Shareholder Meeting genehmigte Kontingent zum Verkauf von 20.000 Bitcoins wird mit hoher Wahrscheinlichkeit vollständig genutzt werden.

Der Kernbewertungsindikator mNAV von Strategy ist unter 1 gefallen, was bedeutet, dass der Marktwert das Bitcoin-Vermögen des Unternehmens unterschreitet. Die Aktien des Unternehmens haben innerhalb eines Jahres um etwa 75 % verloren. Gründer Michael Saylor hatte das Unternehmen als „never sell“-Bitcoin-Akkumulator positioniert, jetzt gibt er zu, Bitcoins künftig im Bedarfsfall zu verkaufen.

Bodenbildung oder Falle?

Zwei Wochen fortlaufender ETF-Zuflüsse, Bitcoin wieder über der 200-Wochenlinie und die Widerstandskraft des asiatischen Marktes während geopolitischer Konflikte – diese Signale deuten gemeinsam auf eine vorsichtig optimistische Narrativ für die Bodenbildung.

Doch auch die Risiken sind nicht zu unterschätzen. Die Summe der Zuflüsse von 273 Millionen US-Dollar über zwei Wochen ist im Vergleich zu den acht Wochen Abflüssen von mehr als acht Milliarden US-Dollar minimal. Analysten weisen darauf hin, dass die Bitcoin-ETFs 2026 weiterhin einen kumulierten negativen Nettomittelzufluss von etwa 5,4 Milliarden US-Dollar aufweisen. Die Analysefirma BRN schreibt in einem Bericht: „Zuerst die ETF-Mittelströme beobachten. Mehrwöchige positive Trends würden auf eine strukturelle Rückkehr institutioneller Gelder in den Markt hindeuten.“

Auf Makroebene liegt der Fokus darauf, ob das US-Kongress vor der Sommerpause im August das lang erwartete „Markstrukturgesetz“ (Clarity Act) verabschieden kann. Sollte das Gesetz durchkommen, könnte dies als Kurs-Katalysator für Bitcoin wirken. Doch bis dahin bleibt die Frage, ob Bitcoin angesichts zunehmender US-Iran-Konflikte und der Fed-Unsicherheit den aktuellen Support halten kann – eine Entscheidung darüber, ob diese „Bodenbildung“ wirklich der Wendepunkt ist oder nur ein weiteres kurzzeitiges Störgeräusch.

Bitcoin steht am Scheideweg. Ob die 65.600 US-Dollar-Widerstandsmarke durchbrochen wird, entscheidet, ob die Rallye ein Trendwechsel oder nur ein „Dead Cat Bounce“ bleibt. Die Fed-Zinsentscheidung am 29. Juli, das legislative Zeitfenster bis zum 7. August und die nächsten Strategys-Bitcointransaktionen sind die wichtigsten Variablen für die kommenden Wochen.

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