CNY: Strukturelle Risiken hinter dem starken Export
Morning FX
Letzte Woche haben starke Exportdaten den Markt erneut erschüttert – das Exportwachstum im Juni betrug 27%, mit einem Handelsüberschuss von 120 Milliarden Dollar. Doch bei genauerer Analyse zeigt sich, dass die Exporte nicht so glänzend sind, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Hinter den starken Exporten verbergen sich einige strukturelle Risiken.
Warum ist das so? Zunächst betrachten wir die Verteilung von Exportmenge und -preisen. Die Daten des Zolls zeigen, dass die Exportpreise für Waren von Januar bis Mai dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr von -3,6% auf 8,9% gestiegen sind, während das Mengenwachstum von 8,3% auf 3,2% gesunken ist. Das bedeutet, dass der Hauptfaktor für die anhaltenden über den Erwartungen liegenden Exporte der Preisanstieg ist, nicht die Mengensteigerung.
Im Austausch mit Branchenkollegen begegnet man oft der Frage: „Führt eine Aufwertung des Renminbi zu einer Beeinträchtigung der Exporte?“ Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, aber eine Tatsache ist klar: Das Wachstum der Exportmenge (3,2%) ist nicht so beeindruckend, wie es die Gesamtdaten vermuten lassen.
Ein weiteres Phänomen ist: Auch wenn Exportpreise steigen, ist die Verteilung nicht gleichmäßig. Eine Analyse der Preisdaten von 98 exportierenden Branchen zeigt, dass die Mehrheit der Branchen (70%) Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr verzeichnet, während nur eine Minderheit (30%) Preisanstiege aufweist. Obwohl der globale PPI in diesem Jahr steigt und mehr Branchen positive Preisentwicklung zeigen, bleiben die Preise und Margen der meisten Exportbranchen unter Druck – es gibt eine deutliche „70/30-Spaltung“ bei den Exportpreisen.
Welche Branchen treiben die Exportpreise? Typisch dafür sind die Wertschöpfungsketten von Rohstoffen (Kupfer, Zinn, Chemieprodukte usw.) sowie die KI-Industriekette (integrierte Schaltkreise, optische Module usw.). Abgesehen von diesen Branchen sind die Exportpreise für Textilien, Bekleidung, Taschen, Stahl und Agrarprodukte insgesamt rückläufig.
Was bedeuten die gespaltene Entwicklung bei Menge und Preis sowie die „70/30-Spaltung“ für den Devisenmarkt?
Aus Sicht des Autors handelt es sich bei der Exportkette nicht um einen breit angelegten Boom, sondern um eine sektorale Erholung, was bedeutet, dass die Konversionsflüsse ebenfalls punktuelle und impulsartige Merkmale zeigen können. Die neuesten Daten zu Devisenhandel zeigen deutlich adaptive Verhaltensweisen der Unternehmen – das Terminkonversionsvolumen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen, gleichzeitig wächst das Interesse der Unternehmen an Swap-Instrumenten wieder… Diese Signale zeigen, dass für den Devisenmarkt unter neuen Bedingungen ein Portfolio von Absicherungsinstrumenten (statt Einzeltools) die bessere Wahl für Hedging sein könnte.
Zusammenfassung des heutigen Beitrags:
1.Die Exporte sind nicht so glänzend, wie sie erscheinen, hinter starken Exporten stehen strukturelle Risiken. Der Hauptfaktor für das anhaltend über dem Trend liegende Exportwachstum ist der Preisanstieg, nicht die Mengensteigerung, und es gibt eine deutliche „70/30-Spaltung“ – die Preise und Margen der meisten Exportbranchen stehen weiterhin unter Druck.
2. Die Exportkette erlebt keine weitreichende Prosperität, sondern eine strukturierte Erholung, was bedeutet, dass Konversionsflüsse punktuelle und impulsartige Merkmale zeigen. Die Daten zum Devisenhandel zeigen adaptive Unternehmensverhaltensweisen – das Terminkonversionsvolumen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen, und das Interesse der Unternehmen an Swap-Instrumenten wächst wieder;
3.Die oben genannten Signale zeigen, dass für den Devisenmarkt unter den neuen Bedingungen Portfolio-Absicherungsinstrumente (statt Einzeltools) die bessere Wahl sein könnten. Am Ende des Artikels verweisen wir auf unseren früheren Beitrag zum Thema Hedging-Strategien für Exportunternehmen zur weiteren Orientierung: "Absicherungsstrategien für Im- und Exportunternehmen: Exportunternehmen".

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