Verbale Interventionen wirken nicht! Der japanische Finanzminister sendet das stärkste Wechselkurssignal seit Wochen, aber der Yen bleibt in der Nähe des 40-Jahres-Tiefs.
Der japanische Finanzminister Satsuki Katayama gebrauchte in den letzten Wochen die bislang schärfste Formulierung und erklärte ausdrücklich: „Falls nötig, werden wir jederzeit entschlossene Maßnahmen ergreifen.“
German News Financial APP berichtet, dass angesichts des anhaltend niedrigen japanischen Yen-Wechselkurses auf dem niedrigsten Stand seit 40 Jahren die japanische Finanzministerin Katayama Mayuzuki die stärkste Formulierung seit Wochen verwendete und klar erklärte: „Wenn nötig, werden wir jederzeit entschlossen handeln.“ Diese Aussage wird vom Markt üblicherweise als Signal gewertet, dass die japanische Regierung bereit ist, direkt am Markt zu intervenieren, um den Wechselkurs zu beeinflussen. Sie lehnte es ab, einen bestimmten Wechselkurs des Yen zu kommentieren.
Am Freitagmorgen lag der Wechselkurs des Yen bei etwa 162,43 Yen je US-Dollar. Nach der Rede von Katayama Mayuzuki blieb der Yen gegenüber dem US-Dollar weitgehend unverändert.
Der Wechselkurs des Yen zeigt keine signifikanten Schwankungen, was darauf hindeutet, dass die rein verbalen Interventionen an Wirkung verlieren und der Markt auf tatsächliche finanzielle Unterstützung wartet.
Die japanische Regierung griff zwischen dem 28. April und dem 27. Mai auf rekordverdächtige 11,73 Billionen Yen (etwa 72,2 Milliarden US-Dollar) zurück, um den Yen zu stützen, scheint danach jedoch keine weiteren Maßnahmen ergriffen zu haben.
Obwohl die Intervention der japanischen Regierung den Yen zunächst stützte, fiel die Währung anschließend erneut. Am 1. Juli sank der Yen gegenüber dem US-Dollar auf 162,84 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit fast 40 Jahren.
Katayama Mayuzuki hatte Ende Juni gewarnt, mutige Maßnahmen zu ergreifen, verwendete danach aber größtenteils mildere Formulierungen wie „wir werden angemessene Maßnahmen ergreifen“.
Der Markt blickt gespannt auf die 165er-Marke
Optionsindikatoren zeigen, dass die japanische Regierung kurzfristig eine leichte weitere Abwertung des Yen tolerieren könnte. Händler gehen davon aus, dass die Marke von 165 Yen je US-Dollar der Auslöser für eine Intervention der japanischen Behörden werden könnte.
Die 165er-Marke steht besonders im Fokus. Strategen von Goldman Sachs haben kürzlich ihre Prognose für den Wechselkurs US-Dollar zu Yen für die nächsten zwölf Monate von 155 auf 165 angehoben. Das Institut sieht die hohe Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan, den anhaltenden fiskalischen Druck sowie die langsamen Zinserhöhungen der japanischen Zentralbank als Faktoren, die den Yen weiterhin belasten werden.
Die Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen den USA und Japan ist der Haupttreiber für die Schwäche des Yen. Seit Anfang Mai hat sich die Differenz der zweijährigen Staatsanleiherenditen zwischen den USA und Japan stetig vergrößert, und der US-Dollar gegenüber dem Yen hat synchron zugelegt. Auch längerfristige Optionen bestätigen diesen Trend: Der Ein-Jahres-Risikoreversal-Indikator, der kurzfristige Interventionen herausfiltert, ist erstmals seit Ende 2022 moderat zugunsten des US-Dollar.
Laut der aktuellen Prognosegenauheit liegt der Gründer und Chef-Forex-Stratege von Kshitij Consultancy Services, Vikram Murarka, auf Platz eins beim Dollar-Yen-Ausblick. Er erwartet, dass der Yen im nächsten Jahr auf 1 US-Dollar = 170 Yen fallen könnte. Er ergänzte, das japanische Finanzministerium habe die Fähigkeit, die Marktrichtung zu ändern, deutlich verloren.
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