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Wird die KI-Blase einen „Lehman-Moment“ erleben? Bekannter Kritiker warnt: Wenn TA fällt, wird der gesamte Technologiemarkt erschüttert.

Wird die KI-Blase einen „Lehman-Moment“ erleben? Bekannter Kritiker warnt: Wenn TA fällt, wird der gesamte Technologiemarkt erschüttert.

金融界金融界2026/07/16 23:44
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Von:金融界

Künstliche Intelligenz (AI) erlebt derzeit einen Boom, der zunehmend in Frage gestellt wird. Der Technologiekommentator und langjährige AI-Skeptiker Ed Zitron warnte kürzlich davor, dass OpenAI möglicherweise einer „Lehman-Brothers-Moment“-ähnlichen Krise entgegengeht. Sollte das Geschäftsmodell nicht tragfähig sein, könnte das nicht nur den aktuellen AI-Investmentboom beenden, sondern auch einen heftigen Schlag für Technologiewerte, Rechenzentrums-Schulden und die gesamten Kapitalmärkte bedeuten.

Zitron erklärte in einem rund 15.000 Wörter umfassenden Artikel, das eigentliche Problem sei nicht mehr, ob OpenAI scheitert, sondern wann.

Er beschreibt, dass das Scheitern von OpenAI zum „Lehman-Brothers-Moment“ der AI-Blase werden könnte – das Ende einer Ära markieren und die Märkte zwingen, den tatsächlichen kommerziellen Wert generativer AI neu zu bewerten.

Der Kern der Zweifel: Einnahmen holen die Ausgaben nicht ein

Zitrons Hauptkritik an OpenAI fokussiert sich auf die enormen Investitionsausgaben und das fortwährend defizitäre Geschäftsmodell.

Er schätzt, dass OpenAI bis Ende 2030 insgesamt über 852 Milliarden US-Dollar verbrauchen könnte; allein dieses Jahr könnten die Ausgaben für Rechenkraft und Infrastruktur 50 Milliarden US-Dollar übersteigen.

Aus seiner Sicht ist OpenAI derzeit nicht nur auf Abonnement-Einnahmen angewiesen, sondern vor allem auf externe Finanzierung, die Unterstützung großer Cloud Computing-Unternehmen sowie ein dauerhaftes Interesse des Kapitalmarktes, für AI-Infrastruktur zu zahlen.

Das Problem dabei: Selbst eine große Nutzerbasis von ChatGPT bringt nicht unbedingt genügend Abonnement-Einnahmen, um die hohen Kosten für Modellentwicklung, Inferenz, Rechenzentren und Chips zu decken.

Zitron meint, dass das Modell letztlich durch verlustträchtige Abonnements, begrenzte Möglichkeiten zur Monetarisierung durch Werbung und stetig steigende Kosten für Rechenkraft bei der Nutzung von AI belastet wird.

Wer ist am stärksten gefährdet, falls OpenAI in Schwierigkeiten gerät?

Zitron hebt insbesondere Oracle hervor und sieht das Unternehmen als eines der am höchsten gefährdeten im Falle einer Krise bei OpenAI.

In den vergangenen Jahren haben große Tech-Konzerne und Cloud-Anbieter massiv in AI-Rechenzentren investiert und unterstützen das Wachstum von AI-Unternehmen durch Schulden, Leasing und langfristige Infrastrukturverträge.

Sollte OpenAI künftig die Nachfrage nach Rechenkraft deutlich senken, könnten betroffene Unternehmen mit ungenutzten Rechenzentren, verschwendeten Investitionen und steigender Schuldenlast konfrontiert werden.

Zitron glaubt, OpenAI werde erst dann in eine echte Krise geraten, wenn die Finanzierung von AI-Rechenzentren und das Wagniskapital beinahe versiegen.

Er prognostiziert zudem, dass OpenAI in den kommenden zehn Jahren mehrere große Finanzierungsrunden benötigt, um das jetzige Expansionstempo beizubehalten.

Auch kostenloses ChatGPT könnte betroffen sein

In Zitrons schlechtestem Szenario könnte eine Krise bei OpenAI zu einem dramatischen Rückgang des Bedarfs an Rechenkraft führen, wodurch die kostenlose Version von ChatGPT nicht mehr aufrechterhalten werden kann und Investoren gegenüber allen AI-Start-ups vorsichtiger werden.

Das würde nicht nur OpenAI selbst treffen, sondern auch Chip-Hersteller, Cloud-Unternehmen, Betreiber von Rechenzentren, Strom-Firmen und Finanzinstitute mit entsprechenden Schuldtiteln beeinflussen.

Er warnt, sobald die Investmentkette bei AI schrumpft, könnte der gesamte Markt „heftigen und schmerzlichen“ Neubewertungen unterzogen werden.

Zitron gibt zu, dass die potenzielle Tragweite dieses Schocks ihn „fast hoffen lässt, dass er falsch liegt“.

Auch Anthropic ist nicht sicher

Zitron ist der Ansicht, dass auch OpenAIs Konkurrent Anthropic keineswegs risikofrei ist.

Er betont, dass Anthropic ebenfalls Milliarden für Modellentwicklung und Infrastruktur ausgegeben hat, regelmäßig neue Claude-Versionen veröffentlicht, aber nach wie vor unscharfe Geschäftsziele und unklare Wege zur Profitabilität besitzt.

Mit anderen Worten: Das Grundproblem der Branche generativer AI ist derzeit, dass die Produktnachfrage zwar schnell wächst, die Kosten für Rechenkraft aber noch schneller steigen.

Wenn Unternehmen und Konsumenten künftig nicht bereit sind, ausreichend hohe Preise für AI-Dienste zu bezahlen, könnte das Geschäftsmodell der gesamten Branche unter Druck geraten.

Nicht alle Investoren sind pessimistisch

Der Markt blickt jedoch nicht gänzlich negativ auf die Perspektiven von AI.

Howard Marks, Mitgründer von Oak Tree Capital, sagte kürzlich, seine Sicht auf AI habe sich geändert.

Marks war einst besorgt, dass AI eine Blase sein könnte, doch nach praktischen Erfahrungen sieht er in der Technologie Fähigkeiten, die viele vorherige technische Innovationen nicht aufwiesen.

Er hebt hervor, dass AI Kontext verstehen kann, Antworten je nach Nutzer anpasst, über eigene Vor- und Nachteile diskutiert und sogar Humor einsetzt – Eigenschaften, die ihn dazu gebracht haben, das langfristige Potenzial von AI neu zu bewerten.

Marks meint, der größte Unterschied zwischen AI und bahnbrechenden technischen Innovationen wie Eisenbahn oder Internet sei, dass AI ein deutlich höheres Maß an Autonomie mit sich bringt.

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