Goldmarktanalyse von Everbright Futures am 13. Juli: Die Lage im Nahen Osten belastet Gold, diese Woche im Fokus: das Kongress-Debüt von Waller und die CPI-Daten
Am Wochenende verschärfte sich die Lage in der Straße von Hormus, womit der Londoner Spot-Goldpreis am Montagmorgen unter Druck geriet. Rückblickend auf die verstärkten Preisbewegungen von Gold im In- und Ausland in der vergangenen Woche setzte der Wochenchart seine Abwärtsbewegung fort, wobei Spot-Gold einen Wochenverlust von 1,51 % verzeichnete und der Hauptkontrakt für Shanghai-Gold einen Wochenverlust von 1,48 %. In geopolitischer Hinsicht entbrannte zwischen den USA und Iran eine neue Runde von Konflikten, wodurch mit zunehmender Intensität beider Seiten das Schifffahrtsrisiko in der Straße von Hormus erneut anstieg. Steigende Ölpreise schüren Inflationsprognosen und sorgten kurzfristig für eine schwächere Entwicklung beim Goldpreis.
Makroökonomisch: Der ISM-Dienstleistungs-PMI der USA fiel im Juni von 54,5 auf 54,0 und lag damit leicht unter der Markterwartung von 54,2. Dieser Indikator bleibt fortlaufend über der Schwelle von 50, was eine Expansion des Dienstleistungssektors bedeutet, jedoch hat sich das Wachstumstempo verlangsamt. Der Beschäftigungsindex erzielte den bislang größten Anstieg des Jahres 2024 und kehrte in die Expansionszone zurück, während der Preisindex für Zahlungen auf 67,7 sank – den niedrigsten Stand seit vier Monaten –, was auf eine langsamere Kostensteigerung der Unternehmen hindeutet. Die vom Federal Reserve veröffentlichte FOMC-Protokolle für Juni zeigen, dass immer mehr Amtsträger die Investitionswelle im Bereich AI als wichtigen Treiber für anhaltend hohe Inflation sehen. Konflikte im Nahen Osten und die Zollpolitik sind zwei weitere Inflationsrisiken. Sollte die Inflation in diesem Jahr hoch bleiben, müssten die Zinssätze weiter angehoben werden; sollten die Preissteigerungen schnell nachlassen, könnte die Fed abwarten. Interne Meinungsverschiedenheiten zur Kommunikation der Geldpolitik treten beim Federal Reserve zunehmend zutage: Gouverneur Waller hält Forward Guidance weiterhin für ein wertvolles Instrument und steht damit im Gegensatz zu Powell. Fed-Chair Powell wird am 15. Juli an einer Anhörung des Bankenausschusses im Senat teilnehmen – die Sitzung befasst sich mit dem halbjährlichen Bericht zur Geldpolitik der Fed an den Kongress und könnte Hinweise zur Zinspolitik und geldpolitischen Richtung liefern.
Der Markt für Edelmetalle steht vor einem "Powell-Kongress-Debüt und CPI-Daten"-doppelten Testmoment: Am 14. Juli werden die US-CPI-Daten für Juni zeitgleich mit Powells Anhörung im Repräsentantenhaus veröffentlicht, am 15. Juli folgt nach der Veröffentlichung der PPI-Daten eine zweite Anhörung vor dem Senat. Die Wechselwirkung zwischen Inflationsdaten und politischen Signalen wird die Entwicklung der Edelmetalle beeinflussen. Zwischen den USA und Iran ist eine zweite Konfliktrunde entstanden, der Markt kehrte kurzzeitig zu Handelsstrategien basierend auf wieder ansteigenden Inflations- und Zinserwartungen zurück. Allerdings zeigt die Entwicklung von Öl- und Goldpreisen in der Woche, dass man der Nachhaltigkeit dieser Konflikte wenig zutraut; nennenswerte positive Impulse für eine starke Goldrallye sind ausgeblieben. Insgesamt ist eine schwache Korrekturbewegung vorherrschend, was darauf hinweist, dass die gegenwärtige Bewegung innerhalb der Bodenbildungsphase von Gold nicht robust ist. Angesichts der wechselhaften geopolitischen Faktoren und der sich ständig verändernden Fed-Politik bestehen deutliche Meinungsunterschiede zwischen Bullen und Bären, weshalb weiterhin Vorsicht geboten ist.
Verfasst von: Li Qi
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Handelsberatungslizenz: Z0016145
Redakteur: Zhu Henan
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