SpaceX-Aktienkurs fällt fast 30 % vom Höchststand, erfahrener Investor äußert scharfe Kritik: Flut der Entsperrungen steht bevor, nur 30 Dollar pro Aktie wert
Laut German Finance News ist der Aktienkurs des Raumfahrtunternehmens SpaceX (SPCX.US) seit seinem IPO-Höchststand um etwa 28% gefallen und liegt über 200 US-Dollar unter dem Spitzenwert. Der erfahrene Investor George Noble äußert erneut sein Misstrauen und warnt vor einem zunehmenden Verkaufsdruck von Seiten der Insider in den kommenden Monaten.
Noble veröffentlichte am vergangenen Samstag eine ausführliche Analyse auf der X-Plattform und erklärte: „Der größte IPO der Geschichte entwickelt sich zugleich zur größten 'Exit-Liquiditäts'-Aktion aller Zeiten.“ Er betonte offen: „Die Struktur dieses IPOs ist darauf ausgelegt, das Kapital der Kleinanleger vom Unternehmensanteil abzutrennen.“
Noble, der an der Gründung des Fidelity Overseas Fund beteiligt war, stellt fest, dass die Bewertung von SpaceX stark von den fundamentalen Daten abweicht. Nach seinen Berechnungen lag das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei Börseneinführung zum Ausgabepreis von 135 US-Dollar bereits über dem 90-fachen, nach dem Listing näherte es sich sogar dem 140-fachen Kurs-Umsatz-Verhältnis.
Außerdem ist Noble der Meinung, dass der Kursanstieg zu Beginn nicht durch fundamentale Faktoren verursacht wurde, sondern durch das von ihm sogenannte „künstliche Short Squeeze“. Nach dem IPO waren weniger als 5% der SpaceX-Aktien frei handelbar, während das Unternehmen sofort in die Nasdaq 100 Indizes (QQQ, IQQ) sowie die Russell Indizes (IWB, IWL) aufgenommen wurde. Dies zwang passive Fonds und ETF dazu, während des höchsten öffentlichen Angebotsdrucks Aktien im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar zu kaufen.
„Das Angebot ist verschwindend gering, der Kauf aber zwangsweise – das ist ein künstlich erzeugter Short Squeeze“, schrieb Noble.
Noble geht davon aus, dass dieses Muster sich bald umkehren wird. Er wies darauf hin, dass das veröffentlichte Lock-up-Programm zeigt, dass Insider-Aktien schrittweise freigegeben werden – beginnend nach Veröffentlichung des Q2-Berichts und bis zum Jahresende, die letzte Freigabe ist für Juni 2027 angesetzt.
Laut den Berechnungen von Noble könnte, sobald Mitarbeiter und frühe Investoren Verkaufsrechte erhalten, das freigegebene Aktienvolumen dramatisch steigen. Seiner Ansicht nach wird der HauptKatalysator für den Aktienkurs in den nächsten Monaten nicht in den Fundamentaldaten des Unternehmens liegen, sondern im bereits kommunizierten Freigabeplan.
Noble erklärt, dass Starlink das einzige dauerhaft profitable Geschäft von SpaceX sei, dieses allein aber nicht ausreiche, um die aktuelle Bewertung des Unternehmens zu rechtfertigen. Er schätzt den fairen Wert von SpaceX auf etwa 30 US-Dollar pro Aktie und bezeichnet das Unternehmen als „die größte Bewertungsspekulationsblase bei Large Caps, die ich je gesehen habe“.
Am vergangenen Freitag schloss die SpaceX-Aktie bei etwa 145 US-Dollar, nur etwa 10 US-Dollar über dem IPO-Ausgabepreis von 135 US-Dollar.
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