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Berichtssaison, Walsh und US-Inflation – Wohin steuern Federal Reserve und die Märkte? Nächste Woche "erste Anzeichen"!

Berichtssaison, Walsh und US-Inflation – Wohin steuern Federal Reserve und die Märkte? Nächste Woche "erste Anzeichen"!

华尔街见闻华尔街见闻2026/07/12 01:41
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Von:华尔街见闻

Der neue Vorsitzende der US-Notenbank, Walsh, wird demnächst zum ersten Mal an einer Anhörung vor dem Kongress teilnehmen, während gleichzeitig die US-Inflationsdaten für Juni veröffentlicht werden. Vor dem Hintergrund dieser beiden Ereignisse steht die Marktpositionierung bezüglich einer Zinserhöhung im Juli vor einer konzentrierten Prüfung.

Nächsten Dienstag findet die Walsh-Anhörung vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses statt, während die US-CPI-Daten für Juni bereits am selben Tag veröffentlicht werden. Am Mittwoch, kurz nach Veröffentlichung der US-PPI-Daten, wird Walsh erneut im Senat aussagen.

Laut einer Umfrage unter Bloomberg-Ökonomen liegt die derzeitige implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli bei lediglich 24%. Damit diese Zahl deutlich steigt, sind sowohl "überraschend hohe CPI-Werte" als auch "eine offensichtlich aggressive Haltung von Walsh" erforderlich.

Bloombergs Chefökonom für die USA, Andrew Sacher, hält das gleichzeitige Eintreten beider Ereignisse für wenig wahrscheinlich.

Gleichzeitig weist Goldman Sachs darauf hin, dass der US-Aktienmarkt sich derzeit an einem empfindlichen Scheideweg befindet. Die Unsicherheit bezüglich des geldpolitischen Kurses der Fed stellt den wichtigsten Risikofaktor für den Aktienmarkt im kurzfristigen Zeitraum dar. Mit dem Auftakt der Q2-Berichtssaison und der Veröffentlichung der CPI-Daten für Juni könnte die Marktvolatilität deutlich zunehmen.

Walshs Premiere im Kongress: Inflationsdaten und Signale der Geldpolitik werden gemeinsam präsentiert

Seit Walsh das Amt des Fed-Vorsitzenden übernommen hat, gibt es Bedenken hinsichtlich der Transparenz der Kommunikation der Notenbank.

Zuvor hatte die Wall Street ihre Besorgnis darüber geäußert, dass öffentliche Äußerungen von Fed-Offiziellen zurückgegangen sind und damit Marktvolatilität auslösen könnten. Die beiden Anhörungen in der kommenden Woche werden Walshs erste öffentliche Auftritte als Vorsitzender der Fed sein; die Märkte werden seine Formulierungen genau auf mögliche Hinweise zur Zinspolitik im Juli analysieren.

Bloomberg-Ökonomen erwarten, dass nach deutlichen Preissteigerungen von März bis Mai, die Inflationsdaten für Juni eine Entspannung zeigen. Sinkende Benzinpreise dürften den CPI drücken, sodass der Index möglicherweise zum ersten Mal seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie im Jahr 2020 im Monatsvergleich negativ ausfällt.

Ökonomen von Goldman Sachs teilen diese Ansicht und prognostizieren für den Gesamt-CPI einen Wert von -0,11 %, was vor allem die jüngsten Rückgänge bei den Energiepreisen widerspiegelt. Die Kern-CPI-Veränderung für Juni wird mit 0,17 % erwartet, ebenfalls unter dem Konsens von 0,2 %.

Die PPI-Daten zeichnen jedoch ein komplexeres Bild. Die durch den Iran-Krieg ausgelösten Energieschocks wirken sich weiterhin entlang der Lieferkette aus; die Kern-PPI (ohne Nahrungsmittel und Energie) könnte im Jahresvergleich von 4,9 % auf 5,2 % steigen.

Bloombergs Andrew Sacher fasst zusammen:

Die aktuell implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Juli beträgt laut Markt nur 24 %. Dies zeigt, dass der Markt nicht wirklich davon ausgeht, dass die Fed handeln wird. Um diese Erwartung deutlich zu ändern, müssten die CPI-Daten die Prognosen deutlich übertreffen und Walsh sich am Dienstag deutlich aggressiv zeigen – die Wahrscheinlichkeit, dass beides gleichzeitig eintritt, halten wir für gering.

Solides Gewinnwachstum im zweiten Quartal, doch Zinserhöhungen der Fed setzen den US-Aktienmarkt dreifach unter Druck

Goldman Sachs erwartet für die zweite Quartalsberichtssaison erneut ein starkes Gewinnwachstum.

Am Dienstag, dem 14. Juli, veröffentlichen die fünf größten US-Banken gleichzeitig ihre Geschäftszahlen und eröffnen damit die Berichtssaison – die Zahl der Telefonkonferenzen ist dieses Mal ungewöhnlich hoch.

Bank of America und JPMorgan werden voraussichtlich als erste am Vormittag ihre Ergebnisse vorstellen, gefolgt von Wells Fargo. Danach folgen die Zahlen von Goldman Sachs und Citigroup. In der nächsten Woche werden auch die Ergebnisse von ASML und TSMC direkt die Stimmung im globalen AI-Chip-Markt testen.

Goldman Sachs prognostiziert, dass der S&P 500 EPS im Jahr 2026 340 US-Dollar erreichen wird, was einem Wachstum von 24 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Jahr 2027 soll er auf 385 US-Dollar steigen, ein weiteres Wachstum von 13 %.

Das aktuelle S&P 500 KGV liegt bei 21, das Jahresendziel von Goldman Sachs ist 8.600 Punkte, das 12-Monats-Ziel liegt bei 8.300 Punkten – im Vergleich zu den derzeitigen 7.544 Punkten entspricht dies einem Steigerungspotenzial von etwa 14 % bzw. 10 %.

Allerdings warnt Goldman Sachs, dass in dieser Berichtssaison möglicherweise der enorme positive Effekt der letzten Quartalssaison fehlt, der durch die deutlich aufgestockten Erwartungen an KI-Investitionen entstanden ist. Ob Gewinne weiterhin die Märkte treiben können, hängt von der Unterstützung des makroökonomischen Umfelds ab.

Goldman Sachs stellt in seinem aktuellen US-Aktienstrategie-Report klar, dass der Beginn einer Zinserhöhungsphase durch die Fed dem US-Aktienmarkt kurzfristig erhebliche Widerstände bescheren wird. Goldman Sachs nennt dafür drei Gründe.

Erstens: Eine straffere Geldpolitik drückt die Wachstumserwartungen. Zwar ist das Wirtschaftswachstum für die Aktienmärkte wichtiger als das Zinsniveau, doch das tightening der Fed wird — ceteris paribus — die Wachstumsaussichten für die Märkte bremsen.

Zweitens: Die Kapitalintensität dieser Konjunkturphase ist deutlich gestiegen, was die Empfindlichkeit der Märkte für Veränderungen der Kapitalkosten erhöht.

Goldman Sachs zeigt, dass Aktien im Bereich KI-Infrastruktur mittlerweile 42 % der gesamten Marktkapitalisierung des S&P 500 ausmachen und voraussichtlich 38 % der Gewinne sowie 50 % des Gewinnwachstums im Jahr 2026 beisteuern werden. Die Kapitalkosten der führenden Cloud-Unternehmen entsprechen in diesem Jahr fast ihrem operativen Cashflow; sowohl Verschuldung als auch Eigenkapitalfinanzierung steigen, ihr Netto-Schuldenstand erreichte im ersten Quartal 2026 bereits 239 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um etwa 190 % im Vergleich zum Vorjahr.

Gleichzeitig erreichte das US-Equity-Finanzierungsvolumen im zweiten Quartal ein Rekordhoch; IPOs, Kapitalerhöhungen, Wandelanleihen und SPACs summierten sich auf 252 Milliarden US-Dollar, und überschritten damit das bisherige Maximum von 234 Milliarden US-Dollar aus dem ersten Quartal 2021. Das bedeutet, jede Erhöhung der Kapitalkosten wird direkt den wichtigsten Wachstumsmotor dieses Zyklus treffen.

Drittens: Die Straffung der Fed ist historisch ein wichtiges Warnsignal für das Ende von Bullenmärkten mit hoher Bewertung und starker Konzentration. In den Zinserhöhungszyklen der Fed 1929, 1972, 1987 und 1999 lag die Kehrtwende jeweils vor dem Hoch des Bullenmarkts; 2022 folgte der Markt dem Zinskurs vorab und erreichte so frühzeitig seinen Gipfel.

Mehrere Fed-Offizielle äußern sich geballt – die “Schweigephase” der Fed könnte zu Ende gehen

Neben der Walsh-Anhörung treten in der kommenden Woche weitere Fed-Vorstandsmitglieder öffentlich auf. Der Zeitplan umfasst:

  • Am Montag spricht Fed-Gouverneur Christopher Waller;
  • Am Mittwoch sprechen John Williams, Präsident der New York Fed, sowie Fed-Gouverneurin Lisa Cook;
  • Am Donnerstag äußern sich Fed-Vizepräsident Philip Jefferson, Dallas-Fed-Präsident Lorie Logan und Kansas-City-Fed-Präsident Jeff Schmid.

Bei den US-Wirtschaftsdaten werden am Donnerstag die Einzelhandelsdaten veröffentlicht, am Freitag folgen die Zahlen zu Industrieproduktion, Baubeginnen und dem Verbraucherindex, die gemeinsam einen umfassenden Überblick über die Robustheit der US-Wirtschaft geben.

Goldman Sachs‘ Strategieexperten für Zinsen sind der Meinung, dass mit Walshs Einführung eines neuen Kommunikationsrahmens die Volatilität der Zinsen rund um FOMC-Meetings steigen könnte.

Egal ob die Fed letztlich die Zinsen erhöht oder nicht, die Unsicherheit im Zinspfad wird den Aktienmarkt belasten. Historische Daten zeigen, dass rasche und größere Zinsschwankungen – egal in welche Richtung – den Aktienmarkt meist unter Druck setzen.

Laut Goldman Sachs könnte eine Zinsvolatilität auf dem Niveau des Zyklus 2022–2023 einen Rückgang des S&P 500-KGV um etwa 6 % beziehungsweise knapp 1 Punkt verursachen.

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