Die indonesische Rupiah im Morast
Indonesien, als die größte Volkswirtschaft Südostasiens, hat im laufenden Jahr einen Rückgang des Jakarta Composite Index um insgesamt 29 % verzeichnet; die indonesische Rupiah hat gegenüber dem US-Dollar um mehr als 6 % abgewertet. Das Land erlebte in den letzten sechs Monaten eine Serie von "Triple-Schocks" bei Aktien, Anleihen und Währung und verteidigte dabei seinen Status als "Schwellenmarkt". Im Januar dieses Jahres verkündete MSCI, dass sämtliche Indexanpassungen für Indonesien eingefroren werden, dass keine weiteren indonesischen Einzelwerte dem Schwellenmarktindex hinzugefügt werden und sprach eine bedeutende Warnung aus: Der indonesische Markt weist grundlegende Investitionsmängel auf; sollten diese Mängel nicht fristgerecht behoben werden, würde Indonesien vom Schwellenmarkt zum Frontier-Markt herabgestuft.
In der vergangenen Woche entschied sich MSCI, das Rating beizubehalten, senkte jedoch die Teilbewertung "Informationsfluss" auf negativ. Innerhalb weniger Wochen führte die indonesische Zentralbank eine Zinserhöhung um 100 Basispunkte durch, wodurch die Rupiah von ihrem historischen Tiefpunkt zurückprallte. Ist die Krise wirklich vorbei?
Das Haushaltsdefizit bleibt hoch, der Wechselkurs steht unter Druck. Das indonesische "Landeshaushaltsgesetz" schreibt eine Obergrenze für das Haushaltsdefizit von 3 % und eine Schuldenobergrenze von 60 % fest. Im Jahr 2025 wird das Haushaltsdefizit Indonesiens auf den höchsten Stand seit der Pandemie steigen (während der Pandemie wurde die Obergrenze temporär aufgehoben). Seit dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran steigen die internationalen Ölpreise, was Indonesien dazu zwang, die Treibstoffsubventionen zu erhöhen und gleichzeitig landesweite Ernährungs- und Infrastrukturprogramme voranzutreiben. Angesichts der hohen Haushaltsausgaben und schwachem Einkommenswachstum stellt der Markt die Haushaltsstabilität und Nachhaltigkeit Indonesiens aktuell in Frage.
Netto-Import von Öl wird seit dem US-Iran-Konflikt zum Belastungsfaktor für den Wechselkurs. Im Vergleich dazu sind Brasilien und Indonesien beides rohstoffexportierende Schwellenländer, jedoch weisen deren Währungen unterschiedliche Entwicklungen auf. Beim Vergleich der Handelsstruktur beider Länder setzt Brasilien auf Tiefsee-Öltechnologie und ist Nettoexporteur von Rohöl, während Indonesiens Warenhandel (hauptsächlich Kohle, Palmöl, Nickellegierungen) einen Überschuss aufweist, das Öl- und Gassegment jedoch per se ein Defizit aufweist und ein Großteil der Energie importiert wird. Seit dem US-Iran-Konflikt führt der Anstieg der Ölpreise zu einer immer stärkeren Divergenz der Wechselkursentwicklung beider Länder.
Im Artikel „Der Kampf um die Verteidigung der asiatischen Währungen“ wurde bereits erläutert, wie die indonesische Zentralbank seit Beginn des Jahres mit direkter Intervention über Devisenreserven und verschiedenen makroprudenziellen sowie Kapitalmaßnahmen, sowie den seit Mai fortwährenden Zinserhöhungen, der Rupiah etwas Luft verschafft hat. Dennoch bleiben die grundlegenden Ursachen der Schwäche unverändert:
(1) Das Haushaltsdefizit expandiert und bleibt hoch; Zinserhöhungen und die Abwertung des Wechselkurses werden den Haushaltsdruck weiter erhöhen;
(2) Die jüngst eingeführte staatliche Exportmonopolpolitik für strategische Rohstoffe (Kontrolle von Kohle, Palmöl, Titanklegierungen, bei der Unternehmen des Staatsfonds als alleinige gesetzliche Exportmittler für ausländische Käufer agieren) wollte zwar die Haushaltseinnahmen erhöhen, sorgt aber für Kontroversen am Markt und könnte die Exporte zusätzlich beeinträchtigen; gepaart mit dem fortwährenden Nettoimport von Energie steigt die Handelsunsicherheit weiter.
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