KI greift nun nach dem Anleihemarkt – das „Vorspiel“ von 2008 spielt sich gerade ab!?
In den vergangenen zwei Jahren war AI vor allem im Aktienbereich auffällig: Die Bewertungen der führenden AI-Unternehmen wurden kontinuierlich erhöht.
Doch jetzt gibt es eine noch wichtigere Veränderung: AI verschlingt zunehmend Schulden. Die fünf großen Hyperscaler—Amazon, Alphabet, Meta, Microsoft, Oracle—haben im Jahr 2025 am US-Unternehmensanleihemarkt Anleihen im Wert von 121 Milliarden Dollar begeben, während der jährliche Durchschnitt von 2020–2024 nur bei 28 Milliarden Dollar lag. Die Prognose für die neu aufgenommenen Schulden der fünf Unternehmen im Jahr 2026 wurde auf 175 Milliarden Dollar angehoben. Weltweit könnte die Emission AI-bezogener Schulden im Jahr 2026 fast 570 Milliarden Dollar erreichen.
Denn das Trainieren und Betreiben von AI besteht nicht einfach darin, ein paar Zeilen Code zu schreiben—es erfordert extrem kostspielige Infrastruktur in der realen Welt: Chips, Server, Datenzentren, Grundstücke, Strom, Kühlsysteme, Glasfaser, langfristige Mietverträge. Das heißt, AI ist längst vom "Software-Leichtgewicht" zur "Infrastruktur-Schwergewicht-Story" geworden.
Dafür braucht es den Anleihemarkt; das Kapital aus dem Aktienmarkt allein reicht nicht mehr aus.
Nach neuesten Berichten plant Amazon die Emission von mindestens 25 Milliarden Dollar Anleihen, um AI-bezogene Investitionen und Schulden zu begleichen.
Obwohl derzeit so viele AI-bezogene Anleihen ausgegeben werden, hat das nicht sofort die Unternehmensanleihe-Spreads explodieren lassen.
Der Grund ist einfach: Zu den Hauptakteuren bei der Anleiheemission gehören viele "Super-Eliten"—Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta. Diese Unternehmen haben starke Cashflows, hohe Gewinne und gute Kreditbewertungen. Anleiheinvestoren denken: Selbst wenn AI-Investitionen etwas verschwendet werden, werden sie ihre Schulden trotzdem decken können.
Deshalb wirkt der Markt aktuell so ruhig. Viele Anleihen mit Investment-Grade weisen weiterhin niedrige Spreads auf, das heißt, die Investoren verlangen noch keinen besonders hohen zusätzlichen Zins von diesen Unternehmen.
Aber genau das ist einer der versteckten Risiken. Finanzkrisen beginnen meist nicht mit Vermögenswerten, von denen "jeder weiß, dass sie riskant sind", sondern mit solchen, die "jeder für sehr sicher hält".
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