Die Wall Street setzt plötzlich massiv auf China! Geheimnisvolle Gelder investieren 11 Millionen US-Dollar, um sich frühzeitig auf ein großes Comeback der Internetaktien vorzubereiten
Obwohl der US-Aktienmarkt weiterhin Rekordhochs verzeichnet und der Nasdaq-Index gerade das beste Quartal seit 2020 erzielt hat, steckt der chinesische Aktienmarkt immer noch in einem Bärenmarkt fest. Der Optionsmarkt sendet jedoch ein vollkommen anderes Signal als der Kassamarkt – immer mehr Wall-Street-Kapital setzt auf eine Erholung der chinesischen Internetaktien.
Bisher ist der iShares China Large-Cap ETF (FXI), der chinesische Großunternehmen abbildet, im laufenden Jahr um insgesamt 18 % gefallen und befindet sich nun seit neun Monaten in einem Bärenmarkt. Gleichzeitig hat der KraneShares CSI China Internet ETF (KWEB), der Branchenführer wie Alibaba, Tencent, JD.com usw. enthält, seit seinem Hoch im Oktober letzten Jahres mehr als 40 % eingebüßt – belastet durch die rückläufige Bewertung von KI-Technologien sowie erneute Handelsspannungen zwischen China und den USA.

(Bildquelle:CNBC)
Gleichzeitig übertraf Nike in seinem jüngsten Quartalsbericht zwar die Markterwartungen, doch das Management warnte weiterhin vor Unsicherheiten hinsichtlich der Erholung der chinesischen Verbrauchernachfrage, was nachbörslich zu einem Kursrückgang führte und erneut die Sorge des Marktes über die Erholung des Konsums in China widerspiegelte.
Während der Kassamarkt weiterhin vorsichtig bleibt, beginnen Optionshändler jedoch massiv auf eine Erholung chinesischer Vermögenswerte zu wetten.
Verbesserte Wirtschaftsdaten Chinas entfachen Erholungserwartungen
In der vergangenen Woche zeigten die neuesten veröffentlichten Zahlen aus China, dass die industrielle Aktivität wieder auf Wachstumskurs ist und der Einkaufsmanagerindex (PMI) im Dienstleistungssektor den höchsten Stand seit Mai letzten Jahres erreicht hat, was zu einer neuen Aufwärtsbewegung chinesischer Vermögenswerte führte.
Obwohl der FXI daraufhin wieder nachgab, stieg der KWEB an drei aufeinanderfolgenden Handelstagen um insgesamt fast 4 % (UTC+8).
Bemerkenswert ist zudem ein deutlicher Wandel bei den Kapitalströmen im Optionsmarkt.
Explodierendes Volumen bei Call-Optionen
Laut Daten von Cboe LiveVol erreichte das Handelsvolumen der KWEB-Optionen am Dienstag das fast Dreifache des 30-Tage-Durchschnitts.
An diesem Tag wurden insgesamt rund 628.000 Optionskontrakte gehandelt, davon etwa 612.000 Call-Optionen – Put-Optionen machten nur einen sehr geringen Anteil aus.
Laut ThinkOrSwim-Daten entfielen an diesem Tag mehr als 250.000 gekaufte Call-Optionen auf aktive Käufe, während bei den aktiv gekauften Put-Optionen weniger als 4.000 gezählt wurden.
Von den an diesem Tag gehandelten Optionsprämien in Höhe von rund 48 Millionen US-Dollar entfielen etwa 46 Millionen US-Dollar auf Call-Optionen.
Analysten betonen, dass ein derart "einseitiger" Kapitalfluss in Richtung Call-Optionen selbst für beliebte ETFs sehr selten sei – ganz zu schweigen von einem Produkt mit langer Schwächephase und geringer Preisdynamik.
Großinvestor setzt 11 Millionen US-Dollar auf Kursanstieg bis Jahresende
Von den zwanzig meistgehandelten KWEB-Optionskontrakten des Tages waren 17 Calls.
Auffällig dabei ist, dass das Kapital nicht nur auf kurzfristige Spekulationen setzt.
Ein Großteil des Kapitals positioniert sich in langfristige Optionen mit Laufzeitende zum Jahresende, statt nur in kurzfristige Kontrakte, die in den nächsten Tagen auslaufen. Nur zwei der beliebtesten Verträge laufen an diesem Donnerstag aus (UTC+8).
Das größte Handelsvolumen und der höchste Betrag entfielen auf eine Call-Option mit einem Ausübungspreis von 29 US-Dollar und Fälligkeit am 18. Dezember dieses Jahres (UTC+8).
Gemessen am aktuellen Aktienkurs müsste der KWEB um etwa 23 % steigen, um den Break-even-Punkt zu erreichen.
Die größte Einzelorder des Tages stammte von einem institutionellen Anleger, der auf einen Schlag fast 102.000 dieser Call-Optionen erwarb – mit einem Gesamteinsatz von rund 11 Millionen US-Dollar.
Gleichzeitig verkaufte dieser Investor noch Calls mit höheren Ausübungspreisen, darunter Optionen mit einem Ausübungspreis von 35 US-Dollar im Wert von rund 930.000 US-Dollar sowie Optionen mit einem Ausübungspreis von 33 US-Dollar mit Fälligkeit am 18. September und einem Wert von rund 770.000 US-Dollar (UTC+8), um die Gesamtkosten der Positionsaufnahme zu senken.
Den Daten von SpotGamma zufolge spiegelt diese Transaktion wider, dass institutionelle Investoren mittels von Optionskombinationen auf eine deutliche Erholung des chinesischen Internetsektors in den kommenden Monaten setzen und dabei das Risiko kontrollieren.
Analysten sind der Ansicht, dass eine derart groß angelegte, langfristig ausgerichtete Call-Position in einer weiterhin vorsichtigen Marktstimmung darauf hindeutet, dass Teile des Wall-Street-Kapitals bereits vorab auf eine Neubewertung des chinesischen Internetsektors setzen. Ob sich diese optimistische Erwartung erfüllt, hängt weiterhin von der Stärke der wirtschaftlichen Erholung Chinas, den Verbesserungen der Unternehmensgewinne sowie der weiteren Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Handelsbeziehungen ab.
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