Befindet sich der KI-gesteuerte Bullenmarkt noch in der zweiten Hälfte? Der neue Fed-Vorsitzende Wash verzichtet auf Forward Guidance und deutet weitere Zinserhöhungen für später in diesem Jahr an.
BlockBeats News, 22. Juni: Der neue Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Wash, drängt auf einen grundlegenden Wandel in der Kommunikationsstrategie der Geldpolitik. Das vom Trump ernannte neue Oberhaupt der Fed befürwortet, markteingreifende Rhetorik zu reduzieren und stattdessen die Preisbildung auf den Finanzmärkten selbst zum vorrangigen Signal für die Steuerung der Erwartungen an Wirtschaft und Inflation werden zu lassen, womit er mit der langjährigen Tradition der Fed der „forward guidance“ bricht.
In Bezug auf die Geldpolitik hat die Fed auf der Sitzung im Juni den Leitzins unverändert belassen, aber die Möglichkeit weiterer Zinserhöhungen später im Jahr angedeutet. Infolgedessen stieg die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihen auf etwa 4,177 % und erreichte damit ein neues Hoch seit Februar 2025. Die aktuelle Inflationsrate liegt weiterhin über 4 % vor dem Hintergrund eines komplexen makroökonomischen Umfelds.
Historische Daten zeigen jedoch, dass Zinserhöhungen nicht zwangsläufig das Ende eines Bullenmarktes bedeuten. In den fünf Zinsanhebungszyklen seit den 1990er Jahren stieg der S&P 500 Index in vier dieser Perioden, wobei es im Zyklus von 2015 bis 2018 zu einem Anstieg von bis zu 19 % kam.
Die zentrale Stütze dieses Bullenmarktes bleibt der KI-Investitionsboom. Am letzten Handelstag lagen S&P 500, Dow und Nasdaq alle weniger als 2,1 % unter ihren Allzeithochs. Allerdings warnte Societe Generale-Stratege Albert Edwards, dass das derzeitige Konsumwachstum stark von einer rückläufigen Sparquote abhängt und nicht von tatsächlichem Einkommenszuwachs, wobei das reale Einkommen bereits im Jahresvergleich rückläufig ist. Der Markt ist weitgehend abhängig vom Wohlstandseffekt, der durch die Wertsteigerung von Vermögenswerten aufrechterhalten wird – das Fundament des Bullenmarktes wird auf die Probe gestellt, sobald die KI-Prämie versiegt.
Analysten sind sich allgemein einig, dass die Ära Wash bei der Fed ein Marktumfeld mit höherer Volatilität und weniger Interventionen bedeutet. Bis die KI-Blase platzt, könnte dieser Bullenmarkt jedoch noch eine spannende zweite Hälfte vor sich haben.
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