Vor der Markteröffnung erschien ein aufschlussreicher Bericht in ausländischen Medien.
Quelle: Wall Street Informationskreis

Die Medien beabsichtigen bewusst, die Messlatte höher zu legen.
Vor Börseneröffnung am Montag veröffentlichte Bloomberg einen Artikel mit dem Titel „Der bevorzugte Indikator der Fed zeigt eine Beschleunigung der Inflation“ (der Titel setzt direkt eine klare Aussage). Der am Donnerstag veröffentlichte Kern-PCE-Preisindex für Mai wird eine Beschleunigung der monatlichen sowie der jährlichen Zuwachsrate zeigen, was die Notwendigkeit einer Zinserhöhung verschärfen könnte.
Erstens ist dieser Wert der von der Fed am stärksten beachtete Inflationsindikator (dessen Bekanntgabe nächsten Donnerstag ansteht) und zweifellos auch das am meisten beachtete Ereignis der kommenden Woche. Der neue Vorsitzende Walsch hat gleich zu Beginn den Markt erschreckt, was in der Zukunft die Sensibilität des Marktes für Wirtschaftsdaten erhöhen wird. In den nächsten zwei Monaten könnte nicht der Nahe Osten oder AI, sondern gerade eine etwas langweilig wirkende Zahl – der PCE – die Richtung der globalen Märkte bestimmen. Denn davon hängt eine noch größere Frage ab, nämlich ob 2026 wieder ein Jahr erhöhter Zinsen werden könnte.
Zweitens erwartet Bloomberg, dass der monatliche Anstieg des PCE im Mai weiter zulegt und auch das jährliche Wachstum wieder zunimmt. Sollte dies eintreffen, wäre das eine in ihrer Aussagekraft unumstrittene Zahl. Für Händler an der Wall Street ist Bloomberg selbst bereits ein Teil der Erwartungsbildung – lange bevor die Zahlen offiziell veröffentlicht werden, handeln Händler bereits auf Basis dieser Erwartungen eine Welle der Spekulation, zuerst mit den „erwarteten schlechten Nachrichten“. Was der Markt wirklich handelt, sind nicht immer die Daten, sondern die Erwartungen. Wenn alle schon von den schlechten Nachrichten wissen, sind diese oft gar nicht mehr so beängstigend.
Bemerkenswert ist, dass die Medien die erwarteten Werte vor der Veröffentlichung der Zahlen bereits nach oben gesetzt haben, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass die realen Daten die Erwartungen übertreffen, gering ist und der Schock für den Markt nach der tatsächlichen Veröffentlichung viel geringer ausfallen wird – dieser Bericht hilft dem Markt, die negativen Meldungen im Voraus zu verdauen.
Der PCE in der kommenden Woche könnte weniger Bedeutung haben, als viele vermuten. Wirklich beunruhigend wird der Blick auf die kommenden beiden Monate, da die gestiegenen Ölpreise eine verzögerte Wirkung zeigen. Die Zahlen für Juni könnten erst der Anfang sein, und erst die Veröffentlichungen für Juli und August werden wirklich offenbaren, ob der Anstieg der Energiepreise sich bereits auf Dienstleistungen, Mieten und Löhne ausgewirkt hat.
Der kommende Donnerstag wird keine Antwort liefern, sondern ist vielmehr ein Anfang.
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