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SemiAnalysis: Werden bis 2026 die Hälfte der US-Rechenzentren abgeschafft? Dies ist ein von "AI Coding" erzeugter Fehlalarm.

SemiAnalysis: Werden bis 2026 die Hälfte der US-Rechenzentren abgeschafft? Dies ist ein von "AI Coding" erzeugter Fehlalarm.

华尔街见闻华尔街见闻2026/06/19 11:38
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Von:华尔街见闻

Eine pessimistische Erzählung über eine Verlangsamung des Ausbaus von US-Rechenzentren fegt durch den Markt, doch die Datenwahrheit hinter der Bärenstimmung veranlasst rationale Investoren dazu, diesen kollektiven Fehlschluss neu zu überdenken.

Am 18. Juni veröffentlichte das unabhängige Branchenforschungsinstitut SemiAnalysis einen Artikel, der die weit verbreitete These von einer "starken Verlangsamung des Ausbaus von US-Rechenzentren, wobei die Hälfte der Kapazitäten für 2026 gestrichen oder verschoben wird", klar widerlegt. SemiAnalysis meint, diese Panikwelle resultiert aus Fehlinterpretationen und Stichprobenverzerrungen. Die tatsächlich für 2026 geplanten Auslieferungskapazitäten der US-Rechenzentren zeigen keinen Absturz – das Bautempo der Branche bleibt insgesamt stabil und widerstandsfähig.

Aus Sicht der Kerndaten hat SemiAnalysis in den letzten sechs Monaten die Prognose für die Kapazität von hyperskalierenden, selbstgebauten Rechenzentren in Nordamerika für Ende 2026 nur um 1 % angepasst, bei den Prognosen für Colocation-Zentren schwankten die Erwartungen um weniger als 5 %. Insgesamt bleibt die Prognose stabil. Die Daten zeigen, dass die Kapazitätskurve der Branche weit vom Einbruch entfernt ist, wie es in den Märkten verbreitet wird.

Das Institut gibt zu, es gibt in der Tat Verzögerungen bei einzelnen Projekten, aber das ist eine normale Anpassung im Rahmen groß angelegter Infrastrukturzyklen und kein frühes Signal für eine Nachfrageschwäche. Der aktuelle Pessimismus wurde vom Markt übertrieben; die heftigen Schwankungen bei der Sektorbewertung spiegeln die emotionale Überreaktion wider, nicht eine fundamentale Schwäche des Branchenfundaments.

SemiAnalysis: Werden bis 2026 die Hälfte der US-Rechenzentren abgeschafft? Dies ist ein von

AI glaubt "vorschnell" Ankündigungen, der Markt "verstärkt" die Panik

"Die Hälfte der US-Rechenzentrumskapazitäten wird bis 2026 gestrichen oder verschoben" – diese Aussage verbreitete sich kürzlich rasant in Finanz- und Sozialmedien. Sie stammt ursprünglich aus einem Bloomberg-Bericht vom 1. April, der von Techmedien mit noch reißerischeren Schlagzeilen aufgegriffen wurde.

Das unabhängige Forschungsinstitut SemiAnalysis jedoch betont, diese Panikstory ist in Wirklichkeit ein "von AI zusammengebastelter Fehlalarm": Zahlreiche Kapazitätsprognosemodelle greifen mithilfe von AI nur auf Pressemitteilungen zurück und halten ungeprüfte GW-Projektankündigungen für Fakten, ohne entscheidende Variablen wie tatsächliche Bauzeiten, Netzanschluss und Genehmigungsverfahren zu berücksichtigen.

Das Institut räumt ein, dass es tatsächlich lokale Verzögerungen gibt, aber die Mehrheit der als "gestrichen oder verschoben" markierten Projekte befindet sich noch in sehr frühen Phasen – diese Projekte hatten weder Finanzierung noch Genehmigungen oder Gerätebestellungen und waren nie realistisch für eine Auslieferung bis 2026 vorgesehen.

Der "Rechenfehler" mit den halbierten Verzögerungen: Das Problem liegt beim Nenner

Laut SemiAnalysis liegt das Problem der weit verbreiteten Schlussfolgerung, dass "50 % der Kapazität für 2026 verschoben oder gestrichen werden", nicht in der Zahl der als "gestrichen" gezählten Projekte, sondern im fehlerhaften Bezugswert des Nenners; Stichprobenbeschränkungen verfälschen das Ergebnis erheblich.

Marktweit kursiert die Sightline Climate Statistik, nach der von den für 2026 geplanten 12 GW an US-Kapazität nur 5 GW im Bau sind. SemiAnalysis hat jedoch anhand eines eigenen Satelliten-Bildmodells festgestellt, dass schon die beiden größten hyperskalierenden Cloud-Anbieter in den USA über mehr als 5 GW an selbst gebauter Kapazität verfügen, ohne dabei noch die Projekte von Drittanbietern mitzuzählen, die jeweils auf GW-Niveau im Bau sind.

Das bedeutet, dass Sightlines Zahlen nur die öffentlich bekannten Leuchtturmprojekte erfassen, aber nicht die gesamte Entwicklungspipeline der Branche abbilden. Solche früh verkündeten Projekte sind zudem von Natur aus unsicher und werden leicht verschoben oder abgesagt.

Entsprechend ist das Narrativ von "halbierter Kapazität" maximal auf eine kleine, spekulative Auswahl an Ankündigungen anwendbar, keinesfalls jedoch typisch für den Gesamtsektor in den USA und nicht repräsentativ für die tatsächliche Branchenlage.

SemiAnalysis: Werden bis 2026 die Hälfte der US-Rechenzentren abgeschafft? Dies ist ein von

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Verzögerungen existieren, sind aber eindeutig zuzuordnen und ihr Ausmaß ist überschaubar

SemiAnalysis leugnet die Existenz von Projektverzögerungen in der Branche nicht und hat bereits auf Projektrisiken bei Unternehmen wie STACK Infrastructure, Oracle, Nebius oder Core Scientific hingewiesen. Das Institut stellt jedoch klar: Die Verzögerungen sind kein systemischer Totalausfall, sondern konzentrieren sich auf bestimmte Szenarien und teilen die Verzögerungsfälle in drei zentrale Typen ein.

  • Typ 1: Frühzeitige spekulative Projekte, meist von neuen Marktteilnehmern initiiert, mit aggressiven Plänen und unrealistischen Zeitvorgaben, die noch nicht ernsthaft umgesetzt werden;
  • Typ 2: Zeitplanabweichungen bei etablierten Projekten, verursacht durch eine zu optimistische Einschätzung von Faktoren wie Geräteleiferung, Wetterlagen oder elektromechanischen Tests;
  • Typ 3: Verzögerungen durch regulatorische Beschränkungen, meist in späteren Bauphasen durch Genehmigungs- oder Akzeptanzprobleme vor Ort, Änderungen beim Strombezug oder Anpassungen im Projektplan verlängern die Auslieferungszeiten.

Das Nebius-Projekt im New Jersey Park beispielsweise sollte in vier Monaten 50 MW liefern, dauerte aber schließlich zehn Monate – ein klassischer Fall von Typ 2. Das Core Scientific-Projekt in Denton scheiterte am jährlich angepeilten Ausbau von 250 MW aufgrund von Genehmigungsproblemen, Planänderungen und Unterbrechungen in der Lieferkette – eine Mischung aus Typ 1 und 2.

Das Oracle/STACK-Projekt in New Mexico gehört hingegen zu Typ 3 – Pipeline-Probleme beim Erdgas und stockende Emissionsgenehmigungen haben die Inbetriebnahme von 2026 direkt auf 2029 verschoben. Alle drei Beispiele zeigen: Verzögerungen sind real, doch sie treten in klar umrissenen Segmenten auf und ihre Ursachen sind nachvollziehbar.

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Wesentliche Gründe für Marktpessimismus: Drei Arten irrelevanter “Störgeräusche” verhindern klare Einschätzungen

Nach Einschätzung von SemiAnalysis ist die jüngste systemische Panik am Markt vor allem auf drei Arten “geräuschhafter Information” zurückzuführen, die faktisch keinen Einfluss auf die Industrie haben, aber die Wahrnehmung der kurzfristigen Risiken übersteigern.

Erstens lokale Baustopps. Bis April 2026 haben 12 US-Bundesstaaten Regulierungsmaßnahmen verabschiedet, die aber nur frühe Planungsprojekte betreffen und nicht die Kernauslieferungskapazitäten für 2026. Das Moratorium in Maine betrifft zum Beispiel weniger als 5 MW Planungsleistung und hat praktisch keinen Einfluss.

Zweitens lokale Widerstände in der Öffentlichkeit. Proteste vor Ort, Ablehnungen, Rückzüge von Unternehmen betreffen meist nur auf dem Papier geplante Projekte, ohne Flächen, Geräten oder Netzanschlüsse – sie zählen nie zu den tatsächlich ausgeführten Kapazitäten.

Drittens eine Flut ungültiger Planungsankündigungen. Im Netzbewerbungsprozess finden sich zahlreiche “virtuelle Kapazitäten”. So erhielt ERCOT in Texas beispielsweise Anträge für über 410 GW maximaler Last von Rechenzentren (das Fünffache des bisherigen Spitzenwertes), wovon laut SemiAnalysis etwa 311 GW spekulativ und rein virtuell sind und sich nie in echte Kapazität umsetzen lassen.

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Risiken werden ausgeräumt, die Nachfrage bricht jedoch nicht ein

SemiAnalysis ist der Ansicht, dass das eigentliche Problem hinter der Marktpessimismus darin besteht, die Risikoeinstufung von Projekten nicht differenziert zu haben.

Die aktuellen Verzögerungen und Streichungen betreffen zum größten Teil spekulative Projekte im Frühstadium – das ohnehin strukturelle Überangebot der Branche. Die zentrale Auslieferungskapazität für 2026 basiert dagegen auf hochwertigen Projekten mit sehr hoher Umsetzungssicherheit: gesicherte Grundstücke, klar definierte Stromversorgung, genehmigte Baupläne, langfristige Gerätebestellungen, realer Baufortschritt.

Zur Überwindung der branchenweiten Flaschenhälse haben führende Betreiber bereits ausgefeilte Strategien entwickelt: Politisch wird auf lokale Genehmigungs- und Kooperationsprozesse gesetzt, problematische Regionen werden frühzeitig verlassen und politisch freundlichere Gegenden oder Brownfield-Flächen erschlossen; auf technischer Seite werden Probleme beim Netzzugang (mit 7–10 Jahren Vorlauf) und bei zentralen Geräten (über ein Jahr Lieferzeit) durch direkte Netzinvestitionen, gesicherte Stromgrundstücke, dezentrale Stromerzeugung, Vorab-Zahlungen und modulare Bauweise ausgeglichen, um die Lieferkette und Infrastrukturhürden abzufedern und den Ausbau der Schlüsselprojekte sicherzustellen.

Die Panik ist somit vorrangig das Resultat fehlerhafter Risikoeinschätzung – die Fundamentaldaten der Branche sind weiterhin tragfähig.

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