Hat das Finale des Bullenmarktes begonnen? US-Privatanleger kehren an die Börse zurück, ETF-Kapitalzuflüsse nähern sich Allzeithochs
Die Nettozuflüsse in US-Aktien-ETFs haben im vergangenen Monat die Marke von 150 Milliarden US-Dollar überschritten und damit den zweithöchsten Stand in der Geschichte erreicht. Das umfassende Eintreten von Privatanlegern wird am Markt als Warnsignal gesehen – historische Erfahrungen zeigen, dass dies häufig das nahende Ende der aktuellen Aufwärtsbewegung signalisiert.
Der Rückfluss der Privatanleger beschleunigt sich deutlich. Noch zuvor hatten diese während turbulenter Marktphasen ungewöhnlich abwartend agiert und ihre Bereitschaft, Rücksetzer zu kaufen, stark verringert; nun scheint diese Vorsicht über Bord geworfen zu sein.
Basierend auf Statistiken zu etwa 100 der größten inländischen US-Aktien-ETFs beliefen sich die gesamten Mittelzuflüsse im vergangenen Monat auf über 150 Milliarden US-Dollar – das zweithöchste Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen.
Im Zuge dieses Kapitalstroms ist der katalysierende Effekt des SpaceX-IPOs nicht zu übersehen. Cathie Woods Flaggschiff, der ARK Innovation ETF, verzeichnete am Tag des SpaceX-Börsengangs einen deutlichen Mittelzufluss.
Gleichzeitig verharrt der Bullen-Bären-Indikator der American Association of Individual Investors (AAII) weiterhin in der Nähe des Tiefstwerts der vergangenen 12 Monate, was zeigt, dass Privatanleger sich verbal zwar noch reserviert geben; doch dieselbe Umfrage macht deutlich, dass die tatsächliche Aktienallokation der Privatanleger beständig steigt – auf diese Diskrepanz zwischen Worten und Taten sollte geachtet werden.
Privatanleger-Einstieg oft Vorbote für das Ende eines Aufwärtstrends
Marktteilnehmer sind sich weitgehend einig, dass der Verlauf eines klassischen Bullenmarktes einem festen Muster folgt: Zunächst erkennen die „Smart Money“-Investoren den Trend und positionieren sich, in einer zweiten Phase folgen institutionelle Anleger, und zuletzt strömen die privaten Investoren auf dem Höhepunkt der Marktstimmung in den Markt, wobei sie den Bewertungen oft wenig Beachtung schenken.
Nach dieser Logik zieht sich das „Smart Money“ aus dem Markt zurück, sobald die Privatanleger massiv einsteigen. Die Kurse steigen weiterhin aus reiner Marktträgheit an, bis die Käuferseite erschöpft ist – danach folgt zwangsläufig die Gegenbewegung.

Zwar ist es noch zu früh, um von einer exakten Wiederholung der Geschichte zu sprechen, doch Analysten weisen darauf hin, dass der jüngste, von Fundamentaldaten getriebene Anstieg möglicherweise das Ende der „Erkenntnisphase“ markiert und der Markt an der Schwelle zur „Maniephase“ stehen könnte.
Mehrere strukturelle Risiken im Aufbau
Gleichzeitig nehmen auch die makroökonomischen Risiken zu: Struktureller Druck durch ein Überangebot an Aktien und eine Straffung der Liquidität steigen weiter an.
Darüber hinaus könnte die Markterwartung hinsichtlich der zukünftigen Federal Reserve-Politik einer Neubewertung unterliegen – sollte sich das von Waller geführte Fed letztlich als weniger taubenhaft als erwartet erweisen, würden die Finanzierungsbedingungen sich weiter verschärfen.
Analysten warnen, dass das Zusammenspiel dieser Risiken dazu führen könnte, dass das vormals selbstbewusste „Smart Money“ frühzeitig in den Wartemodus schaltet – mit der Folge, dass die dann noch im Markt verbleibenden Privatanleger größeren Schwankungsrisiken ausgesetzt wären.
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