Die widersprüchliche Zinssenkung der Fed im Konflikt, aber Bitcoins „verletzliche Zone“ hält BTC unter 100.000 Dollar.
Die US-Notenbank hat den Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt, aber der Markt interpretiert dies als restriktiv. Bitcoin bleibt durch eine strukturell fragile Preisspanne begrenzt, was es schwierig macht, die Marke von 100,000 USD zu durchbrechen.
Eine uneinige Federal Reserve hat eine Zinssenkung um 0,25 % genehmigt, doch Sorgen über Inflation und Wirtschaftswachstum sowie die von Glassnode hervorgehobene „fragile Zone“ von BTC könnten den Kurs weiterhin unter 100.000 US-Dollar halten.
Am Mittwoch hat das Federal Reserve Board der Vereinigten Staaten eine Zinssenkung um 25 Basispunkte genehmigt – die dritte Zinssenkung in diesem Jahr – und entsprach damit den Markterwartungen. Wie bereits bei früheren FOMC-Sitzungen stieg der Bitcoin-Kurs am Montag kurzzeitig über 94.000 US-Dollar, doch die von den Medien als „hawkish“ interpretierte Zinssenkung spiegelt wider, dass innerhalb der Federal Reserve weiterhin Uneinigkeit über die US-Geldpolitik und die wirtschaftlichen Aussichten herrscht.
Da die Zinssenkung dieser Woche als „hawkish“ eingestuft wurde, könnte der Bitcoin-Kurs nach der Veröffentlichung der Nachricht einen „Sell the News“-Effekt erleben und bis zum Auftreten neuer Impulse weiterhin in einer Seitwärtsbewegung verharren.
Laut CNBC wurde die Zinssenkung mit 9 zu 3 Stimmen beschlossen, was darauf hindeutet, dass die Mitglieder weiterhin über die anhaltende Inflation besorgt sind und davon ausgehen, dass das Wirtschaftswachstum und das Tempo der Zinssenkungen bis 2026 nachlassen könnten.
Nach Daten von Glassnode bleibt Bitcoin BTC$92.626 weiterhin in einer strukturell fragilen Zone unterhalb von 100.000 US-Dollar gefangen, wobei die Kursentwicklung zwischen der kurzfristigen Kostenbasis von 102.700 US-Dollar und dem „wahren Marktmittelwert“ von 81.300 US-Dollar begrenzt ist.
Die Daten von Glassnode zeigen außerdem, dass Bitcoin angesichts schwächerer On-Chain-Bedingungen, sinkender Futures-Nachfrage und anhaltendem Verkaufsdruck weiterhin unter 100.000 US-Dollar gedrückt wird.
Wichtige Punkte:
- Die strukturell fragile Zone von Bitcoin hält den Markt unter 100.000 US-Dollar fest, während nicht realisierte Verluste weiter zunehmen.
- Realisierte Verluste steigen auf 555 Millionen US-Dollar pro Tag – der höchste Wert seit dem FTX-Kollaps 2022.
- Groß angelegte Gewinnmitnahmen von Haltern mit mehr als einem Jahr Haltedauer sowie die Kapitulation von Käufern am Top verhindern, dass Bitcoin die STH (Short-Term Holder) Kostenbasis zurückerobert.
- Die Zinssenkung der Federal Reserve dürfte kurzfristig keinen signifikanten Anstieg von Bitcoin bewirken.
Die Zeit für Bitcoins Rückkehr zu 100.000 US-Dollar läuft ab
Laut Glassnode spiegelt die anhaltende Unfähigkeit von Bitcoin, die Marke von 100.000 US-Dollar zu durchbrechen, den zunehmenden strukturellen Druck wider: Die Zeit läuft gegen die Bullen. Je länger der Kurs in dieser fragilen Zone gefangen bleibt, desto mehr nicht realisierte Verluste häufen sich an und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Zwangsverkäufen.

Realized price and true market mean for Bitcoin. Source: Glassnode
Der relative nicht realisierte Verlust auf Basis des 30-Tage-SMA ist auf 4,4 % gestiegen und hat damit die zweijährige Spanne unter 2 % verlassen, was auf ein Marktumfeld mit höherem Druck hindeutet. Obwohl Bitcoin sich vom Tiefpunkt am 22. November auf etwa 92.700 US-Dollar erholt hat, steigen die realisierten Verluste nach Entitäten bereinigt weiterhin an und erreichen täglich 555 Millionen US-Dollar – ein Niveau, das mit der Kapitulation während der FTX-Krise vergleichbar ist.
Gleichzeitig realisieren Langzeitinhaber (Haltedauer über ein Jahr) täglich Gewinne von über 1 Milliarde US-Dollar, mit einem Rekordhoch von 1,3 Milliarden US-Dollar. Die Kapitulation von Käufern am Top und die groß angelegte Verteilung durch Langzeitinhaber könnten dazu führen, dass BTC weiterhin unterhalb der entscheidenden Kostenbasis bleibt und die Widerstandszone von 95.000–102.000 US-Dollar – das obere Ende der fragilen Zone – nicht zurückerobern kann.

Realized profit by age. Source: Glassnode
Spot-getriebene Erholung trifft auf schrumpfenden Futures-Markt
Daten von CryptoQuant zeigen, dass der Kryptomarkt vor FOMC-Sitzungen in der Regel eine Erholung erlebt, doch zuletzt gab es eine deutliche Divergenz: Der Bitcoin-Kurs stieg, während das Open Interest (OI) weiter zurückging.

Bitcoin price versus open interest divergence. Source: CryptoQuant
Während der Korrekturphase seit Oktober ist das OI kontinuierlich gesunken. Selbst nachdem Bitcoin am 21. November seinen Tiefpunkt erreicht hatte und der Kurs wieder anstieg, fiel das OI weiter. Dies deutet darauf hin, dass die aktuelle Erholung hauptsächlich durch Spot-Nachfrage und nicht durch gehebelte Spekulationen getrieben wird.
CryptoQuant ergänzt, dass ein von Spot getriebener Anstieg zwar in der Regel gesünder ist, aber anhaltende bullische Dynamik in der Vergangenheit dennoch einen Anstieg der gehebelten Positionen erforderte. Da das Handelsvolumen von Derivaten strukturell dominiert wird und das Spot-Volumen derzeit nur 10 % der Derivate-Aktivität ausmacht, könnte diese spot-getriebene Stärke schwer aufrechtzuerhalten sein, falls die Erwartungen an zukünftige Zinssenkungen vor der Sitzung nachlassen.
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