EZB-Beamter Kazaks warnt: „Es ist zu früh, jetzt über Zinssenkungen zu sprechen“, Inflationsrisiken bleiben bestehen.
Der EZB-Beamte Kazaks warnt, dass es zu früh sei, über Zinssenkungen zu sprechen, und dämpft damit die Markterwartungen.
Der EZB-Beamte Kazaks warnt, dass es zu früh sei, über Zinssenkungen zu sprechen, und dämpft damit die Markterwartungen.
Verfasst von: Zhang Yaqi
Quelle: Wallstreet Insights
Martins Kazaks, Mitglied des EZB-Rats, hat die Markterwartungen hinsichtlich einer bevorstehenden Zinssenkung deutlich gedämpft. Er stellte klar, dass angesichts der weiterhin hohen zugrunde liegenden Inflationsrate und bestehender Risiken eine Diskussion über eine weitere Lockerung der Geldpolitik zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht sei.
Kazaks erklärte am Donnerstag in einem Interview mit Reuters: „Angesichts der Daten, die wir bisher erhalten haben, halte ich es für noch nicht an der Zeit, über Zinssenkungen zu sprechen.“ Diese Äußerung erfolgte vor der nächsten geldpolitischen Sitzung der EZB am 18. Dezember und erhöht die Unsicherheit über den künftigen Zinspfad der Zentralbank.
Seine Aussagen sind für Investoren ein klares Signal: Obwohl die EZB innerhalb eines Jahres bis Juni dieses Jahres den Leitzins halbiert hat, bleibt die Wachsamkeit der Entscheidungsträger gegenüber der Inflation ungebrochen. Nach Juni, trotz Prognosen, die einen leichten Rückgang der Inflation und ein moderates Wirtschaftswachstum erwarten ließen, hielt die EZB die Zinsen auf dem aktuellen Niveau. Kazaks’ Rede macht deutlich, dass zukünftige Zinssenkungen keineswegs sicher sind.
Er betonte, dass die Kerninflationsrate „weit über 2%“ ein Schlüsselfaktor für seine vorsichtige Haltung sei. Seiner Meinung nach bestehen für den Inflationsausblick sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken, weshalb dies nicht der richtige Zeitpunkt sei, die Wachsamkeit zu lockern.
Fokus auf Inflationsprognosen für 2026-2027
Für die bevorstehende Sitzung im Dezember werden die neuen Inflationsprognosen entscheidend für die Entscheidungen sein. Dann erhalten die EZB-Entscheidungsträger Inflationsprognosen für die kommenden drei Jahre.
Kazaks hob insbesondere die Prognosezahlen für 2026 und 2027 hervor. Er wies darauf hin: „Die Transmission der Geldpolitik benötigt ein bis zwei Jahre“, daher seien die Daten der nächsten zwei Jahre im Vergleich zu weiter in der Zukunft liegenden, unsichereren Prognosen aussagekräftiger. Er meint: „Eine Prognose für drei Jahre im Voraus hat eine große Fehlerbandbreite, besonders bei dem aktuellen Unsicherheitsniveau.“
Laut der jüngsten Prognose der EZB vom September wird die Inflationsrate 2026 voraussichtlich bei 1,7% und 2027 bei 1,9% liegen, beide Werte also nahe oder unter dem Zielwert von 2%. Die bei der nächsten Sitzung veröffentlichten aktualisierten Daten werden eine wichtige Grundlage für die weiteren Schritte der Zentralbank bilden.
Aufwärtsrisiken für die Inflation dürfen nicht ignoriert werden
Bei der Bewertung der Inflationsaussichten räumte Kazaks ein, dass es einige Faktoren gibt, die die Inflation dämpfen könnten. Er erwähnte, dass eine mögliche Verzögerung des EU-ETS2-Emissionshandelssystems die Inflationskurve „abflachen“ würde. Darüber hinaus werden das Dumping von Waren aus dem Ausland auf den europäischen Markt und eine mögliche Aufwertung des Euro ebenfalls als Abwärtsrisiken für die Inflation angesehen.
Er betonte jedoch zugleich, dass diese Abwärtsrisiken „bekannter“ seien. Er warnte, dass die Entscheidungsträger die Aufwärtsrisiken für die Inflation, wie etwa den Preisdruck durch eine Fragmentierung des Welthandels, nicht ignorieren sollten. Kazaks bekräftigte, dass seine Kollegen bei der Zentralbank „weiterhin auf die stets weit über 2% liegende Kerninflation achten“ sollten, was zeigt, dass die Kontrolle des zugrunde liegenden Preisdrucks weiterhin ein zentrales Anliegen der EZB bleibt.
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