Bitcoin unter Druck trotz optimistischer Signale der Fed
Während Bitcoin weiterhin fällt, sorgte ein Signal der US-Notenbank Federal Reserve kurzfristig für eine Stimmungswende. Innerhalb weniger Stunden verdoppelte sich nahezu die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember, was die Hoffnung auf geldpolitische Unterstützung neu entfachte. In einem Klima der Unsicherheit befeuert diese Umkehr die Spekulationen auf eine mögliche Erholung. Investoren, die bislang defensiv agierten, beobachten nun die Fed als Schlüsselfaktor für einen Ausweg aus der Krise.
Kurz gefasst
- Die US-Notenbank Federal Reserve überraschte die Märkte, indem sie bereits für Dezember eine mögliche Zinssenkung andeutete.
- Innerhalb von weniger als 24 Stunden stieg laut CME FedWatch Tool die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Lockerung von 39,1 % auf 69,4 %.
- Diese Entwicklung löste eine sofortige Reaktion unter Krypto-Investoren aus, trotz des anhaltenden Rückgangs von Bitcoin.
- Eine Zinssenkung würde die Attraktivität risikoreicher Anlagen erhöhen und könnte die Entscheidung der Fed zu einem potenziellen Katalysator für Kryptos machen.
Die Märkte setzen nun stark auf eine Zinssenkung im Dezember
Am 15. November stiegen die Erwartungen an eine geldpolitische Lockerung durch die Federal Reserve sprunghaft an.
Laut Daten des CME FedWatch Tool stiegen die Wahrscheinlichkeiten für eine Zinssenkung bei der nächsten FOMC-Sitzung im Dezember innerhalb von 24 Stunden von 39,1 % auf 69,4 %.
Dieser plötzliche Umschwung wurde durch Aussagen des Präsidenten der New York Fed, John Williams, ausgelöst, der erklärte, dass die Fed „die Zinsen in naher Zukunft senken könnte, ohne ihr Inflationsziel zu gefährden“. Sofort interpretierten Marktbeobachter diese Bemerkungen als ein entgegenkommendes Signal, das möglicherweise auf eine lang erwartete geldpolitische Wende hindeutet.
Mehrere Analysten und Marktteilnehmer reagierten auf diese unerwartete Entwicklung und werteten sie als bullishes Signal für den Kurswechsel der Fed. Hier die wichtigsten Punkte dieser Entwicklung:
- Der Sprung bei den Zinssenkungserwartungen ist einer der deutlichsten der letzten Monate: +30,3 Punkte an nur einem Tag;
- Joe Weisenthal, Analyst bei Bloomberg, stellte fest, dass es die Bemerkungen von John Williams waren, die diese Erwartungen massiv ansteigen ließen;
- Mohamed El-Erian, ein einflussreicher Ökonom, warnte jedoch vor übermäßigem Optimismus und riet den Märkten, sich nicht zu sehr mitreißen zu lassen;
- In den sozialen Medien reagierten mehrere Krypto-Persönlichkeiten, wie Mister Crypto, der daran erinnerte, dass solche Ankündigungen in der Regel ein bullishes Signal sind.
Diese Dynamik zeigt, wie empfindlich der Markt inzwischen auf makroökonomische Signale reagiert. Allein eine Änderung des Tons eines Fed-Vertreters reicht mittlerweile aus, um die Erwartungen neu zu gestalten – insbesondere in einem Klima weitverbreiteter Anspannung bei risikoreichen Anlagen, insbesondere Bitcoin.
Bitcoin: Fragile Fundamentaldaten, aber bullishe Aussichten?
Trotz dieses ermutigenden Signals der Fed bleibt der Kryptomarkt weiterhin von einer ausgeprägten Baisse geprägt. Der Preis von Bitcoin lag am Freitag bei 85.071 Dollar, was einem Rückgang von 10,11 % in den letzten sieben Tagen entspricht.
Dieser Rückgang erfolgt in einem Umfeld extrem schlechter Marktstimmung, wie der Crypto Fear & Greed Index mit einem Wert von 11/100 zeigt – ein Zeichen extremer Angst. Für Analyst Moritz, der via X befragt wurde, löscht dieser Rückgang jedoch nicht die Hoffnung auf eine Umkehr aus. „Mal sehen, ob das ausreicht, um vorerst einen Boden zu bilden“, kommentierte er. Dennoch bleiben die Investoren zwischen vorsichtigem Optimismus und resigniertem Abwarten gespalten.
Auf institutioneller Seite sind einige Akteure der Meinung, dass der Markt die tatsächliche Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung weiterhin unterschätzt. Coinbase Institutional veröffentlichte eine Mitteilung, in der es heißt, dass die Chancen für eine geldpolitische Wende von den Märkten „falsch bewertet“ werden – basierend auf Echtzeit-Inflationsdaten, Studien zu Zollerhöhungen und Indikatoren aus privaten Märkten. Ihrer Ansicht nach könnten bestimmte Dynamiken, wie die disinflationären Effekte von Trumps Zöllen, die den Kryptomarkt durcheinanderbrachten, das Wachstum belasten und eine vorgezogene Zinssenkung rechtfertigen.
Sollte die Fed diesen Kurswechsel hin zu einer lockereren Politik, wie von Goldman Sachs und Citigroup erwartet, bestätigen, könnten die Folgen für den Kryptomarkt erheblich sein. In der Regel machen Zinssenkungen traditionelle Anlagen wie Anleihen weniger attraktiv und treiben Investoren in risikoreichere Anlagen – darunter auch Kryptos.
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