45 Milliarden US-Dollar Großauftrag für Supercomputer! Anthropic kooperiert mit Nscale und sichert sich 460 Megawatt KI-Rechenzentrumskapazität
Das Unternehmen für Künstliche Intelligenz Anthropic sichert sich weiterhin Rechenkapazitäten für die kommenden Jahre.
Nach Informationen von Smart Finance APP sichert sich das KI-Unternehmen Anthropic zunehmend Rechenressourcen für die kommenden Jahre. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen hat Anthropic zugestimmt, 45 Milliarden US-Dollar zu investieren, um KI-Rechenleistung vom US-Flaggschiff-Datacenter des KI-Cloud-Computing-Unternehmens Nscale in West Virginia zu mieten. Dies ist ein weiterer bedeutender Rechenleistungsvertrag, den Anthropic kürzlich abgeschlossen hat und zeigt, dass sich das Unternehmen in Zeiten schneller Geschäftsexpansion und Vorbereitung auf einen Börsengang massiv mit Rechenkraft eindeckt.
Gemäß der Vereinbarung wird Nscale die neue Generation der Vera Rubin-Chips von Nvidia (NVDA.US) einsetzen, um Anthropic mit Rechenkraft zu versorgen. Die entsprechenden Anlagen sollen ab Ende nächsten Jahres schrittweise in Betrieb genommen werden.
Die Quelle berichtet, dass die Zusammenarbeit eine Laufzeit von sechs Jahren und einen Gesamtwert von circa 45 Milliarden US-Dollar umfasst, und rund 460 Megawatt (MW) Stromkapazität beinhaltet. Diese Strommenge entspricht dem gleichzeitigen Stromverbrauch von etwa 345.000 US-amerikanischen Haushalten und unterstreicht den enormen Bedarf an Energie und Datacenter-Infrastruktur für das Training und die Anwendung großer KI-Modelle.
Anthropic besitzt das KI-Modell Claude und ist in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Kunden auf dem weltweiten Markt für Datacenter-Rechenleistung geworden.
Neben Nscale hat Anthropic kürzlich mehrere groß angelegte Rechenleistungsverträge unterzeichnet, darunter eine Partnerschaft im Wert von 50 Milliarden US-Dollar mit dem KI-Cloud-Service-Anbieter Fluidstack, eine Vereinbarung im Umfang von 10 Milliarden US-Dollar mit dem Infrastruktur-Start-up Volta Infra Holdings sowie eine Kooperation über ca. 45 Milliarden US-Dollar mit SpaceX (SPCX.US) von Elon Musk.
Diese Deals zeigen, dass Anthropic sich langfristig Rechenressourcen von mehreren Infrastrukturanbietern sichert und somit zukünftige Engpässe bei wachsendem KI-Geschäft vermeiden möchte.
Anthropic steht aktuell auch stark im Fokus der Kapitalmärkte. Die Bewertung des Unternehmens lag im Mai dieses Jahres bereits bei rund 965 Milliarden US-Dollar und es wird erwartet, dass bald der erste Börsengang (IPO) erfolgt. Frühere Informationen deuten darauf hin, dass das geplante IPO möglicherweise die Rekordmarke von SpaceX erreichen oder sogar übertreffen könnte. Daher ist es für die Expansionsstrategie von Anthropic essenziell, vor dem Börsengang ausreichende und stabile Rechenressourcen zu sichern.
Anthropic lehnte es ab, einen Kommentar zur Nscale-Transaktion abzugeben.
Für das in London ansässige Unternehmen Nscale ist der Abschluss mit Anthropic ebenfalls bedeutsam. Nscale könnte bereits nächsten Monat einen US-Börsengang starten und plant, bis zu 3 Milliarden US-Dollar einzunehmen. Das Unternehmen ist zu einem wichtigen Akteur auf dem Neocloud-Markt geworden und baut wie CoreWeave (CRWV.US) Datacenter, die mit zahlreichen KI-Chips ausgestattet sind, um Rechenleistung an KI-Firmen zu vermieten.
Anthropic mietet das erste von drei Datencentern im Monarch-Park von Nscale in West Virginia. Nach vollständigem Bau soll der gesamte Park eine Kapazität von rund 1,35 Gigawatt (GW) besitzen. Laut Planungsunterlagen werden für den Bau des Parks samt eigener Stromerzeugung etwa 71 Milliarden US-Dollar benötigt, davon entfallen etwa 47 Milliarden US-Dollar auf KI-Chips. Die Server der zwei weiteren Datacenter sollen ab 2028 in Betrieb gehen.
Bemerkenswert ist, dass Microsoft (MSFT.US) ursprünglich als potenzieller Mieter des Datacenters vorgesehen war und nicht Anthropic. Microsoft kündigte im März an, mit Nscale ein Memorandum of Understanding zur Reservierung von Kapazitäten im geplanten Datacenter in West Virginia unterzeichnet zu haben. Beide Unternehmen arbeiten auch bereits in Europa zusammen.
Laut Insidern entschied sich Microsoft aber früher im Sommer dieses Jahres gegen das Projekt in West Virginia, wodurch Anthropic als Mieter übernahm. Microsoft äußerte sich hierzu nicht. Die Zusammenarbeit mit Nscale bleibt davon unberührt. Aktuell baut Nscale in Norwegen einen großen KI-Datacenter-Park, der von Microsoft genutzt werden wird.
Neben der massiven Kapitaleinlage wird der Monarch-Park auch signifikante Auswirkungen auf die lokale Beschäftigung haben.
Den Planungsunterlagen zufolge werden im fertigen Datacenter-Park direkt rund 645 Arbeitsplätze geschaffen und indirekt etwa 3.600 Jobs in West Virginia entstehen. Während der Bauphase werden voraussichtlich etwa 4.375 Personen direkt beschäftigt.
Nscale teilte potenziellen Investoren mit, dass das Unternehmen vor dem Börsengang bereits über Vertragsumsätze von rund 51 Milliarden US-Dollar verfügt. Zu den Mitgliedern des Verwaltungsrats gehören die ehemalige Meta (META.US) Managerin Sheryl Sandberg sowie der frühere britische Vizepremier und Ex-Global Affairs President von Meta, Nick Clegg.
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