Die 30-jährige Hypothekenzinsrate in den USA steigt auf 6,85 % und erreicht damit den höchsten Stand seit über einem Jahr.
Seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ist der Zinssatz für 30-jährige festverzinsliche Hypothekendarlehen in den USA insgesamt um 75 Basispunkte gestiegen. Der Anstieg der Energiepreise hat entscheidend zu erhöhtem Inflationsdruck beigetragen. Die gestiegenen Kreditkosten belasten den Immobilienfinanzierungsmarkt deutlich: Der MBA Refinancing Index fiel in der vergangenen Woche um 6,2 % und erreichte den niedrigsten Stand seit Mai 2025; der MBA Purchase Index, der die Anträge auf neue Immobilienkredite misst, sank im Vergleich zur Vorwoche leicht um 0,2 %.
Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise und die Inflationserwartungen in die Höhe, während die Hypothekenkosten in den USA weiter steigen und die Kreditnachfrage dämpfen.
Laut am Mittwoch veröffentlichten Daten der Mortgage Bankers Association (MBA) stieg der Zinssatz für 30-jährige Festhypotheken in der Woche bis zum 4. September um 6 Basispunkte auf 6,85 % – den höchsten Stand seit über einem Jahr. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich dieser Zinssatz um rund 75 Basispunkte erhöht. Der Inflationsdruck durch steigende Energiepreise ist der wichtigste Treiber.
Dies lastet auf der Kreditanfrage. Der MBA-Refinanzierungsindex fiel auf den niedrigsten Stand seit Mai 2025, das Volumen der Hypothekenanträge geht weiter zurück und die Nachfrage nach Immobilienkäufen ist deutlich abgeschwächt.
Die am Freitag anstehenden US-Verbraucherpreisdaten werden voraussichtlich zeigen, dass die Gesamtinflationsrate im August im Jahresvergleich um 3,4 % gestiegen ist. Steigende Energiekosten sind hierbei der Hauptfaktor. Fed-Vertreter verfolgen die Inflationsentwicklung genau, um die künftige Zinspolitik zu bewerten.
Andauernder Zinsanstieg infolge des USA-Iran-Kriegs
Vor Ausbruch des Iran-Kriegs waren die US-Hypothekenzinsen auf den tiefsten Stand seit 2022 zurückgegangen.
Seit Kriegsbeginn treiben steigende Energiepreise die Inflationssorgen an, die Erwartungen auf Zinssenkungen durch die Fed haben sich abgekühlt und die Kreditkosten sind weiter gestiegen. Bis letzte Woche erhöhte sich der Zinssatz für 30-jährige Hypotheken gegenüber dem Vorkriegs-Tiefstand um rund 75 Basispunkte auf 6,85 %.
Gleichzeitig ist der Zinssatz für variabel verzinsliche 5-jährige Hypotheken (ARM) zuletzt auf 6,13 % gesunken. Einige Kreditnehmer wenden sich nun variabel verzinsten Produkten zu, um dem hohen festen Zinssatz zu entgehen.
Schwächere Kreditnachfrage
Der Anstieg der Kreditkosten belastet den Markt für Wohnungsfinanzierungen spürbar. Der MBA-Refinanzierungsindex fiel letzte Woche um 6,2 % auf den niedrigsten Stand seit Mai 2025; der MBA-Kaufindex zur Messung neuer Hypothekenanträge für Immobilienkäufe sank im Vergleich zur Vorwoche leicht um 0,2 %.
Der Rückgang bei den Refinanzierungen ist besonders deutlich. Solche Transaktionen sind äußerst zinssensibel; die anhaltend hohen Zinsen erschweren es Kreditnehmern, ihre monatliche Belastung durch Refinanzierungen wie erhofft zu senken.
Markt im Fokus: Inflationsdaten und Fed-Ausrichtung
Die Aufmerksamkeit des Marktes richtet sich derzeit auf die am Freitag veröffentlichten CPI-Daten für August. Prognosen zufolge wird die Gesamtinflationsrate durch gestiegene Energiepreise im Jahresvergleich um 3,4 % zulegen. Diese Daten dienen den Fed-Vertretern als wichtige Orientierung zur Beurteilung der Inflation und der Zinspolitik.
Die Fed befindet sich in einer Zwickmühle: Einerseits muss sie den angebotsseitigen Inflationsdruck infolge des Krieges bekämpfen, andererseits auch das Wirtschaftswachstum sowie die Belastung des Immobilienmarkts im Blick behalten. Die weitere Entwicklung der Hypothekenzinsen hängt maßgeblich von den künftigen geldpolitischen Signalen der Fed ab.
Die MBA führt ihre Hypothekenumfrage seit 1990 wöchentlich durch. Befragt werden Hypothekenbanken, Geschäftsbanken und Sparkassen; die Daten decken über 75 % aller US-weiten Einzelhandelsanträge auf Wohnhypotheken ab.
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