Saylor bläst zum Angriff, aber diesmal hat er tatsächlich Munition in der Hand.
Nach zehn Wochen ohne Käufe und dem Ablegen dreier finanzieller Fesseln könnte Strategy den Erwerb von Bitcoin wieder aufnehmen.
Verfasst von: Lockridge Okoth
Übersetzt von: Saoirse, Foresight News
Michael Saylor erklärt das kraftvolle Comeback von Strategy. Vor dieser nur aus zwei Wörtern bestehenden Mitteilung hatte Strategy zehn Wochen lang keine Bitcoin (BTC) erworben.
Auf Unternehmensebene gab es drei diskrete Veränderungen. Gerade diese Aspekte veranlassen Trader, die Erklärung als Handlungssignal und nicht als bloßen Slogan zu deuten.
Die Schulden von Strategy behindern den Bitcoin-Kauf nicht mehr
Strategy verfügt über etwa 6,69 Milliarden US-Dollar in bar und hat gleichzeitig rund 6,71 Milliarden US-Dollar an wandelbaren Schuldverschreibungen. Das Unternehmen gibt an, das aktuelle Nettohebelverhältnis liege nur bei 0,1%.
Den gesamten Sommer über bestand zwischen Bargeld und Schulden eine negative Lücke, wobei Trader das Risiko einer möglichen Zwangsveräußerung durch das Unternehmen bereits eingepreist hatten. In der vergangenen Woche verschwand diese Lücke vollständig, beide Werte sind nun nahezu ausgeglichen. Der MSTR-Aktienkurs stieg um 12%.
Die Kaufpause ist real: Strategy erwarb zuletzt am 22. Juni 520 Bitcoin zum Einzelpreis von 67.068 US-Dollar. Seitdem wurden vier Verkäufe von Bitcoin durchgeführt. Im August erhielt das Unternehmen 3,28 Milliarden US-Dollar an neuen Mitteln, die jedoch vollständig als Bargeld gehalten und nicht für den Kauf von Bitcoin verwendet wurden.
Die Anhäufung von Cashreserven erfolgte bewusst, der Großteil floss in Dividendenauszahlungsrücklagen. Diese Rücklage lag im Juli bei 3,75 Milliarden US-Dollar und beträgt aktuell 5,1 Milliarden US-Dollar.
Die US-Dollar-Reserven von Strategy. Datenquelle: Strategy
STRC-Kurs nähert sich dem Nennwert
STRC ist eine von Strategy herausgegebene Vorzugsaktie zur Mittelbeschaffung, die Dividendenrendite beträgt 12%. Das angestrebte Kursziel liegt bei 100 US-Dollar.
Am 28. August schloss STRC bei 97,33 US-Dollar, der 12-Monats-Tiefpunkt liegt bei 71,25 US-Dollar. Fällt der Kurs unter 100 US-Dollar, entstehen dem Unternehmen Kostenverluste.
STRC-Aktienkurs-Entwicklung. Datenquelle: TradingView
„Unser Ziel ist es, den STRC-Kurs langfristig im Bereich von 99 bis 100 US-Dollar zu halten. Sollte STRC unter 100 US-Dollar gehandelt werden, planen wir einen regelkonformen Rückkauf der Aktien.“
So äußerte sich CEO Phong Le im Bericht zum zweiten Quartal.
Jeder investierte Dollar zum Rückkauf von STRC ist ein Dollar weniger für Bitcoin-Käufe. Im August stützte Strategy dieses Vorgehen durch Bitcoin-Verkäufe. Als der Kurs nahe 97 US-Dollar lag, hörte diese Kapitalverwendung nahezu auf.
Das Risiko ist weiter gestiegen. Im Juli 2025 brachte STRC mit einem Preis von 90 US-Dollar pro Aktie 2,47 Milliarden US-Dollar ein, damals lag die Dividendenrendite bei 9%; inzwischen hat die Vorzugsaktie einen Umlauf von etwa 10 Milliarden US-Dollar, die Dividendenrendite beträgt 12%.
Die Dividendenausgaben sind enorm. Allein im zweiten Quartal beliefen sich die Dividendenzahlungen für Vorzugsaktien bei Strategy auf 400,7 Millionen US-Dollar.
Saylor sendet Signal, keine formelle Mitteilung
Saylor veröffentlichte mit seiner Mitteilung eine Grafik, die einen Bestand von insgesamt 840.447 Bitcoin im Wert von 65,72 Milliarden US-Dollar zeigt. Einige Stunden zuvor hatte er gepostet: „Alles beim Alten.“
Michael Saylor deutet an, weiterhin Bitcoin zu kaufen. Quelle: Saylors X-Konto
Die beiden Social-Media-Beiträge sind keine regulatorischen Meldungen. Die Bitcoin-Käufe des Unternehmens werden jedoch im Wochenbericht vermerkt; der nächste Bericht wird voraussichtlich am 31. August (Montag) veröffentlicht.
Strategy könnte in der vergangenen Woche bereits Bitcoin gekauft haben, es ist aber ebenso möglich, dass kein Kauf stattgefunden hat. Im Juli erklärte Saylor bereits: „Bitcoin hat gesiegt“, doch danach pausierten die Käufe ganze fünf Wochen.
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