Was bedeutet der „Nischenmarkt” für Gold? Goldman Sachs: Jeder Anstieg der Kaufmenge um 0,01% lässt den Goldpreis um 1,4% steigen.
Quelle: Wallstreetcn
Obwohl Gold in US-Investitionsportfolios weiterhin gering gewichtet ist, reagiert es äußerst sensibel auf zusätzliche Mittelzuflüsse. Laut Berechnungen von Goldman Sachs könnte der Goldpreis um etwa 1,4 % steigen, wenn die Goldgewichtung um 0,01 Prozentpunkte erhöht wird. Mit der zunehmenden Beliebtheit von „Währungsabwertungstrades“ und den anhaltenden US-Schuldenrisiken könnten die geringe Gewichtung und die begrenzte Liquidität von Gold die Preisreaktion auf Kapitalzuflüsse weiter verstärken.
Obwohl der Goldmarkt sehr groß ist, bleibt Gold im Portfolio westlicher Investoren eine „Nischenanlage“ – genau diese Eigenschaft macht den Goldpreis extrem empfindlich gegenüber Mittelzuflüssen.
Goldman Sachs-Analysen zeigen,
Derzeit liegt Gold unter den größten monatlichen Kursanstiegen seiner Geschichte.
Trotz seiner Größe ist die tatsächliche Liquidität begrenzt
Gold zählt insgesamt zu den größten Anlageklassen der Welt.
Schätzungen zufolge
Diese enormen Handelsvolumina sind jedoch größtenteils bloße Illusion.
Laut Bloomberg besteht der Großteil dieses Volumens aus hochfrequentem Handel zwischen Banken, Market Makern, algorithmischen Fonds und Devisenhändlern – und nicht aus neuen Anlagegeldern, die tatsächlich auf physisches Gold abzielen.
Diese strukturelle Besonderheit bedeutet, dass der Goldmarkt große Mittelumschichtungen von Anleiheinvestoren kaum aufnehmen kann, ohne starke Preiserhöhungen auszulösen. Für Investoren, die aus Sorge um die US-Staatsverschuldung nach sicheren Anlagen suchen, bildet die „Kapazitätsgrenze“ des Goldmarkts somit einen fundamentalen Treiber des Preisanstiegs.
"Währungsabwertungstrades" gewinnen weiter an Dynamik
Laut Bloomberg würde sich dieser Anlagetrend weiter verstärken, sollte die Eindämmung der langfristigen US-Finanzierungskosten fortgesetzt werden.
Am Freitag dieser Woche hält US-Notenbankpräsident Walsh eine Rede in Jackson Hole, Wyoming. Der Markt wird seine Aussagen genau verfolgen. Sollte Walsh ein Signal dafür geben, dass sich der fiskalische Druck zunehmend auf die Geldpolitik auswirkt, dürfte das die Attraktivität von Gold weiter stärken und einen neuen Impuls für „Währungsabwertungstrades“ geben.
Ob der Trend anhält, hängt von der Aufmerksamkeit der Investoren ab
Ob Gold seinen aktuellen Aufwärtstrend beibehalten kann, hängt maßgeblich davon ab, ob Investoren weiterhin das US-Staatsverschuldungsproblem in den Fokus stellen – oder ob sie ihre Aufmerksamkeit auf den Iran-Konflikt oder den aufkommenden KI-Investmenthype lenken.
Strukturell liegt der Goldanteil in westlichen Portfolios weiterhin niedrig – besonders nachdem der US-Aktienmarkt jahrelang stark gestiegen ist, bleibt die relative Attraktivität von Gold langfristig unterdrückt. Diese Untergewichtung ist nicht nur der Grund für die Empfindlichkeit des Goldpreises gegenüber neuen Zuflüssen, sondern bedeutet auch, dass bei einer Stimmungswende unter Investoren ein beträchtliches Potenzial für Kursanstiege besteht.
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