HP Q3 verzeichnet ein jährliches Wachstum von 13 %, Gewinnprognose übertrifft die Erwartungen, kann jedoch den starken Kurseinbruch nicht verhindern – Der Markt konzentriert sich auf Bedenken hinsichtlich der PC-Nachfrage|Finanzbericht im Überblick
HP veröffentlichte die Umsatzzahlen für das dritte Quartal in Höhe von 15,7 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 13% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der bereinigte Gewinn je Aktie beträgt 0,83 US-Dollar. Die Gewinnprognosen für das Gesamtjahr und das vierte Quartal übertrafen die Markterwartungen, dennoch fiel der Aktienkurs nachbörslich um etwa 10%. Grund für die Besorgnis am Markt ist, dass die Gewinnverbesserung hauptsächlich auf einmalige Faktoren wie Rückerstattungen von Zöllen zurückzuführen ist; bereinigt um diese Faktoren liegt die tatsächliche Prognose für das vierte Quartal unter den Erwartungen. Obwohl der Umsatz im PC-Geschäft um 18% gestiegen ist, sank das Absatzvolumen um 16%. Dies zeigt, dass das Wachstum durch Preiserhöhungen und nicht durch eine steigende Nachfrage getrieben wird.
HP hat Quartalsergebnisse und die Gewinnprognose für das Gesamtjahr veröffentlicht, die beide die Erwartungen der Analysten übertrafen. Dennoch richten die Investoren ihren Blick auf tieferliegende Nachfrageprobleme, woraufhin der Aktienkurs nachbörslich um etwa 10% einbrach.
Nach Handelsschluss am US-Aktienmarkt am 26. August veröffentlichte HP den Bericht für das dritte Quartal bis zum 31. Juli. Der Gesamtumsatz stieg im Jahresvergleich um etwa 13% auf 15,7 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie (nach Abzug von Restrukturierungskosten und anderen Faktoren) lag bei 0,83 US-Dollar, darunter ein Gewinn von 0,11 US-Dollar pro Aktie aus Zollrückerstattungen.
Das Unternehmen erwartet für das vierte Quartal (bis Oktober) einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 0,69 und 0,79 US-Dollar, was über dem durchschnittlichen Analystenerwartung von 0,67 US-Dollar liegt.
Doch die Investoren überzeugen diese Zahlen nicht; entscheidend ist die "Qualität" der Gewinnprognose. Die Prognose von HP für das vierte Quartal beinhaltet einen Gewinn von 0,08 US-Dollar pro Aktie aus Zollrückerstattungen; ohne diesen Effekt liegt der Mittelwert der Prognose tatsächlich bei etwa 0,66 US-Dollar und damit etwa 0,01 US-Dollar unter den Markterwartungen.
Mit anderen Worten: Die scheinbare Gewinnanhebung stammt in hohem Maße aus einmaligen oder nicht-operativen Faktoren und nicht aus einer Verbesserung der Kerntrends des Geschäfts.
Noch mehr Sorgen bereitet dem Markt die Nachfrageprognose für PCs und Drucker. Die PC-Sparte von HP verzeichnete im dritten Quartal einen Umsatzanstieg von 18%, während das Absatzvolumen jedoch um 16% zurückging – der Umsatzanstieg ist also hauptsächlich durch Preiserhöhungen zustande gekommen. Der kräftige Anstieg der Kosten für Speicherchips zwang HP, die Preise für bestimmte PCs zu erhöhen und neue Produktdesigns vorzunehmen, was die Endnachfrage weiter belasten könnte.
Zweistelliges Umsatzwachstum, Gewinn durch Zollrückerstattung gestützt
Im dritten Quartal erwirtschaftete HP einen Gesamtumsatz von 15,7 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von rund 13% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Angesichts der eher schwachen Gesamtnachfrage im PC-Hardware-Sektor ist diese Wachstumsrate auf den ersten Blick nicht schlecht.
Beim Gewinn erzielte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,83 US-Dollar. Dabei ist zu beachten, dass darin der Gewinn von 0,11 US-Dollar je Aktie aus Zollrückerstattungen im dritten Quartal enthalten ist. Ohne diesen Effekt wäre das Kernergebnis deutlich schwächer.
HP erwartet für das vierte Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 0,69 und 0,79 US-Dollar – der Marktdurchschnitt liegt bei 0,67 US-Dollar. Auf den ersten Blick liegt die Prognosespanne somit insgesamt über den Erwartungen.
Doch auch diese Prognose enthält einen Beitrag von 0,08 US-Dollar pro Aktie aus Zollrückerstattungen im vierten Quartal. Ohne diesen Effekt entspricht die bereinigte EPS-Spanne für das vierte Quartal 0,61 bis 0,71 US-Dollar, der Mittelwert liegt bei etwa 0,66 US-Dollar und damit etwas unter dem Analystendurchschnitt.
Auf Jahresbasis erwartet HP einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 3,19 und 3,29 US-Dollar, was über der Markterwartung von 3,05 US-Dollar liegt. Auch diese Prognose ist von den Zollrückerstattungen beeinflusst.
Für Investoren ist die Frage nicht, ob die Zahlen "höher" sind, sondern ob dieses Mehr an Gewinn nachhaltig ist.
18% Umsatzwachstum im PC-Geschäft, 16% Rückgang bei Auslieferungen
Das PC-Geschäft steht im aktuellen Quartal im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Im dritten Quartal stieg der Umsatz des PC-Bereichs von HP auf 11,8 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 18% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Verkauf von kommerziellen Modellen stieg um 22% und war die Hauptstütze.
Wichtiger ist jedoch die Absatzentwicklung: Die PC-Auslieferungen gingen um 16% zurück. Das bedeutet, dass das Umsatzwachstum nicht auf eine Expansion der Nachfrage zurückzuführen ist, sondern hauptsächlich auf Preissteigerungen und eine Veränderung der Produktstruktur.
HP sieht sich einem deutlichen Anstieg der Kosten für Speicherchips gegenüber, weshalb das Unternehmen die Preise mehrerer PCs erhöhen und einige Produkte neu gestalten musste.
Kurzfristig können Preiserhöhungen Umsatz und Gewinnmarge stützen; langfristig könnte jedoch die "Preisschock"-Reaktion der Endkunden und Firmen dazu führen, dass sie ihre Anschaffungen verschieben und somit das Absatzvolumen weiter zurückgeht.
Das Druckergeschäft performte dagegen eher verhalten. Im dritten Quartal generierte HP im Druckerbereich einen Umsatz von 3,9 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 2% gegenüber dem Vorjahr entspricht und im Wesentlichen den Markterwartungen entspricht.
Im Vergleich zum PC-Geschäft zeigte das Druckergeschäft keine deutliche preisgetriebene Wachstumsdynamik und konnte im laufenden Quartal auch keinen Glanzpunkt setzen. Für HP sind Drucker und Verbrauchsmaterialien seit langem eine wesentliche Gewinnquelle, allerdings kämpft dieses Segment weiterhin mit schwacher Nachfrage und strukturellen Schwierigkeiten.
Warum fällt der Aktienkurs? Der Markt hat das "besser als erwartet" bereits eingepreist
Der Aktienkurs von HP fiel nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts nachbörslich um etwa 10%, nachdem er im regulären Handel zuvor bei 30,52 US-Dollar geschlossen hatte. Seit Jahresbeginn bis zum Berichtstag war der Kurs bereits um 37% gestiegen.
Das bedeutet, dass der Markt die Erwartungen einer "Quartalsüberschreitung im Juli" schon teilweise eingepreist hatte. Analysten von Morgan Stanley stellten bereits vor dem Quartalsbericht fest, dass Investoren eine "besser als ursprünglich befürchtete" Quartalsperformance erwartet hatten und sich das Interesse nun auf Trends im PC- und Druckermarkt verlagert.
Auch Analysten von JPMorgan sind der Ansicht, dass sich die Anteilseigner bis zur Bekanntgabe des Ausblicks für das nächste Geschäftsjahr kaum wirklich beruhigen werden. Obwohl der Quartalsbericht höhere Gewinnprognosen vorlegt, bleiben die Bedenken hinsichtlich Nachfrage, Kosten und Preisdurchsetzung im kommenden Jahr bestehen.
Kernproblem: Gewinnprognose verbessert, Nachfragequalität fraglich
Der Schlüssel dieses Quartalsberichts von HP ist nicht die Frage, "ob es Wachstum gibt", sondern wie die Qualität dieses Wachstums aussieht.
Zum einen verzeichnet das Unternehmen ein zweistelliges Umsatzwachstum, die PC-Erlöse steigen deutlich und die Jahresprognose liegt über den Erwartungen; zum anderen sinkt das PC-Auslieferungsvolumen erheblich, der Gewinn wird von Zollrückerstattungen gestützt und das Druckergeschäft bleibt schwach.
Für Hardwareunternehmen können Preiserhöhungen das Umsatz- und Gewinnniveau kurzfristig verbessern, doch wenn die Verkaufszahlen dauerhaft zurückgehen, besteht die Gefahr, dass zukünftige Nachfrage durch Preisanhebungen bereits vorweggenommen wird. Genau mit diesem Problem ist HP derzeit konfrontiert: Kostendruck erhöht die Preise, diese könnten jedoch ihrerseits die Nachfrage dämpfen.
Bis zur Veröffentlichung des Ausblicks für das nächste Geschäftsjahr werden Investoren bei HP vor allem drei Punkte im Auge behalten: Kann sich das PC-Auslieferungsvolumen stabilisieren? Lässt der Kostenanstieg für Speicherchips nach? Bleibt die Kerngewinnfähigkeit nach Wegfall der Zollrückerstattungen erhalten?
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