Nach dem rasanten Anstieg der „drei Speicher-Champions“ in diesem Jahr: Wie lange kann der AI-Superzyklus noch andauern?
Im vergangenen Jahr erlebten Speicherchip-Aktien eine beeindruckende Aufwärtsbewegung, jedoch bleibt es ungewiss, wie lange der Superzyklus im Speicherbereich noch andauern wird.
Wie die App von Zhihui Finance berichtet, haben Speicherchip-Aktien im vergangenen Jahr einen spektakulären Anstieg erlebt, unterstützt durch steigende Chippreise, eine deutlich höhere Bruttomarge und eine starke Explosion des freien Cashflows. Getrieben von diesen Faktoren sind die Aktienkurse von Micron Technology (MU.US), SanDisk (SNDK.US) sowie SK Hynix (vor dem US-IPO) innerhalb des Jahres parabolisch angestiegen. Im vergangenen Jahr stieg Micron insgesamt um mehr als 700 %, während SanDisk im gleichen Zeitraum um unglaubliche 3400 % zulegte; die in Korea gelisteten Aktien von SK Hynix verzeichneten ebenfalls einen Anstieg von 600 %. Trotz eines Absturzes im Juli erholte sich das Speichersegment im August erneut – doch der Markt bleibt voller Zweifel, wie lange der Superzyklus im Speicherbereich noch anhalten kann.
Die aktuelle Superzyklus-Phase im Speicherbereich ist direkt auf den großangelegten Aufbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz zurückzuführen, was eine ausgeprägte Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage verursacht hat. Der Speichermarkt ist grundsätzlich in zwei große Kategorien unterteilt: DRAM (Dynamischer Speicher mit kurzfristiger Datenspeicherung) und NAND-Flash (für die längerfristige Speicherung von Daten), beide haben im Zuge der KI-Nachfrage ein explosionsartiges Wachstum erlebt.
Aktuell ist die größte Triebkraft am Markt der Hochbandbreiten-Speicher (HBM). Diese Technik wird gemeinsam mit GPUs und anderen AI-Chips verarbeitet, um Latenz und Energieverbrauch zu reduzieren. HBM ist inzwischen zu einem der entscheidenden Engpässe in der gesamten AI-Wertschöpfungskette geworden. Daher investieren die drei großen DRAM-Giganten – SK Hynix, Samsung und Micron – den Großteil ihrer Ressourcen, um die Nachfrage zu decken, was wiederum das gesamte DRAM-Angebot verknappt und die Preise in die Höhe treibt.
Gleichzeitig wird Flash-Speicher breit eingesetzt in unternehmensweiten SSDs mit hoher Kapazität, um Trainingsdaten zu speichern. Da die drei großen Speicherhersteller nach dem pandemiebedingten Zusammenbruch des NAND-Marktes einst die Produktion verringerten und Ressourcen auf DRAM verlagerten und nun den Fokus ganz auf HBM setzen, sieht sich Flash-Speicher ebenfalls mit begrenztem Angebot konfrontiert. Zuvor führte die Ausgangssperre zu einer vorübergehenden Übernutzung der Nachfrage für elektronische Konsumgüter (größte Flash-Verbraucher), doch mit dem Wegfall der Einschränkungen kühlte sich dieser Markt rasch ab.
Historische Muster deuten darauf hin, dass der Markt irgendwann kollabieren wird, doch diesmal scheint es tatsächlich anders zu sein. Aus Erfahrung gilt: Speicherchip-Aktien können sich dem zyklischen Verlauf nicht entziehen – Boomzeiten gehen meist mit Angebotsausweitungen einher, was letztlich zu Überangebot, Preisverfall und Rückgang führt. Allerdings weist der aktuelle Zyklus eine Reihe ungewöhnlicher Eigenheiten auf.
Erstens steigt die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin an, ohne jegliche Anzeichen für eine Abschwächung. Zweitens stoßen Speicherhersteller, besonders jene im HBM-Bereich, an ihre Kapazitätsgrenzen. Mehrere Faktoren bremsen das Wachstum des Angebots: die Kapazitätserweiterung für extrem ultraviolette (EUV) Lithographie-Anlagen, die zur Herstellung von HBM und fortschrittlichen Logikchips (wie GPU) unbedingt erforderlich sind, ist begrenzt; für HBM werden mehr als dreimal so viele Wafer benötigt wie für gewöhnliches DRAM; und die Errichtung neuer Reinräume nimmt viel Zeit in Anspruch. Schließlich haben alle Speicherhersteller – einschließlich SanDisk als reiner Flash-Anbieter – erstmals langfristige Lieferverträge abgeschlossen.
Insgesamt bleiben die Aufwärtstrends der Speicherzyklen für DRAM und NAND weiterhin absehbar, während die aktuellen Aktienbewertungen diese Aussichten noch nicht genügend widerspiegeln. Speicherchip-Hersteller könnten daher weiterhin zu den wichtigsten KI-Investitionen am Markt gehören.
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