Tägliche Goldanalyse | Wie beeinflusst dieses wichtige Ereignis in den frühen Morgenstunden den Goldpreis?
Fundamental betrachtet, hat das in der Nacht veröffentlichte Protokoll der Juli-Sitzung der Federal Reserve einen deutlich restriktiven Ton ausgesendet: Drei Mitglieder plädierten für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte, und die Mehrheit der Offiziellen warnte, dass eine schnelle Anhebung der Zinsen erforderlich wäre, sollte die Inflation nicht effektiv zurückgehen.
Theoretisch dürfte diese Erwartung einer strafferen Geldpolitik durch eine Aufwertung des US-Dollars und steigende US-Staatsanleiherenditen den internationalen Goldpreis belasten. Allerdings reagierten die Märkte nach Veröffentlichung des Protokolls komplex – der Kurs entwickelte sich nicht einseitig abwärts. Grund dafür war der unerwartete Rückgang der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft im Juli um 23.000, was auf eine schwache Konjunktur hindeutet und die Wetten auf eine Zinserhöhung im September abschwächte (mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 65 % für eine Beibehaltung). Der US-Dollar und die US-Anleiherenditen gerieten unter Druck, was dem internationalen Goldpreis kurzfristigen Auftrieb verschaffte.
Darüber hinaus schlug Federal Reserve-Präsident Waller unerwartet vor, die jährlich acht Zinsentscheidsitzungen auf sechs zu reduzieren. Sollte diese Änderung realisiert werden, würden die Intervalle zwischen den Sitzungen länger, wodurch die einzelne Informationsdichte pro Treffen zunimmt und die Unsicherheit der Geldpolitik steigt, was die kurzfristige Volatilität am Goldmarkt verstärken könnte. Im Protokoll wurde zudem festgehalten, dass die allgemeine Verletzlichkeit des Finanzsystems weiterhin signifikant ist, Hedgefonds-Leverage sich in der Nähe historischer Höchststände befindet und die geopolitischen Risiken im Nahen Osten die Risikovermeidung der Märkte hoch halten. Zusammengefasst: Trotz restriktivem Unterton im Protokoll, der einen Widerstand für einen steigenden internationalen Goldpreis darstellt, sorgen Konjunkturabkühlung, ein schwacher US-Dollar sowie potenzielle systemische Finanzrisiken weiterhin für eine starke Unterstützungsbasis für Gold.
Aus technischer Sicht wurde in dieser Woche die Marke von 4.379 US-Dollar pro Unze als Schwelle für Bullen und Bären deutlich nach unten durchbrochen, und der erste Widerstand bei 4.447 US-Dollar pro Unze wurde ebenfalls bereits überwunden, was darauf hindeutet, dass die Bullen derzeit klar im Vorteil sind. Sollte sich der internationale Goldpreis nachhaltig über 4.518 US-Dollar pro Unze etablieren, eröffnet sich weiteres Aufwärtspotenzial bis in den Bereich von 4.550–4.565 US-Dollar pro Unze. Umgekehrt, wenn nach einer kurzfristigen Rally die Marke von 4.447 US-Dollar pro Unze wieder unterschritten wird, fungiert dieses Niveau erneut als Unterstützungszone, darunter liegen die nächsten Unterstützungen bei 4.308 US-Dollar pro Unze und der zweiten Unterstützung bei 4.240 US-Dollar pro Unze. Besonders der Bereich von 4.310 bis 4.308 US-Dollar pro Unze gilt als Verteidigungslinie dieses Aufwärtstrends; ein nachhaltiger Durchbruch darunter würde auf eine Trendumkehr hindeuten.
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