Hohe Unsicherheit und geringe Volatilität
Morning FX
Nach dem Absturz der südkoreanischen Aktien und der Intervention beim Yen ist die Marktschwankung im August wieder am Tiefpunkt angelangt. Die implizite Volatilität der G7-Währungen für 1 Jahr bleibt konstant unter 6,5 %.Die tatsächliche Volatilität von Euro, Yen und koreanischem Won stieg nur kurzzeitig an, das Handelsinteresse bleibt schwach.
Abbildung: Der Einbruch der südkoreanischen Aktien führte nicht zu einer Übertragung von Emotionen
Aus traditioneller Sicht müsste der Devisenmarkt bei hoher Unsicherheit eigentlich abwechslungsreich sein. Doch die Stimmung bei südkoreanischen Aktien hat sich nicht übertragen,der VIX Index fiel unter 15 , der S&P 500 erreichte neue Allzeithochs, und die Diskrepanz zur Volatilität hat sich erneut vergrößert.
I. Alles ist offen
Derzeit gibt es im Markt mindestens drei Unsicherheitsthemen.
Erstens: Der Krieg zwischen den USA und Iran dauert an, und der Rückgang der Ölpreise ist äußerst ungewiss.Der Brent-Ölpreis ist bereits wieder bei 90 und lag in den letzten zwei Monaten immer über der 80-Marke. Die pessimistischste Prognose zum Kriegsbeginn war, dass die hohen Ölpreise bis zum Jahresende anhalten würden; derzeit scheint es, als könnte dies noch länger dauern.
Zweitens: Die US-Wirtschaftsdaten schwächeln, die Federal Reserve steht vor einem Dilemma, eine Zinserhöhung in diesem Jahr bleibt eine große Unsicherheit.Die starke Differenzierung der Wirtschaftssignale macht es dem Markt unmöglich, den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve vorherzusagen.
Drittens: Die Emission von Anleihen ist angesichts fiskalischer Sorgen schwierig. Langlaufende Anleihen reagieren kaum noch auf Ölpreise, die USA treten in einen neuen Emissionszyklus ein, die Nachfrage ist schwach. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen hat bereits das Niveau vor der Zinssenkungsperiode erreicht, und die dreißigjährige Rendite hat ein 20-Jahreshoch überschritten.
Abbildung: Die Renditen langlaufender Anleihen steigen weltweit
II. Warum ist der Markt so ruhig?
Der Markt verhält sich ungewöhnlich ruhig, weil die Unsicherheit komplett von Daten und Ereignissen abhängt,und es fehlen Handelsgelegenheiten aufgrund von Meinungsverschiedenheiten.
Amerikanische Signale in allen Dimensionen sind stark differenziert: Nicht-Farm-Daten, Unternehmensgewinne, Verbrauchervertrauen und Inflationsdaten zeigen jeweils unterschiedliche Trends, das Ergebnis hängt vollständig von der Beobachtungsperspektive ab. Die Kerninflationsindikatoren der Federal Reserve liegen zwar deutlich über dem politischen Ziel, aber ob der Wendepunkt nach oben oder unten erfolgt, bleibt unklar. Die einzig klare Entwicklungslinie ist die fortwährende Verschlechterung der US-Fiskalsituation, was die Grundlage für die steigenden Renditen US-Staatsanleihen bildet.
Abbildung: Die Volatilität bleibt niedrig
Außerdem war die Gewinneffektivität von Devisen und US-Staatsanleihen in diesem Jahr sehr schwach, deutlich schlechter als bei Aktien und Rohstoffen. Spekulatives Kapital rotiert von Gold über AI-Aktien bis hin zu Rohstoffen.Nach dem Krieg im Nahen Osten befindet sich der Markt im ungeordneten Zustand, der von plötzlichen Ereignissen beeinflusst wird, und die undurchsichtige Kommunikation von Walsh macht die Federal Reserve zum größten X-Faktor. Der Markt zögert daher, weitere große Einsätze zu tätigen.
III. Fazit
(1) Nach einem turbulenten Juli ist die Volatilität wieder auf einem Tiefpunkt und das Handelsinteresse ist gering.
(2) Trotz bestehender Unsicherheiten ist die Bereitschaft zu großen Investitionen angesichts schwacher Gewinneffekte gering; man wartet darauf, dass neue Handelsthemen wie die Entdollarisierung aus dem vergangenen Jahr wieder aufleben.



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